(von Martin Landolt)
«Warum können wir es nicht für einmal einfach durchziehen», ärgerte sich Christian Bartholet trotz Sieg im Tie-Break. Damit unterstreicht er den Ehrgeiz, in solchen Spielen das volle Punktepaket abzuholen. Nichtsdestotrotz hat das Team einen wertvollen Charaktertest bestanden.
Zwei Punkte für die Moral
Coach Verdi beschreibt nach dem Spiel dessen Geschichte treffend. «Wir müssen lernen, mit diesen Leistungsschwankungen umzugehen, weniger gute Phasen besser zu bewältigen.» - Für einmal startete Axpo Volley Näfels sehr gut in die Partie und machte deutlich weniger Eigenfehler als die Einheimischen. Auch der zweite Satz begann vielversprechend, bevor die Genfer einen Gang höher schalteten, ohne dass die Glarner darauf zu reagieren vermochten. Im dritten Satz zeigte Näfels seine beste Leistung; drei Punkte schienen in Griffnähe. Aber dann strauchelten die Glarner im vierten Satz erneut über zu viele Unkonzentriertheiten. Somit kam es zu einem äusserst spannenden Tie-Break, das mit einem erneuten Startrückstand sowie mit einer Fussverletzung von Roy Schmid überhaupt nicht optimal begann. Dann aber sicherte sich das junge Team mit Selbstvertrauen und Kampfgeist die verdienten Auswärtspunkte.
Die Richtung stimmt
Ein besonderes Spiel war es insbesondere auch für James Norris, den fleissigsten Punktesammler. Vor seinem Wechsel ins Glarnerland spielte er drei Saisons in Genf. «Es hat Spass gemacht, gegen alte Freunde und ehemalige Mitspieler anzutreten. Aber am meisten freut es mich, dass wir gewonnen haben. Heute hat jeder für den anderen gekämpft. Wir sind ein junges Team und bewegen uns in die richtige Richtung. Vielleicht nicht so schnell, wie sich das alle wünschen; aber wir haben heute Fortschritte gezeigt.»
Auch Coach Verdi appelliert an die Geduld: «Wir sind noch nicht so weit, Gegner während drei Sätzen zu dominieren. Wir sind ein junges Team und müssen lernen, mit Druck und Verantwortung umzugehen. Sobald der Gegner besser spielt und wir keine Lösungen finden, sinkt das Selbstvertrauen. Daran arbeiten wir.»
Für genau dieses Selbstvertrauen war das Spiel in Genf sicherlich ein wertvoller Schritt. Axpo Volley Näfels hat sich diesen Sieg hart erkämpft und ist mit zwei Punkten belohnt worden.
Europacup-Abenteuer am Dienstag
Am Dienstag startet Axpo Volley Näfels um 19.30 Uhr in der Lintharena sein diesjähriges Europacup-Abenteuer. Der Gegner im «CEV Challenge Cup» heisst Bigbank Tartu und gehört mit 6 Meistertiteln, 6 Cupsiegen und 6 Siegen in der «Baltic League» zu den erfolgreichsten Clubs in Estland. Im vergangenen Sommer hat der Verein mit seinem Namenssponsor einen rekordverdächtigen Vierjahresvertrag über eine Million Euro abgeschlossen.
Die Favoritenrolle dürfte damit geklärt sein. Coach Verdi sieht darin auch Positives: «Es wird schwierig; aber wir haben keinerlei Druck und wenn wir unsere eigenen Regeln befolgen, können wir ein gutes Spiel zeigen.»