Mittwoch, 1. Juli 2015; 08:20
NLA

Zwei Glarner reisen mit der Nationalmannschaft zur Universiade

Von: Köbi Hefti

Am vergangenen Samstag flogen Marco Gygli und Samuel Ehrat mit der Schweizer Volleyball Nationalmannschaft nach Südkorea, wo die Universiade stattfindet. Die Freude und die Erwartungen auf diesen Grossanlass sind bei den beiden gross.

Kurz vor der Abreise zum zweitgrössten polysportiven Sportanlass neben den Olympischen Spielen, traf sich die Südostschweiz mit den beiden Näfelser Marco Gygli und Samuel Ehrat zum Gespräch. Obwohl es für Samuel Ehrat nach Kasan 2013 die zweite Teilnahme an einer Universiade ist, die Vorfreude ist bei ihm genau so gross wie beim Debutanten und Captain der Nati, Marco Gygli. Während Samuel Ehrat bereits seit April weiss, dass er zum Team gehört, erfuhr Marco Gygli erst  Mitte Mai, dass auch er erstmals an der Universiade teilnehmen kann, nachdem er vor vier Jahren trotz Aufgebot aus beruflichen Gründen absagen musste. Die beiden Studenten – an der Universiade sind nur Sportler startberechtigt, die ein Studium absolvieren – hofften seit Jahresbeginn, dass sie sich qualifizieren würden und gestalteten deshalb ihren Plan mit Prüfungen und Ferien entsprechend ein. Neben Ehrat und Gygli ist mit Libero Manuel Sutter noch ein dritter Spieler von Biogas Volley Näfels Mitglied der Nationalmannschaft.

Hoher Stellenwert - ambitionierte Ziele
Viele Hallenvolleyballer nutzen den Sommer um Beachvolleyball zu spielen, nicht so Ehrat und Gygli. Sie bevorzugen die Halle und schätzen es, wenn es richtig warm ist um zu trainieren und zu spielen. „So schwitzt man richtig und weiss, dass man etwas getan hat“, sagen sie einstimmig. Dies im Gegensatz zu Manuel Sutter, der erklärte, dass es für ihn sehr speziell sei zu dieser Jahreszeit in der Halle statt im Sand Volleyball zu spielen. Auf die Frage, ob mit der Teilnahme an der Universiade nun alles wie gewünscht verlaufen sei, erwidert Marco Gygli: „Eigentlich schon, aber es kommt dann schon noch sehr drauf an, wie gut und erfolgreich wir spielen werden, um am Ende ein positives Fazit ziehen zu können.“ Damit ist auch gesagt, dass das Nationalteam von Dario Betello dieses Turnier ernst nimmt, Erfolg haben will. Man hoffe, dass man trotz der starken Gegner den zweiten Gruppenrang hinter dem grossen Favoriten Russland erreiche aber vor Thailand, Iran und Kanada und so in die KO-Phase einziehe, erklärte Captain Gygli die sportlichen Ambitionen. Gygli weiter: „Für uns hat dieses Turnier einen hohen Stellenwert, obwohl eine EM- oder WM-Qualifikation sportlich bedeutender ist. Aber dieses Turnier ist eine gute Chance um gegen starke Gegner Erfahrungen zu sammeln. Solche Turniere sind wichtig, damit sich das Nationalteam entwickeln kann.“

Die grosse Unbekannte
Es ist aber sehr schwierig abzuschätzen, wie stark die Gegner wirklich sein werden. Man weiss nicht, mit welchen Spielern die einzelnen Nationen antreten werden, ob dies A-Teams sind. Samuel Ehrat erlebte beispielweise vor zwei Jahren Thailand als enorm starkes Team und sagte: „Die haben unglaublich schnell gespielt. Da waren immer drei oder vier Angreifer in der Luft, um den Ball zu schlagen. Wir hatten gegen sie keine Chance.“ Es wird aber erwartet, dass bei den diesjährigen Weltsportspielen der Studenten viele Teams nicht mit den NationaIteams antreten, da gleichzeitig die World- und European League läuft.

Hoffen auf die Eröffnungsfeier
Doch neben den sportlichen Seite ist diese Universiade auch ein Event, ein sehr grosser Event mit 20‘000 Athleten aus 170 Ländern, die zusammen im Athletendorf wohnen. 21 verschiedene Sportarten, davon viele Ballsportarten, stehen in der Südkoreamischen Stadt Gwangju zwischen dem 3. Und 14. Juli auf dem Programm. Samuel Ehrat erklärt, weshalb er sich ausserordentlich freut: „Es ist ein sehr spezieller Anlass, besonders mit so vielen anderen Teilnehmern im Athletendorf zusammen zu sein. So etwas gibt es im Volleyball sonst nur bei den olympischen Spielen. Dazu ist das Niveau sehr hoch und es ist toll, gegen solche Teams zu spielen.“ Speziell freut er sich auf die Begegnungen auf dem sich bildenden Market-Place gegen Ende des Anlasses, wo alle mit allen ihre Kleider tauschen. Auch Marco Gygli erzählt, dass die Teilnahme an der Universiade sehr speziell und ein grosser Event sei und er sich sehr freue aufs Mitmachen und das Spiel gegen andere Teams und andere Kulturen und dies alles an einem Ort.

Die Volleyballer sind die ersten, die nach Südkorea reisen, beginnt doch das Turnier bereits vor der Eröffnung und dauert elf Tage. Das Team bleibt bis zum Ende der Universiade in Gwangju und will die Zeit nach Abschluss ihres Einsatzes nutzen um andere Sportarten zu sehen und Mannschaften zu unterstützen, aber auch um das Fest zu geniessen. Doch vorerst hoffen sie auf einen guten Start gegen Thailand und Russland und darauf, dass sie an der eindrücklichen Eröffnungsfeier teilnehmen dürfen.