Zurück auf dem Thron - Achter Meistertitel und sechstes Double für Näfels
Die Näfelser Volleyballer sind nach einem Jahr Unterbruch zurück auf dem Thron. Die Glarner gewannen das fünfte Spiel im Playoff-Final gegen Amriswil souverän 3:0 und sicherten sich in der Best-of-7-Serie mit 4:1-Siegen den achten Meistertitel.
Nach nur 65 Spielminuten landete ein Block-Versuch Amriswils nach einem Angriff von Näfels' Andy Sutter im Aus. Das sechste Double für den nationalen Dominator der letzten Jahre war perfekt.
Waren die ersten vier Partien noch eine ausgeglichene Sache -- drei Spiele gingen über die volle Distanz -- besass Amriswil in der letzten Partie keine Chance mehr. Näfels demonstrierte seine Überlegenheit mit stabilen Services, soliden Annahmen und effizenten Angriffen. Die entscheidende Phase in diesem fünften Spiel war Ende des zweiten Satzes, als Näfels einen 20:22-Rückstand noch in ein 25:22 drehte. Andy Sutter, der einmal mehr eine starke Partie zeigte, beendete nicht nur den letzten, sondern zuvor auch den zweiten Durchgang (mit einem Ass).
Näfelser Konstanz
Der achte Näfelser Meistertitel in den letzten zehn Jahren ist kein Produkt des Zufalls, sondern der Lohn von kontinuierlicher Arbeit. Wenn keiner der NLA-Klubs ein ausnahmsweise übermächtiges Kader (wie letztes Jahr Chênois) aufgestellt hatte, führte der Meistertitel zuletzt immer über Näfels. Seit 1994 und der ersten Playoff-Finalteilnahme gehörten die Südostschweizer stets zur nationalen Spitze. Nur gerade letztes Jahr standen sie in dieser Zeit nicht im Playoff-Final.
Näfels, das bereits als Favorit in die Saison gestartet war, besass im Vergleich zu früheren Jahren keinen herausragenden (ausländischen) Einzelspieler und war sicher auch schon besser besetzt. "Unsere Stärke war diesmal die Ausgeglichenheit. Wenn einer einen schlechten Tag erwischte, sprang ein anderer für ihn ein", so der Näfelser Manager Ruedi Gygli. "Zudem hatten wir einen sehr guten Teamgeist und Glück mit Verletzungen", so der Baumeister des neuen Schweizer Meisters.
Mit Passeur und Spielgestalter Marco Bär (letztes Jahr noch bei Amriswil), Samuel Büschi und Andy Sutter gehörten auch drei Schweizer Internationale zur Stammformation der Glarner. Vor allem der 22-jährige Aussenangreifer Andy Sutter überraschte in dieser Spielzeit positiv. "Das Potenzial besass er schon länger, nun ist ihm der Knopf aufgegangen", bestätigte Ruedi Gygli.
Wenig deutet darauf hin, dass sich in den nächsten Jahren etwas an der Dominanz von Näfels im Schweizer Hallenvolleyball ändern wird. Im Gegenteil: Die Glarner überlegen sich gar einen Schritt vorwärts. Der Klub erhielt vom europäischen Verband CEV eine Anfrage, ob sie in der kommenden Saison grundsätzlich bereit wären, in der Champions League mitzuspielen. "Wir prüfen derzeit, ob dies möglich wäre", so Ruedi Gygli. Näfels käme zum Zug, wenn zwei gemäss dem Europacup-Ranking des CEV (die ersten 14 Nationen können mindestens ein Team stellen, die Schweiz ist 16.) teilnahmeberechtigte Teams verzichten würden. Allerdings wolle man finanziell kein Risiko eingehen, so Gygli. Allein die Einschreibegebühr beträgt 36 000 Euro (im Gegensatz zu 2000 bei den Frauen). Ein Problem ist zudem die Halle -- die Lintharena SGU genügt den Anforderungen nicht -- und die TV-Abdeckung.
Amriswil forderte Näfels
Amriswil schaffte den ersten Titel zwar auch im zweiten Playoff-Final seiner Vereinsgeschichte nicht, dennoch können die Thurgauer von einer gelungenen Saison sprechen. (Interims-)Trainer Jalal Baghdady holte zweifelos das Bestmögliche aus seinem Team heraus. Im Gegensatz zum letzten Jahr, als die Ostschweizer im Final gegen Chênois chanenlos geblieben waren, forderten sie dieses Mal ihrem Gegner das Letzte ab.



























































































