Dienstag, 12. Februar 2013; 07:24
NLA

Zlatko Pulko hat das Ziel Playoff-Final noch nicht abgeschrieben

Von: Köbi Hefti

Der sprunggewaltige Slowene Zlatko Pulko war nach der 1:3 Heimniederlage gegen Amriswil nicht zufrieden, sprach Klartext. Im Interview erzählt er über sein Leben und Volley Näfels. Er verrät auch, dass es toll wäre, hier mit einer Familie leben zu können.

 

KH: Sie sind mit dem heutigen Spiel nicht zufrieden, weshalb?

Zlatko Pulko: Wie kann man nach einem solchen Spiel zufrieden sein? Wir haben heute verloren, ohne dass wir Teamgeist bewiesen, dazu war unser Wille, dieses Spiel zu gewinnen viel kleiner als jener von Amriswil.

KH: Welche Ziele haben Sie mit Näfels noch in diesem Jahr?

Pulko: Ich will ins Finale. Im Training funktioniert alles sehr gut, aber im Spiel läuft es nicht. Ich weiss aber nicht, weshalb dies so ist. Wir werden jedoch alles unternehmen, um nochmals zurückzukommen.

KH: Ich möchte heute etwas mehr über den Menschen Zlatko Pulko erfahren. Meine erste Frage: Weshalb sprechen Sie so gut Deutsch?

Pulko: Als Kind habe ich viele deutsche Fernsehsendungen geschaut, aber auch in der Schule lernte ich Deutsch, obwohl ich dort oft nicht aufmerksam war und schlief.

KH: Sie spielen die zweite Saison in Näfels. Weshalb kamen Sie wieder zurück:

Pulko: Mir gefiel es letzte Saison gut hier. Aber ich wollte unbedingt in dieser Saison beweisen, dass ich noch besser sein kann. Aber es ist auch der Verein, der mir gefällt. Hier ist einfach alles gut. Zudem ist das Angebot in Europa wegen der finanziellen Schwierigkeiten vieler Clubs nicht mehr so gut wie auch schon.

KH: Näfels ist ein kleiner Dorfverein. Wie ist es Angestellter eines solchen Vereines zu sein.

Pulko: Mein Heimatdorf ist auch ein kleines Dorf, so ist das für mich nichts Aussergewöhnliches. Klar, manchmal wäre es schön, in einem grösseren Ort zu sein, da könnte man mehr unternehmen. Aber hier ist es auch gut. Als professioneller Sportler habe ich so mehr Zeit um mich auszuruhen, das ist perfekt.

KH: Könnten Sie sich vorstellen, weiter in Näfels zu bleiben und eine feste Grösse, ein Leistungsträger von Volley Näfels zu werden?

Pulko: Zuerst muss ich noch beweisen ein grosser Spieler zu sein. Aber es ist schon sehr schön hier, es ist gut zum Leben. Noch weiss ich nicht wie es weitergeht. Dies werde ich erst nach der Saison genauer überlegen.

KH: Wie lebt es sich in Näfels?

Pulko: Es ist sehr klein hier, es ist Natur pur. Mir gefällt das ausgezeichnet. Ich möchte in zwei drei Jahren eine Familie gründen. Hier mit einer Familie zu leben wäre schon sehr gut.

KH: Sie sagten, dass Ihnen die Berge gefallen. Fahren Sie auch Ski?

Pulko: Nein ich fahre nicht Ski. Derzeit ist das Tal mit dem vielen Schnee aber wunderschön, ein bisschen wie Heidiland.

KH: Was gefällt Ihnen hier am besten?

Pulko: Die Leute sind sehr freundlich, ähnlich wie in Slowenien, oft sogar noch netter. Wenn man hier Leute etwas fragt, so helfen diese, machen alles für einen. Slowenien und die Schweiz sind kleine Länder, die vergleichbar sind. Einzig die Preise – auch für die Lebensmittel - sind hier viel höher als bei uns.

KH: Was machen Sie, wenn sie nicht gerade trainieren?

Pulko: Dann schaue ich Fernsehen, sehe mir einen Dokumentarfilm an, lese sonst etwas im Internet oder auch einmal ein Buch. Oft spreche ich dann auch mit meiner Familie daheim oder gehe mit den Teamkollegen auf einen Drink.

KH: Welches sind Ihre Stärken?

Pulko: Meine Teamkameraden sagen, dass ich immer eine gute Laune habe. Und dann kann ich noch sehr hoch springen.

KH: Spüren Sie, dass Sie mit Ihrer gewaltigen Sprungkraft die Zuschauer immer wieder zum Staunen bringen?

Pulko: Nein, eigentlich nicht. Das sollte für mich ganz normal sein. Ich müsste diesen Vorteil, den ich durch meine Sprungkraft habe, aber noch viel besser ausnützen können. 

Südostschweiz: Haben Sie auch Schwächen?

Pulko: Ja, manchmal bin ich etwas zu schnell irritiert, besonders wenn jemand etwas sagt, das nicht stimmt. Dann bekomme ich schon mal einen roten Kopf.

Südostschweiz: Kommen wir zurück zum Volleyball. Was denken Sie über den Volleyballsport  in der Schweiz?

Pulko: Als ich 2011 hierher kam wusste ich nicht viel. Ich stelle aber fest, dass das Niveau dieses Jahr besser geworden ist. Wenn alle anderen Länder weiterhin finanzielle Probleme haben, dann ist das gut für das Volleyball in der Schweiz, weil dann immer mehr gut Spieler hierher kommen. Nur die Hallen hier in der Schweiz müssten viel höher sein, denn für die Abwehr sind diese tiefen Hallen unmöglich.

 

Südostschweiz: Vielen Dank für dieses Gespräch und alles Gute.