«Wir wollen auf den Thron zurück»
Nach kleinen Rückschlägen in der letzten Saison will Näfels' Trainer Serramalera heuer auf den Schweizer Volleyball-Thron zurückkehren. Der Cupsieg war ein erster Schritt, der ultimative soll nun im Playoff-Final gegen Amriswil folgen.
Als Seat Volley Näfels vor Jahresfrist in den Playoff-Halbfinals mit 2:3-Siegen an Amriswil scheiterte, stellte dies ein Tiefpunkt in der Amtszeit von Trainer Juan-Manuel Serramalera dar, zumal Näfels auch im Schweizer Cup nicht reüssieren konnte und der Verein damit erstmals unter Serramalera ohne Titel blieb. Gleichzeitig stellte die vergangene Saison eine Erschütterung der Hierarchie im Schweizer Volleyball dar, nachdem Näfels sowohl 2003/04 als auch 2004/05 sämtliche Schweizer Wettbewerbe (Meisterschaft, Cup und Supercup) gewonnen hatte.
Vielleicht waren es allerdings genau diese empfindlichen Niederlagen, die Näfels letztlich wieder zu alter Stärke zurückfinden liessen. Im vergangenen Sommer wurde die Mannschaft komplett umgestellt und nach der Erfrischungskur präsentierte sie sich ausgeglichen wie nie zuvor.
Ein positive Veränderung erlebte das Team auch bezüglich Trainingsbetrieb, der deutlich intensiviert werden konnte. Dank vier Vollzeit- (Obeid, Tonga, Rafa und Osias) sowie mindestens drei Dreiviertelzeit-Volleyballern (Bär, Büschi und Andy Sutter) konnte Profi-Trainer Juan-Manuel Serramalera bis zu zweimal täglich mit dem Kern der Mannschaft arbeiten. Dies war ein Novum im Schweizer Volleyball und sollte sich, je länger die Saison dauert, je mehr auszahlen.
Team hat sich entwickelt
«Unser Niveau im Training ist permanent hoch. Damit hatte ich eine perfekte Grundlage, um die Spieler und das Team weiterzuentwickeln», sah Serramalera seine Arbeit heuer wesentlich erleichtert. Die neue Näfelser Mannschaft startete im August beim Supercup, den sie klar für sich entscheiden konnte, bereits auf hohem Niveau in die neue Saison. Jetzt, rund fünf Monate später, ist ihr Spiel allerdings auf einem deutlich höheren Level. «Wir hatten natürlich auch kleine Durchhänger. In den entscheidenden Spielen und Spielszenen konnten wir aber immer unser bestes Volleyball auspacken und gewinnen», pries Serramalera die Früchte der intensiven Arbeit.
Weil andere Mannschaften, allen voran das entthronte Chênois, eine ähnliche Weiterentwicklung vermissen liessen, zeigte sich Serramalera denn auch nicht erstaunt, dass Näfels im Playoff-Final auf Amriswil trifft. «Chênois fehlte die Substanz und der Teamgeist. Es war nur eine Frage der Zeit, bis diese tickende Zeitbombe explodierte. Vielmehr als Chênois frühes Playoff-Out überraschte mich daher seine starke Qualifikation. Und Lausanne war zu sehr von einem Spieler abhängig, als dass es gegen uns hätte reüssieren können», begründet der Argentinier seine Einschätzung.
«Näfels ist im Vorteil»
Dem heutigen Final-Gegner Amriswil zollt Serramalera hingegen Respekt. Er gehe davon aus, dass es eine harte Serie werde, geprägt von Emotionen, Ausgeglichenheit und hohem Niveau. «Amriswil hat ein wirklich starkes Team, das sich seit dem Trainerwechsel von Tony Westman zu Jalal Baghdady Anfang Dezember gut entwickelt hat. Trotzdem sehe ich uns als Favoriten im Rennen um den Meisterpokal. Wir sind ausgeglichener besetzt und, ein viel entscheidender Punkt, wir sind uns den grossen Erfolgsdruck gewohnt», sieht Serramalera die Vorteile auf Näfelser Seite. Einen zusätzlichen Vorteil hätten die Glarner gehabt, wenn der Spielplan enger gesetzt gewesen wäre, sprich nicht nur samstags, sondern auch mittwochs gespielt worden wäre. «Dann wäre unser im Vergleich zur Konkurrenz deutlich höherer Trainingsrhythmus stärker zum Tragen gekommen.»
Unglücklicher Modus
Der aktuelle Modus gefällt Serramalera aus einem zweiten Grund nicht: der Reihenfolge der Heim- und Auswärtsspiele. So muss Näfels nach der Auftaktpartie zweimal im Thurgau antreten, ehe es für die Spiele vier und fünf wieder ins SGU zurückkehren darf. Danach ginge es erneut nach Amriswil, bevor ein allfälliges letztes Aufeinandertreffen im Glarnerland folgen würde. «Diese Reihenfolge setzt uns beim Auftakt in Näfels zusätzlich unter Zugzwang», so der 35-Jährige. Angst macht ihm dies jedoch keine. Denn einerseits habe Näfels diese Saison zu Hause noch nie verloren, und andererseits sei das Selbstbewusstsein nach dem Cupsieg riesig. «Die Zeit für die Rückeroberung des Schweizer Volleyball-Throns ist gekommen.»



























































































