«Wenn das Team nicht an erster Stelle steht, kann man nicht gewinnen»
Näfels Coach Ignacio Verdi blickt zufrieden auf die erste Hälfte der Qualifikation zurück.
Mit Ignacio Verdi sprach Köbi Hefti
Vor dem Start zur Rückrunde heute Samstag gegen Sursee, blickt Ignacio «Nacho» Verdi auf die erste Hälfte der Qualifikation zurück. Im Gespräch erklärt der Coach, dass das Team und die richtige Einstellung das Wichtigste sind. Der ehrgeizige Argentinier ist optimistisch und überzeugt, dass Volley Näfels noch stärker wird, wenn es seine Schwächen in den Griff bekommt.
Ignacio Verdi, wie gefällt es Ihnen in Näfels?
Näfels ist ein sehr schönes Dorf. Es ist viel ländlicher und grüner als Luzern, wo ich vorher gelebt habe. Es gefällt mir.
Und die Stelle bei Volley Näfels?
Sie ist fantastisch. Näfels ist ein toller Verein mit einer beeindruckenden Geschichte. Ich bin sehr froh, dass Näfels mir vertraut und mir die Möglichkeit gegeben hat, hier mein Bestes für das Team zu geben.
Näfels liegt nach der ersten Hälfte der Qualifikation auf dem dritten Platz. Was sagen Sie dazu?
Das ist zweifelsohne eine gute Nachricht, eine gute Position. Aber mein Ehrgeiz und mein Plan wollen, dass wir um den ersten oder zweiten Platz kämpfen.
Mit anderen Worten: Sie wollen am Ende der Qualifikation mindestens Dritter werden, glauben aber, dass Sie noch weiter nach vorne kommen können?
Ja, genau. Aber jetzt müssen wir wiederholen, was wir bisher gemacht haben und was ziemlich gut war. Wir wollen in der zweiten Saisonhälfte gegen Schönenwerd, Amriswil und Chênois punkten. Wir haben gegen diese Teams jeweils einen Satz gewonnen, was gut ist. Aber ich denke, wir können auch einen zweiten Satz gewinnen und haben auch im Tiebreak eine Chance.
Aber Amriswil und Schönenwerd wurden bisher von keiner anderen Mannschaft richtig gefordert.
Ja, diese beiden Teams sind eine Klasse höher als der Rest der Liga. Aber wir werden in der zweiten Saisonhälfte zu Hause gegen sie spielen.
Sie mussten in Näfels mit einem komplett neuen Team starten – nur Captain Risto Nikolov und Edelreservist Christian Bartholet waren schon dabei. Waren Sie überrascht, dass dieses Team von Anfang an so gut aufgetreten ist?
Pff… ich weiss nicht. Wenn man jeden Tag mit dem Team arbeitet, bekommt man eine andere Perspektive. Ich denke, wir haben wirklich ein gutes Team. Ein Team ist wie ein Auto. Jedes Teammitglied ist wie ein Bauteil eines Autos. Wenn ein Teil eines Autos nicht funktioniert, bewegt sich das Auto nicht. Das ist mit einem Team genauso, unabhängig davon, ob Stammspieler oder nicht. Wenn nicht alle an einem Strang ziehen und das Team nicht an erster Stelle steht, kann man nicht gewinnen.
Was gefällt Ihnen an der Mannschaft am besten?
Die Durchmischung von Alter und Erfahrung und der Teamgeist. Die Spieler sind eine Truppe mit einer guten Stimmung. Auf dem Platz wollen wir die beste Leistung bringen und unsere Mentalität unter Beweis stellen.
Welches war der Höhepunkt der bisherigen Saison in der Qualifikation?
Das Heimspiel gegen Lausanne, als unser Topscorer Mathias Corzo verletzt ausfiel und der junge Tom Schwitter von einer Minute zur anderen einspringen musste. Das war nicht einfach, aber er machte seine Sache gut. Dies ist ein hervorragendes Beispiel von Teamwork, wie ich es vorher erklärte. Das Team half dem Youngster, seinen Job gut zu machen.
Sie haben gesagt, dass Services, die den Gegner unter Druck setzen, ein Schlüsselfaktor für das Spiel von Näfels sind. Wie zufrieden sind sie damit?
Wir versuchen nicht nur hart, sondern taktisch klug zu servieren, abhängig vom Gegner. Auch hier gilt: Unsere Services müssen so sein, dass sie dem Team helfen. Doch wir müssen weitere Fortschritte machen.
Näfels verteidigt viele Bälle, viel mehr als in den letzten Jahren. Weshalb ist das so?
Verteidigung ist zu achtzig Prozent eine Frage der Einstellung. Es gilt immer einen Weg zu finden, den Ball im Spiel zu halten und hochzuspielen - egal wie. Ich will, dass jedem Ball nachgegangen wird, die Spieler zu Boden gehen und dem Gegner zeigen, dass es nicht einfach ist zu punkten. Wenn trotz bestem Einsatz ein Ball verlorengeht, bin ich der erste, der den Einsatz beklatscht.
Was sagen Sie zu den Aussen- und Diagonalangreifern? Diese sorgen für die meisten Punkte, spielen clever, nutzen den gegnerischen Block.
Ja, das ist so. Unser Spiel lebt mehr von den Aussenangreifern und dem Diagonalangreifer. Dies zeigt aber auch eine unserer Schwächen.
Sie reden von Mitte und Pipe, welche bisher für wenig Punkte sorgen, nicht wahr?
Genau. Noch haben wir die Lösung nicht gefunden. Gründe für dieses Manko ist eine Mischung verschiedener Aspekte, wie Annahmen und fehlende Abstimmung zwischen Zuspieler rund Angreifer. Wir müssen für die Mitte eine Angriffsvariante finden, die funktioniert und der hundertprozentig vertraut werden kann. Doch diesen Sicherheitsball haben wir noch nicht gefunden. Dies ist eine unserer wichtigsten Baustellen.
Näfels hat Sie als Ausbildungstrainer vorgestellt. Sie haben fast in jedem Spiel alle Spieler eingesetzt, weshalb?
Ich setze diese Spieler ein, weil ich in diesem Moment finde, dass es die beste Lösung ist, sei es für einen oder zwei Punkte oder mehr, wie bei Tom Schwitter, als er den verletzten Corzo ersetzen musste. Darüber spreche ich offen mit dem Team. Ich wechsle diese Spieler nicht, um als netter Coach dazustehen, sondern aus Überzeugung.
Welches ist ihr grösster Wunsch für den Rest der Saison?
Ich bin ehrgeizig. Wenn es uns gelingt Lösungen für die vorhandenen Mängel zu finden, können wir - davon bin ich überzeugt - in den Finals spielen. Wir haben grosses Potenzial und sind ein gutes Team, müssen aber sehr viel arbeiten, es erträgt in keiner Beziehung ein Nachlassen. Wir haben die Chance auf eine gute Saison. Ob dies gelingt, hängt allein von uns ab. Die Lösung heisst: Hart arbeiten, so hart wie nur möglich, um für unsere Ziele kämpfen zu können.
Volley Näfels – VBC Sursee, Lintharena SGU, Samstag, 23. November 2024, 17:00 h

Ignacio «Nacho» Verdi gefällt Näfels und seine neue Arbeitsstätte

«Ich bin ehrgeizig – wir können Finale erreichen»

«Das Team ist das Wichtigste»

In der Verteidigung ist die richtige Einstellung für Verdi das A und O

Timeouts mit Verdi – eine engagierte Sache

Verdi applaudiert auch, wenn trotz letztem Einsatz der Punktgewinn ausbleibt.

Feuriger Argentinier

Verdi und sein Team: Das passt


























































































