Sonntag, 25. November 2007; 23:28
Allgemein

Welche Folgen hat die erneute Niederlage von Näfels?

Von: Köbi Hefti

Schweizer Meister SEAT Volley Näfels steckt in der Krise. Aus den letzten fünf Spielen resultierten vier Niederlagen und nur ein Sieg gegen den Aufsteiger. Das ist zu wenig für ein Team, das den Titel verteidigen will. Es besteht Handlungsbedarf.

 

 

Näfels trat im Tessin gegen Pallavolo Lugano nicht als der grosse Favorit an. Trotzdem war das Ziel klar: Ein Sieg musste her. Am Ende folgte die grosse Ernüchterung nach der 2:3 Niederlage (25:20, 23:25, 24:26, 25:15; 12:15). Wie  schon gegen Aufsteiger Martigny zeigte Näfels bei den Dragons Schwächen. Immer wieder machten sie Fehler in entscheidenden Momenten.

 

Planmässiger Beginn

 

Lediglich im ersten Satz spielten und kombinierten Bolles Spieler so, wie es der Trainer mit seiner Taktik vorgab. So war auch Teammanager Ruedi Gygli nach dem ersten Satz noch sehr zufrieden: "Es war ein unterhaltsames Spiel mit vielen Auf und Ab auf beiden Seiten. Nach dem ersten Satz rechnete ich damit, das das Team die Vorgabe umsetzt und das Spiel nach dem Motto "eins – zwei – drei – fertig" zu 100 Prozent durchzieht. Ich habe nach dem ersten Satz nie daran gedacht, dass dieses Spiel verloren gehen könnte. Das Team spielte überzeugend." Auch Trainer Bolle stellte seinen Spielern im ersten Satz ein sehr gutes Zeugnis aus: "Es hat alles nach Fahrplan funktioniert. Die Taktik mit den Blocks, mit der Verteidigung und der Ballverteilung durch Passeur  Bedrac stimmte. Das ganze Team spielte sehr gut."

 

Unmissverständliche Worte des Trainers

 

Die grosse Wende kündigte sich im zweiten Satz nach der 10:7 Führung von Näfels an. Es war das alte Lied. Bolle beschreibt: "Es ist immer wieder dasselbe Szenario. Es sind Pässe, welche zu nahe am Netz oder zu weit aussen sind und die Angreifer vor grosse Probleme stellen und deshalb kaum zu Punkten führen können. Die Angriffe von Andy Sutter, Joelson und Vinicius sind dann erfolgreich, wenn sie die Bälle etwa einen halben Meter vom Netz entfernt schlagen können. So funktioniert unser Sideout. Kommt der Ball aber praktisch auf die Netzkante, dann sind sie chancenlos, besonders gegen einen guten Block, wie jener von Lugano. Es ist aber auch immer wieder Vinicius, der Fehler macht und seine Angriffe in den ungünstigsten Momenten ins Out schlägt."   

 

Passeur Bedrac erkennt auch noch ein anders Problem bei den Annahmen, auch wenn diese im Spiel gegen Lugano mehrheitlich in Ordnung waren. "Doch manchmal kommen die Bälle sehr tief und schnell zu mir. Dies erschwert das überraschende Spiel, weil in solchen Situationen die Mittelangreifer nicht eingesetzt werden können,  weil alles viel zu schnell geht", meint der von der herben Enttäuschung schwer gezeichnete Bedrac.

 

Personelle Konsequenzen

 

Trainer Bolle wird jene Spieler, die seine Erwartungen nicht erfüllen, heute Montag zu Gesprächen aufbieten Er erwartet von seinen Akteuren Leistung. "Wenn diese Spieler dies nicht umsetzen können, so werden sie dies zu spüren bekommen", kündigt er seine harte Linie an. 

 

"Die Folgen dieser Niederlage sind im Moment noch schwer abzuschätzen. Aber Näfels entfernt sich in der Tabelle immer mehr weg vom angestrebten Spitzenrang.

 

Wir müssen das Ziel revidieren und am Ende der Qualifikation für die Playoffs mindestens auf dem vierten Rang sein", analysiert Manager Gygli. Damit die angestrebten Titel in der Meisterschaft und im Cup aber weiterhin realistisch sind, muss sich im Team von SEAT Volley Näfels etwas ändern. In kritischen, heiklen Situationen ist das Team zu unsicher. Es mangelt an Selbstvertrauen, und mit jeder Niederlage wird diese Unsicherheit noch grösser. Denkt man deshalb auch an personelle Konsequenzen? Nochmals Ruedi Gygli: "Ich mache mir schon Gedanken, ob und welche Möglichkeiten vorhanden sind um zu reagieren und zu handeln. Es ist aber wahrscheinlich, dass wir etwas unternehmen. Was konkret dies sein wird, kann ich heute noch nicht sagen."

 

 

Matchtelegramm

 

Lugano, Palamondo, 24.11.2007, 18:00

Spieldauer  118 Minuten

Zuschauer: 100

1.SR: Christoffel Patrick

2.SR: Flückiger Adrian

 

Pallavolo Lugano  - SEAT Volley Näfels 3:2 (20:25, 23:23, 26:24, 15:25, 15:12)

 

Pallavolo Lugano: Ruan (Passeur), De Tommasi (Libero), Caio (Captain), Decio,  Hubner, Tommaso, Caralão, Maino, José, Trainer: Dario Betello

 

SEAT Volley Näfels: Bedrac (Passeur), Andy Sutter (Captain), Werner (Libero), Büschi, Joelson, Vinicius, André Miller, Roman Sutter, Gygli, Christoph Suter, Trainer: Michel Bolle