Volleyball-Klubs dürfen weiter auf Ausland-Profis setzen
Aufatmen in der Volleyball- Szene: Der Internationale Verband (FIVB) krebst nach grossem Widerstand mit der geplanten Ausländerregelung zurück. Zumindest in den kommenden zwei Saisons ändert sich nichts.
In den Saisons 2008/2009 und 2009/2010 dürfen in den Meisterschaften und im Europacup weiterhin eine unbeschränkte Anzahl Ausländerinnen und Ausländer eingesetzt werden. Diese Nachricht wird auch die Schweizer Spitzenteams freuen. Voléro Zürich darf mit seinem Starensemble auch nächste Saison in der Champions League antreten.
Der europäische Verband (CEV) setzte sich bei Ruben Acosta, dem umstrittenen Präsidenten der FIVB, mit seinen Forderungen nach Aufschiebung der neuen Regeln zumindest vorerst durch.
Mit EU-Recht kaum vereinbar
Die FIVB plant nun erst auf die Saison 2010/2011 die Ausländerzahlen in weltweit allen Ligen und Wettbewerben zu senken. Neu dürften ab diesem Zeitpunkt nur noch drei Spieler mit ausländischer Staatsangehörigkeit eingesetzt werden. In ihren ursprünglichen Plänen hatte die FIVB gar eine Reduzierung auf nur noch zwei Ausländer vorgesehen.
Wegen der rechtlich ungelösten Situation (EU-Recht mit freier Arbeitsplatzwahl, langfristige Spielerverträge) ist es jedoch fraglich, ob die geplanten Einschränkungen zumindest in Europa je eingeführt werden können.
In der Schweizer Meisterschaft gilt ab der kommenden Saison unabhängig davon ein Gentlemen-Agreement, wonach mindestens ein Schweizer Spieler pro Team eingesetzt werden muss. Im Herbst soll dann gemäss Swiss-Volley-Direktor Roger Schnegg über die Fortsetzung dieser Regel diskutiert werden. Vorgesehen ist eine schrittweise Erhöhung der Schweizer in der NLA.
Näfels-Präsident Görauch froh
Erleichtert zeigte sich gestern Klaus Görauch, Präsident des Glarner Spitzenvereins Seat Volley Näfels, als er durch die «Südostschweiz» von der Aufschiebung der Ausländerbeschränkung erfuhr: «Dies ist eine sehr gute Nachricht sowohl für unseren Verein, für das Schweizer Volleyball als auch für den Volleyballsport insgesamt.»
In Näfels hatte man insgeheim aber schon mit einem solchen Aufschub gerechnet. Eine zu gewichtige Rolle würden da die europäischen Ligen spielen, als der Weltverband einfach gegen ihren Willen handeln könnte. «Das Ganze war ein Schnellschluss. Kurzfristig hätte es bei vielen Klubs enorme Probleme, vor allem finanzieller Natur, gegeben – auch bei uns, obwohl wir keine weiterlaufenden Verträge mit ausländischen Spielern haben.»
Jetzt Nägel mit Köpfen machen
Konkret bedeutet die Regelaufschiebung für die Näfelser, dass sie sich ab sofort ans Unterzeichnen von Spielerverträgen machen können. Kontakte zu neuen ausländischen Spielern seien bereits geknüpft, festgeschrieben sei aber auf Grund der unsicheren Lage bisher aber noch nichts worden.


























































































