Volley Näfels will Sieg auf der Insel
Volley Näfels hat noch eine Chance. Nach der Niederlage in Spiel eins können die Näfelser Volleyballer trotzdem noch die nächste Runde im European Challenge Cup erreichen. Dazu müssten aber alle Spieler eine Topleistung abrufen können.
Ende Oktober die warme Sonne geniessen und ein paar Tage ausspannen, wer mag das nicht? Spieler und Mannschaftsführung von Volley Näfels ist mit dem Abstecher nach Griechenland eben dieses Glück beschieden. Aber halt, für die Mannschaft unter Trainer Polak ist dieser Trip nach Syros bei weitem kein Reisli nur zum Vergnügen. Doch natürlich können auch die Spieler das eine tun und das andere nicht lassen. Zur Teambildung ist so ein Abenteuer auf jeden Fall gut, zumal an einem derart schönen Ort, wie die kleine Insel Syros in der Ägäis. Und spielerisch profitieren alle natürlich ebenfalls, wie man beim Spiel vom Freitag Abend sehen konnte.
Griechenland spielt besser Volleyball
Es ist Tradition, dass die Liga in Griechenland das bessere Niveau aufweist als die NLA in der Schweiz. Nur fehlt zur Zeit in Griechenland das Geld an allen Ecken und Enden und dies hat natürlich auch seine Auswirkungen auf die Profi-Klubs im Volleyball. Diese Situation lässt den Niveauunterschied vielleicht etwas kleiner werden. Und in der Tat war der Unterschied zwischen Fionikas Syros und Volley Näfels bei weitem nicht so gross, wie noch vor einigen Jahren, als die Näfelser Volleyballer Olympiakos Piräus in der Lintharena empfingen. Damals konnte kein einziger Satz gewonnen werden.
Ein bisschen Zahlen zu Spiel 1
In Spiel eins waren die Glarner lediglich in Satz eins chancenlos. Steigerten sich aber im Verlauf des Spiels gewaltig, verloren Satz zwei nur ganz knapp und konnten den dritten Satz gewinnen. Zum Schluss fehlte wohl etwas die Kraft und ganz sicher auch die Alternative auf der Annahmeposition durch das verletzungsbedingte Fehlen von Nico Beeler. Coach Pedro Carolino war nicht zu beneiden. Er musste zusehen wie Zlatko Pulko nur halb so viele perfekte Annahmen spielte wie sein Mitspieler Kankaanpää und auch im Angriff anstelle von 14 des Finnen nur deren 7 Punkte buchen konnte. Bei 63 Annahmen gelang den Griechen 34 Mal der direkte Punkt mit dem ersten Angriff, während bei Volley Näfels bei 75 Annahmen nur 32 Sideouts gelangen. Dies spricht einerseits für die effizienten Services des Gastgebers und drückt andererseits die Schwächen in Näfels Annahme aus. Leider erwischte auch Ugi Ilic im Diagonalangriff einen rabenschwarzen Tag. Von ihm hat man schon sehr gute Leistungen gesehen, diesmal aber nicht. Altmeister Polak, wen wunderts, zeigte jedoch überhaupt keinen Respekt und spielte eine sehr gute Partie. Blockpunkte gelangen Volley Näfels ebenfalls erst in den beiden letzten Sätzen, wogegen die Griechen in der ersten Hälfte des Spiels sieben Killerblocks setzen konnte. Bester Scorer war beim Gastgeber der Deutsche Matthias Böhme und bei Näfels einmal mehr der Finne Toni Kankaanpää. Man sieht bei ihm immer mehr, wieviel Erfahrung er auf höherem Niveau mitbringt und dank seiner coolen Art er sein ganzes Können auch fast immer umsetzen kann, wenn es wirklich zählt. Ugi Ilic hat bestimmt auch ein riesiges Potenzial, muss aber noch lernen, seine Energie in wichtigen Spielen zu kanalisieren und im richtigen Moment einzusetzen. Im Bezug auf die Meisterschaft hat er ja noch ein paar Wochen Zeit, nicht aber im Challenge Cup.
Cool bleiben ist die Losung
Schon heute Sonntag folgt Spiel zwei und da muss ihm eine Toppartie gelingen und nicht nur ihm, auch den drei Mittelblockern Büsser, Ilic und Ehrat. Sie alle können es besser als im ersten Spiel gezeigt. Und Grund zur Nervosität hat nun auch keiner mehr. Die Halle ist jetzt bekannt, der Lärmpegel auch und des Gegners Spielsystem mittlerweile ebenfalls gut analysiert. So kann man hoffen, dass nun alle wirklich in diesem Spiel zwei angekommen sind und eine klare Leistungssteigerung abrufen können. Dann liegt ein Sieg drin mit welchem Resultat auch immer und damit der Zugang zum Golden Set mit intakten Siegchancen. Andernfalls müsste man sagen, dass zwar das Reisli nach Griechenland allen Spass gemacht hat, das sportliche Ziel aber klar verfehlt wurde. Und dann hätten nur gerade die acht mitgereisten Näfelser Fans den Europäischen Einsatz 2012 ihrer Lieblinge live gesehen, weil es dann kein nächstes Spiel in der Lintharena geben wird.


























































































