Dienstag, 3. April 2018; 07:28
NLA

Volley Näfels‘ Verunsicherung endet mit einer Klatsche

Von: Köbi Hefti

Der Mobiliar Volley Cupfinal bei den Männern vom Ostersamstag im Freiburg war eine einseitige Angelegenheit. Näfels unterlag Amriswil ohne Satzgewinn 0:3 (20:25, 16:25, 22:25).


Der Cupfinal zwischen Biogas Volley Näfels und Volley Amriswil kündigte sich als spannende Affiche an. Daraus wurde nichts. Die Thurgauer waren das klar bessere Team. Näfels fand seinen Rhythmus nie, spielte im Angriff wirkungslos und fehlerhaft. In allen drei Sätzen setzte sich Amriswil jeweils schon vor Spielhälfte entscheidend ab. Volley Amriswil agierte mit viel Kampfgeist und Feuer. Entsprechend stand sein 3:0 Sieg in der gut gefüllten Halle in Fribourg nach nur 78 Minuten nie in Gefahr.

Miserable Angreifer
Manuel Sutter, der sich vor dem Cupfinal zuversichtlich äusserte, war nach dieser eindeutigen Abfuhr ratlos: „Ich weiss nicht, was ich dazu sagen soll, mir fehlen die Worte. Vor dem Match glaubte ich an unseren Fighting Spirit. Doch dann verlieren wir als Team die Nerven, geraten völlig von der Rolle.“ Captain Samuel Ehrat wirkte traurig und niedergeschlagen. Auf die Frage, wie er sich fühle, antwortete er: „Miserabel, die Enttäuschung ist riesig“. Das klare Verdikt von 0:3 und die Art und Weise der Niederlage machten ihm zu schaffen. Er erklärte: „Ich stieg in dieses Spiel mit der Überzeugung, dass wir diesen Final gewinnen werden. Dann wurden wir aber richtiggehend abserviert und traten als Team schlecht auf. Dies schmerzt doppelt.“ Obwohl er die Teamleistung kritisierte, sah Näfels Best Player Ehrat auch positive Punkte. Er lobte Zuspieler Matyáš Demar für sein gutes Spiel und dafür, dass dieser Stimmung gemacht hätte wie auch die beiden jungen Kai Aebli und Nico Süess. Nicht zufrieden war er mit der Annahme und dem fehlenden Druck beim Sprungservice. Dazu vermisste er die Überzeugung der Angreifer. „Wenn man, wie im zweiten Satz, acht Punkte hintereinander mehrheitlich durch eigene Angriffsfehler abgibt, kann man ein Spiel nicht gewinnen“, so Ehrats tristes Fazit. Mit Erfolgsquoten von 10% bei Fořt, 36% bei Formela, 43% bei Martinez und immerhin respektablen 50% bei Radomski war gegen dieses Amriswil kein Blumentopf zu gewinnen. Das war viel zu wenig oder wie es Ruedi Gygli sagt: „Miserabel.“ Zum Vergleich: Amriswils Best Player Jakovlejevic erreichte einen Wert von 65%

Goldmedaille für die Fans
Ruedi Gygli ortete den Grund der Niederlage anderswo: „Es ist die Unsicherheit, die wir seit zwei Wochen verspüren. Das beginnt beim Coach, der kurz vor Spielbeginn noch nicht wusste, wer spielen wird. Diese Unsicherheit überträgt sich auch auf das Team.“ Dalibor Polak bestätigte, dass er beim Zusammenstellen der Start-Sechs haderte, seine Begründung überraschte jedoch: „Ja, ich hatte heute Mühe um zu entscheiden, mit wem ich ins Spiel gehen werde. Der Grund waren die guten Leistungen aller Spieler im Training. Das Zusammenspiel von Passeur Demar mit Formela und Radomski klappte dabei sehr gut.“ Dazu ergänzte der Trainer, dass das Training von viel Energie geprägt gewesen sei. Davon war am Finaltag aber wenig, zeitweise gar nichts zu spüren. Dies ganz im Gegensatz zu den zahlreichen Fans. Diese standen wie eine Wand hinter ihrem Team, sorgten für Stimmung und feuerten die Spieler vom ersten bis zum letzten Ball ohne Unterbruch an. Schade, dass die Näfelser Akteure dieses Feuer nicht aufnahmen.


Amateurhafte Profis
Der Teammanager war nach dem verlorenen Kampf bei der Mannschaft in der Kabine und erklärte seinen Spielern, dass bereits am Mittwoch das nächste Spiel im Play-off gegen denselben Gegner folgen werde. Das sei ein neues Spiel, das sie gewinnen könnten, aber nicht mit einer Leistung wie heute. Die Kritik an seine Angestellten lautete: „Ihr habt heute gespielt wie Amateure, doch die meisten von euch sind Profis. Das kann ich nicht akzeptieren.“


Mobiliar Volley Cupfinal, 31. Marz 2018

Biogas Volley Näfels – Volley Amriswil: 0:3 (20:25, 16:25, 22:25)

St. Leonhard-Halle Fribourg. – 2750 Zuschauer. – Spieldauer: 78 Minuten.

SR: Wolf, Kälin



Biogas Volley Näfels:
Startformation: Demar (Passeur), Ehrat (Captain), Sutter (Libero), Formela, Radomski, Roos, Brändli
Einwechslungen:  Walzer, Aebli, Süess, Fořt, Martinez

Headcoach: Dalibor Polak
Assistant Coach: Mani Müller


Volley Amriswil:
Startformation: Howatson (Passeur), Ljubicic (Captain), Daniel (Libero), Steigmeier, Mote, Jakovlejevic, Djokic
Einwechslungen: Baghdady

Headcoach: Ratko Pavlicevic



 

Mangelhafte Durchsetzungskraft: Die Angreifer auf Aussen hatten grösste Mühe um zu punkten

Ein Spiel zum Vergessen: Von Beginn an lief das Spiel gegen Näfels

Wie Amateure: Näfels versagte als Team, trat nicht auf wie eine Profimannschaft auf

Pfeilschnell: Die Mittelangriffe von Mote bekam Näfels Block nie unter Kontrolle

Typisch: Fabian Martinez ist hellwach, kommt an den Ball, doch am Ende gibt’s doch keinen Punkt für sein Team

Monsterblocks: 14 Punkte gingen in dieser Sparte auf Amriswils Konto, 8 allein durch Alex Ljubicic.

Ohne Worte…

Gold verloren: Diese Silbermedaille macht keine Freude

Gold verdient: Die Fans von Näfels waren unübertrefflich, sorgten für eine tolle Stimmung

Gold gewonnen: Amriswil bejubelt seine erfolgreiche Titelverteidigung