Volley Näfels verspielt eine 2:0 Führung und siegt am Ende doch noch
Das Spitzenspiel in Lausanne gegen LUC war für Näfels der erwartet harte Prüfstein. Nach einem tollen Auftakt und einer 2:0 Satzführung ging aber bei den Glarnern die Konzentration verloren. Erst im Tie-Break fand Volley Näfels zurück ins Spiel und gewann 3:2 (25:22, 25:15, 18:25, 23:25, 15:13).
Während der letzten Wochen passierte einiges bei Lausanne UC. Nach der Trennung von Trainer Martin Olafsen übernahm Frédéric Trouvé, assistiert von Michel Dufaux, das Ruder. Die beiden hatten bereits 2009 und 2010 erfolgreich in Lausanne gewirkt und zwei Cup-Siege in Folge geholt. Doch nicht allein dieser Wechsel auf der Bank sorgte für eine andere Ausgangslage. Im Vergleich zum Hinspiel Anfang Oktober standen LUC alle Spieler zur Verfügung, dazu konnten Sie mit dem Selbstvertrauen von zuletzt fünf Siegen in Serie auflaufen. Zu Spielbeginn war dieses Selbstvertrauen aber nicht spürbar. Bis zum ersten technischen Time-out (8:7 für Näfels) waren es auf beiden Seiten vorwiegend Fehler des Gegners, die zum Punktezuwachs führten.
Das beste Volleyball ausgepackt
Erst danach entwickelte sich nicht nur spannendes, sondern auch rassiges Spiel. Im Zentrum standen dabei die Diagonalspieler Polak und Vasic. Sie waren für die meisten Angriffspunkte verantwortlich, wobei Polak dieses Duell klar für sich entschied. Bis zum 22:22 lagen die beiden Teams meist nur einen Punkt auseinander. Dies deshalb, weil LUC-Libero Benoît unwahrscheinliche Bälle noch im Spiel behielt. Doch im entscheidenden Moment steigerte sich Näfels einmal mehr und holte mit zwei Killerblocks den ersten Satz mit 25:22.
Damit war bei Näfels der Knoten endgültig gelöst. Mit einem begeisterten Auftritt im zweiten Umgang spielte es LUC an die Wand. Die Glarner packten das beste Volleyball aus. Jetzt war es Näfels‘ Libero Werner, der alles holte, was es zu holen gab. Allein sein Auftritt war für die Fans die Reise nach Lausanne wert. Dazu punkteten neben Polak nun auch die Aussenangreifer Pulko und Kankaanpää in regelmässigen Abständen. Auch Ugliesa Ilic, der gegen Satzende für Polak zum Einsatz kam, konnte das hohe Niveau mitgehen. Der Satzgewinn mit 25:15 drückt die Überlegenheit der Glarner deutlich aus.
Lausanne UC im Aufwind
Der Start im dritten Satz brachte keine Fortsetzung dieser Überlegenheit. Unkonzentriert und fehlerhaft agierend machte sich die Polak-Truppe das Leben selber schwer. Zwar lag Volley Näfels bei Satzmitte 14:12 in Führung, aber danach riss der Faden. Die Glarner brachten bis Satzende gerade noch einen Angriff und einen Killerblock zustande. Es war erschreckend, was der eben noch so überzeugende Leader zeigte. Nichts klappte mehr. Die Annahmen waren so ungenau, dass kein vernünftiger Spielaufbau mehr möglich war. LUC gewann 25:18 und schnupperte Morgenluft. Denn auch im vierten Satz vermochte der Gastgeber das Spiel zu bestimmen und zog auf 10:5 weg. Erst nach der Einwechslung von Passeur Gygli kam mehr Schwung ins Spiel von Näfels. Da aber die Annhame immer noch wackelig war, fehlte der Spielfluss. Immer wieder rannte Näfels zwei bis drei Punkten hinterher. Bei 20:20 war LUC dank Kampfgeist und einigen sehenswerten Angriffen eingeholt. Aber nach einer neuerlichen Baisse mit Fehlern, Geschenken und Entscheiden zu Ungunsten von Näfels kam LUC zu vier Satzbällen. Den letzten nützte es zum 25:23 und glich damit in den Sätzen aus.
Ugliesa Ilic setzte Glanzlichter
Wieder einmal musste ein Tie-Break den Sieger bestimmen. Volley Näfels startete mit der gleichen Formation, welche zu Beginn des Spiels derart überzeugte, geriet aber gleichwohl nach drei Eigenfehlern mit 2:4 ins Hintertreffen. Nach einem herrlichen Dreierblock und einem Fehlangriff des Gegners hiess es 4:4. Wenig später entschieden sich Coach Müller und Trainer Polak zum bekannten Doppelwechsel. Gygli und Ugi Ilic sollten es richten - und sie taten dies. Allen voran Diagonalspieler Ilic überzeugte. Er agierte mit viel Selbstvertrauen, servierte ausgezeichnet und reihte Punkt an Punkt. Dafür gab es sogar ein dickes Lob von Teammanager Gygli. Beim 14:10 kam Näfels zu Matchbällen in Serie. Den letzten nutzte Kankaanpää zum viel bejubelten 15:13.
Matchtelegramm
SOS II Dorigny, Lausanne, 17. November 2012, 17:30
Spieldauer 113 Minuten
Zuschauer: 350
Lausanne UC - Volley Näfels 2:3 (22:25, 15:25, 25:18, 25:23, 13:15)
Lausanne UC
Bastien Warynski (Passeur), Benoît (Libéro), Vasic (Captain), Usiljanin, Chandon, Bueschi, Seifert; Djokic, Schalcher, Carrel
Head-Coach: Trouvé
Volley Näfels:
Bedrac (Passeur), Werner (Libero), Büsser (Captain), Ehrat, Pulko, Kankaapää, Polak; Gygli, Stefan Ilic , Ugi Ilic; verletzt: Nico Beeler
Spielertrainer: Dalibor Polak, Coach: Mani Müller
1. SR: Falivene Ciro
2. SR: Grellier Cédric



























































































