Volley Näfels verschenkt auch an Chênois einen Punkt
Volley Näfels hat sein Ziel dieses Wochenendes ganz knapp verfehlt. Nach der Niederlage in Lugano am Samstag, gewinnt es gegen den CS Chênois und landet so einen wichtigen Sieg für die Moral. Die Zuschauer sahen ein unterhaltsames Spiel mit vielen spannenden Szenen und einem klaren Sieg des Heimteams im Tiebreak.
Auch dem CS Chênois ist es gelungen, nicht mit leeren Händen aus Näfels die Rückreise durch den Schnee in die Romandie anzutreten. Volley Näfels hätte es aber in den Händen gehabt, die Genfer ohne den einen Punkt nach Hause zu schicken. Doch es scheint, dass die Polak-Truppe die Mär mit dem Geschenk-Monat Dezember etwas gar wörtlich nimmt. Vor Wochenfrist überreichten sie Volley Amriswil auf dem Silbertablett drei Punkte und nun war es gegen den amtierenden Schweizer Meister Chênois auch wieder einer. Aber wenigstens gelang ihnen nach dem unnötigen Satzverlust im vierten eine eindrückliche Steigerung im Entscheidungssatz. In diesem bestand vom ersten Spielzug an kein Zweifel mehr über den Sieger dieser Partie.
Marco Gygli zeigt sehr gute Partie
Doch der Reihe nach. Volley Näfels, diesmal mit Marco Gygli am Pass über das gesamte Spiel, zeigte in Satz eins mit zwei kleinen 3-Punkte-Serien dass es gut in diesen Match starten wollte. Dank variantenreicher Verteilung der Angriffsbälle, mal über die Mitte, mal über Aussen und mit je einer Pipe durch Kankaanpää und Pulko wusste Chênois Block nie so recht, wo er stehen musste. Zudem zeigte auch Ugi Ilic, für Polak spielend, über mehr als die Hälfte des Spiels eine gute Partie. So konnte Satz eins klar gewonnen werden und in Satz zwei klappte das Sideout-Spiel zu Beginn weiterhin gut, obwohl auch Gegner Chênois einen Zacken zulegen konnte. Nach Satzmitte konnten die Genfer aber drei Punkte in Serie buchen mit einem Punkt durch Guerra und zwei Blockpunkten auf Angriffe von Ugi Ilic, welcher zweimal in Folge bös erwischt wurde. Das war die Vorentscheidung in diesem Satz. Volley Näfels kam nicht mehr heran und Chênois-Captain Gustavo Meyer holte mit einem Block den Finnen Kankaanpää zum Endstand von 22:25 herunter.
Flieg Pulko, flieeeeg
Nach der Pause kam Volley Näfels mit etwas mehr Entschlossenheit zurück aufs Feld. Bald lagen die Glarner mit einigen Punkten vorn. Die vielen Service-Fehler hüben wie drüben zeigten, dass es bei einigen Spielern etwas an der Konzentration mangelte und natürlich auch, dass beim Service mehr Druck gemacht wurde. Zlatko Pulko setzte nach der Satzmitte zu seiner grossen Show an. Er dankte Gygli seine vielen Bälle mit teils wunderschönen und sehr spektakulären Flugeinlagen und hatte in dieser Phase eine optimale Auswertung seiner Chancen. Pulko brachte mit seinen phänomenalen Sprüngen die Vorteile auf Näfelser Seite. Durch einen weiteren herrlichen Block von Ehrat und Kankaanpää gegen Meyer kam Näfels zum Satzball. Und diesen letzten Punkt verschenkte Mittelblocker Rui Botas, höflich wie er ist, mit einem weiteren Servicefehler gleich selbst an die Gastgeber.
Volley Näfels macht auch Chênois ein Geschenk
Jetzt wäre eigentlich mit dieser 2:1-Führung die Pflicht erledigt gewesen. Und anfänglich schien in Satz vier auch, dass nun Näfels Kür folgen würde. Doch weit gefehlt. Chênois erhöhte den Druck und Näfels beging Fehler. Ugi Ilic schien nun müde zu sein, doch Coach Carolino liess ihn weiterspielen. Während vor allem Carlos Guerra einen Punkt nach dem andern buchte und so das Pendel auf die Genfer Seite schwingen liess. Bald schon bestand kein Zweifel mehr, dass die Romands diesen Satz gewinnen würden und Guerra servierte diesen mit einem Ass nach Hause. Und so war bereits ein Punkt weg.
Polak bringt Punkte und Sicherheit
Wer würde den zweiten buchen? Das war zu Beginn des Tiebreaks die grosse Frage. Doch ebenso schnell war sie auch schon beantwortet, denn Gastgeber Volley Näfels, jetzt mit Polak für Ugi Ilic, war jetzt wieder erwacht. Die Spieler besannen sich darauf, dass ja sie es sind, welche die Tiebreak-Spiele zu gewinnen pflegen. Und so legten sie los wie die Feuerwehr. Bald stand es 8:3. Die Meyer-Boys spürten nun gewaltigen Druck und so häuften sich bei ihnen die Fehler. Volley Näfels gewann sichtlich an Sicherheit mit jedem Punkt den Chef Polak buchte. Bei 11:6 schien das Spiel gelaufen. Aber die beiden Mexikaner buchten noch einmal je einen Punkt. Ein Time-out von Coach Pedro Carolino brachte Volley Näfels endgültig auf die Siegerstrasse, denn Meyer verschlug den nächsten Service und öffnete damit endgültig das Tor zu Näfels' Kür. Die Krönung war Ehrats' Service-Ass zum Schluss, welcher mit seinen Floats schon vorher die Genfer-Annahme immer wieder trudeln liess. Damit war der Sieg Tatsache und keiner hat jetzt einen Grund, Volley Näfels eine Krise anzuschreiben. Denn schliesslich war Niederlage Nr. 1 gegen Amriswil mehr als knapp und gegen Lugano spielten die Glarner mindestens in der ersten Hälfte gut mit. Man könnte höchstens schreiben, dass das Team zur Zeit nicht mehr so stilsicher spielt wie noch zu Beginn, aber ein Platz auf den Bonus-Rängen ist so gut wie sicher.
Matchtelegramm NLA-Qualirunde
linth arena sgu, Näfels, 09. Dezember 2012
Spieldauer 115 Minuten
Zuschauer: 180
Volley Näfels – CS Chênois 3:2 (25:20, 22:25, 25:21, 20:25, 15:8)
Volley Näfels: Gygli (Passeur), Werner (Libero), Ehrat, Ilic Stefan, Kankaanpää, Pulko, Ilic Ugi; Büsser (Captain), Polak, Bedrac. Beeler verletzt
Spielertrainer: Dalibor Polak, Coach Pedro Carolino
CS Chênois: Mathews (Passeur), Kovar (Libero), Meyer (Captain), Guerra, Abramov, Botas dos Santos, Fetter; Blazy, Haigron. Schaller verletzt. Trainer: Yilmaz



























































































