Volley Näfels verliert und gewinnt je 3:0
Im Ostschweizer Derby gegen Volley Amriswil hatte Biogas Volle Näfels keine Chance und verlor 0:3. Die richtige Reaktion der Glarner folgte am Sonntag im Spiel gegen den VBC Einsiedeln.
Das Derby zwischen Biogas Volley Näfels und Volley Amriswil endete mit einer herben Enttäuschung für das Team von Neo-Captain Marco Gygli. Sein Team brachte in den beiden ersten Sätzen wenig Zählbares zusammen und wurde von den Gästen aus dem Thurgau jeweils bis zur Satzmitte buchstäblich an die Wand gespielt. 16:9 hiess es in beiden Sätzen beim zweiten Time-out. Volley Amriswil war sehr gut auf Näfels eingestellt. Passeur Zdenek Hanik fand die Lücken für seine Angreifer Mal für Mal ausgezeichnet. Vor allem der ex-Näfelser Sinotti zeigte sich in bester Spiellaune und reihte nach einem harzigen Start mit schlechten Annahmen Punkt an Punkt. Näfels dagegen fand nicht ins Spiel. Immer wieder fehlte die letzte Konsequenz und damit ein paar Zentimeter um einen Ball abzuwehren oder um zu punkten. Näfels verlor die beiden ersten Sätze mit je 25:20 klar. Eine Erklärung für den missglückten Verlauf kann mit der ungewohnt taktischen Variante erklärt werden. Fabian Martinez sollte Spielpraxis sammeln und spielte im ersten Satz anstelle Pulkos. Ab dem zweiten Satz aber war die Stammformation am Werk, trotzdem passte es nicht. Auch die weiteren Wechsel (Martinez für Friend und Bonante für Gygli) gaben dem Spiel keine Wende.
Näfels verspielt den Vorteil
Nach der Pause agierte ein anderes Näfels. Die Platzherren setzen Amriswil gehörig unter Druck. Sie führten phasenweise mit vier Punkten Vorsprung. Je länger das Spiel dauerte, umso zögerlicher und fehlerhafter wurde Näfels. Amriswil liess sich nicht zweimal bitten. Bei 23:22 führte es erstmals in diesem Satz. Wenig später verwertete Sinotti den ersten Matchball mit einem Heber zum 25:23. Der überraschend klare Sieg freute Amriswils Spieler sehr. Passeur Hanik dazu; „Wir haben nicht erwartet, dass es so einfach wird, rechneten mit einem Fünf-Sätzer.“ Angesprochen, ob der Sieg nicht zum grossen Teil sein Verdienst war, weil er die Bälle so gut verteilte und damit Näfels Block schlecht aussehen liess, gibt sich der Tscheche bescheiden: „Ich weiss es nicht, aber ich versuche immer so zu spielen, dass der Gegner mein Spiel nicht lesen kann. Dank der guten Annahmen war dies heute für mich einfacher als auch schon.“
Amriswil legte den Schalter um
Auf der Seite von Näfels dagegen gab es viele lange Gesichter wegen der Leistung - aber auch, weil die Spielleitung phasenweise unglücklich agierte. Doch dies war nur nebensächlich, die Niederlage hatte andere Gründe. Captain Gygli analysierte: „Am Anfang meinte ich noch, wir seien aggressiv. Doch dann machten wir immer wieder Fehler, mal da, mal dort, am Ende waren es zu viele. Das war kein gutes Spiel von uns.“
Amriswil Assistenztrainer Marco Bär dagegen strahlte: „Wir haben gut gespielt. Seit zwei Wochen läuft auch das Training gut. Die Mannschaft hat begriffen, dass jetzt die entscheidende Phase beginnt. Sie hat den Schalter umgelegt.“ Nach dieser Leistung darf Amriswil die Playoff-Runde mit viel Zuversicht in Angriff nehmen, während Näfels nach dieser Klatsche die richtigen Schlüsse ziehen muss, damit auch diese Saison erfolgreich wird.
Einsiedeln fand nie aus dem Tief
Im sonntäglichen Spiel gegen den VBC Einsiedeln zeigte Biogas Volley Näfels eine gute Reaktion, dominierte das Spielgeschehen klar. Dank druckvoller Services schwamm die Annahme Einsiedelns praktisch vom ersten bis zum letzten Ballwechsel. Kennzeichnend für die grosse Verunsicherung der Gäste war der dritte Satz, als Marco Gygli zehn Mal in Folge zur 10:0 Führung servierte. Dank der Auszeiten, die sich Näfels in allen drei Sätzen jeweils zur Satzmitte leistete, kam der VBC Einsiedeln einigermassen glimpflich davon. Näfels lief es am besten, wenn die Stamm-Formation auf dem Feld stand und die Angriffsmaschinerie unter der Federführung von Captain Gygli den Gegner unter Dauerdruck setzte. Am Ende resultierte ein diskussionsloser Sieg mit 25:16, 25:18 und 25: 12. Trainer Polak war entsprechend zufrieden. Die Phase im zweiten Satz, als Einsiedeln bis zum 18:17 aufschloss, sah er nicht primär als Schwäche, sondern als Verdienst der gefährlichen Services von Einsiedeln.
Einsiedelns Trainer Ernst Rüdisüli meinte zum klaren Ausgang: „Wir hatten massenhaft Annahmefehler, wie beispielweise im zweiten Satz, als wir wieder fast aufschlossen, dann aber mit den Annahmen den Vorteil sofort verspielten. Wir fanden von Anfang bis zum Ende nie aus dem Loch, vor allem mental nicht. Von aussen sah es aus, wie wenn wir gar nie an unsere Chance geglaubt hätten.“
Matchtelegramm
Biogas Volley Näfels – Volley Amriswil 0:3 (20:25, 20:25, 23:25)
Biogas Volley Näfels:
Startformation: Gygli (Passeur, Captain), Sutter (Libero), Vukasinovic, Friend, Ehrat, Ilic, Martinez
Einwechslungen: Spahr, Bonanate, Pulko
Bemerkungen: Meyer abwesend, Marco Gygli neuer Captain anstelle von Dan Alexander
Volley Amriswil:
Startformation: Hanik (Passeur), Samardzic (Libero) Ljubicic (Captain), Renovica, Sinotti, Trevisan, Brändli
Einwechslungen: Rasing, Tomasik
Biogas Volley Näfels – VBC Einsiedeln 3:0 (25:16, 25:18, 25:12)
Biogas Volley Näfels:
Startformation: Gygli (Passeur, Captain), Sutter (Libero), Vukasinovic, Friend, Pulko, Ehrat, Ilic
Einwechslungen: Spahr, Bonanate, Martinez
VBC Einsiedeln:
Startformation: Kälin Silvan (Passeur, Captain), Husi (Libero), Schnüriger, Kretzschmar, Milovancevic, Stahl.
Einwechslungen: Hender, Kälin Raphael



























































































