Sonntag, 10. März 2013; 11:11
NLA

Volley Näfels verliert in Lausanne in der Verlängerung

Von: Köbi Hefti

Lausanne UC bezwang Volley Näfels mit 3:2 (27:25, 24:26, 29:27, 21:25, 17:15) und sorgte damit für die fünfte Pleite der Glarner in Folge. Das Spiel lebte von der Spannung. In allen drei Sätzen, welche Näfels verlor, nutzen die Glarner die eigenen Satzbälle nicht aus.

Die beiden Schlusslichter der Rangliste im Rennen um die Finalteilnahme boten spannende Sätze - vier der fünf Sätze wurden erst in der Verlängerung entschieden. Diese Spannung entschädigte etwas für das über weite Strecken fehlende spielerische Spektakel. Es war offensichtlich, dass bei beiden Teams das Vertrauen und der Glaube in dieser Saison noch etwas erreichen zu können, fehlte. Immerhin war dieses Spiel für Nico Beeler ein Aufsteller. Er spielte ab dem zweiten Satz durch, agierte bis zum vierten Satz sehr gut. Im Tie-Break aber brach er etwas ein. Teammanager Gygli fand es jedoch gut, dass man den jungen Beeler durchspielen liess. „Das ist das Los eines Jungen, doch daraus kann ein Spieler lernen und wachsen“, sagte Gygli.


Schwierige Ausgangslage
Der Teammanager fasst das Spiel wie folgt zusammen: „Es war ein typisches Spiel bei dem man unter dem Druck steht, gewinnen zu müssen. Das Team spielte zwar phasenweise gut, doch wenn es galt, den Sack zuzumachen, regierte die Angst das Geschehen.“ Eine Antwort, weshalb Volley Näfels in den entscheidenden Momenten versagt, gab es auch gestern Abend nicht. Allerdings waren bei Näfels die Voraussetzungen gestern auch sehr schwierig, war doch Bedrac nach seinem Zwist im letzten Spiel mit dem Schiedsrichter gesperrt, Captain Büsser krank und Spielertrainer Polak immer noch verletzt und kaum einsatzfähig. So war der Spielraum für die Betreuer entsprechend klein, Optionen fehlten.

Verpasste Chancen – Satz weg
Zu Beginn des ersten Satzes verlief das Spiel ganz nach den Plänen von Näfels. Die Resultattafel zeigte eine 10:4, später eine 20:17 Führung an. Das Spiel von Näfels lebte von den Gebrüdern Ilic und Kankaanpää. Als es Richtung Satzende ging, baute Näfels aber ab, während LUC seine Chancen nutzte. Die Waadtländer wehrten einen Satzball ab und verwerteten ihren zweiten Satzball zum 27:25 Satzgewinn.

Coach Carolino reagierte, ersetzte Kankaanpää durch Beeler. Doch anfänglich passte im zweiten Umgang im Spiel wenig zusammen. 7:2 führte LUC, ehe Näfels zurückfand und zum 8:8 ausglich. Die Gastgeber waren in der Folge aber meist ein Nasenlänge voraus und setzten Näfels so unter einen noch grösseren Druck. Der Coach nutzte seine einzige Option und ersetzte den wirkungslosen Pulko durch Kankaanpää. Nach einem Servicewinner von Passeur Gygli lag Näfels beim Stand vom 20:19 erstmals in Front. Wenig später war es erneut ein Servicewinner von Ehrat, der Näfels den Satzgewinn mit 26:24 einbrachte.

Der dritte Umgang war beinahe eine Kopie des Startsatzes. Die Glarner führten ab Satzmitte meist mit drei oder vier Punkten Vorsprung, ehe sie beim Stand von 22:18 aus dem Tritt kamen und den Ausgleich hinnehmen musste. Trotzdem blieben sie noch am Drücker, kamen zu drei Satzbällen, welche LUC aber allesamt abwehrte. Näfels hingegen wusste auf den zweiten Satzball von LUC keine Antwort und musste den Satz mit 27:29 abgeben.


Wo bleibt das Vertrauen der Tie-Break Könige
Im vierten Satz spielte zu Beginn nur ein Team – Näfels dominierte die Platzherren klar. 8:5 und 16:10 lautete das Score. Doch selbst diese Führung reichte nicht aus, um diesen Satz locker nach Hause zu spielen. LUC kam bis auf 21:21 heran, ehe ein Angriffspunkt und drei Killerblocks in Folge den Glarnern doch den 2:2 Satzausgleich ermöglichten.

Der Auftakt im Tie-Break gelang Näfels recht gut. Nach vier Punkten in Folge lag es 6:4 in Führung, ehe wenig später LUC ebenfalls eine Vier-Punkte Serie hinlegte. Vom 11:11 bis zum 15:15 war immer wieder Gleichstand. Dazwischen hatte Näfels gar zwei Matchbälle, welche Lausanne aber mit gekonnten Angriffen parierte. Nach einem Gratisball von LUC und einem unglaublichen Fehler von Kankaanpää kamen die Einheimischen zu ihrem ersten Matchball, welchen sie dank eines weiteren Fehlers von Näfels zum 17:15 Sieg nutzten und somit den ersten Sieg in der Playoff-Runde feiern konnten.



Matchtelegramm

SOS II Dorigny, Lausanne,  9. März 2013, 17:30
Spieldauer
 130 Minuten
Zuschauer: 100


Lausanne UC  - Volley Näfels -  3:1 (27:25, 24:26, 29:27, 21:25, 17:15)

Lausanne UC

Carrel  (Passeur), Vautier (Libero), Vasic (Captain), Usiljanin, Chandon, Bueschi, Seifert; Wayrinski, Grün, Djokic
Head-Coach: Trouvé


Volley Näfels:
Gygli  (Passeur), Werner (Libero), Kankaapää (Captain), Ehrat, Pulko, Stefan Ilic, Ugi Ilic; Beeler, Polak, Sutter;
Gesperrt: Bedrac, abwesend (krank) Büsser, verletzt: Polak
Spielertrainer: Dalibor Polak, Coache: Pedro Carolino

1. SR: Grellier Cédric
2. SR: Weinberger Philippe

 

Das Bruderpaar Stefan und Ugliesca Ilic überzeugte wie das ganze Team nur phasenweise