Volley Näfels verliert auch gegen Schönenwerd
Volley Näfels kassierte gegen den TV Schönenwerd die vierte Niederlage im fünften Spiel um den Einzug in den Playoff-Final. Es war eine vermeidbare Niederlage, standen die Glarner doch sehr nahe an einer 2:0 Satzführung, ehe das Team die Fassung verlor und 1:3 (25:18, 25:27, 18:25, 21:25) unterging.
Für einmal waren nach dem Spiel nicht Spieler und Teamleistung das grosse Thema, sondern die Schiedsrichter - und dies nicht nur bei den Einheimischen. Bereits kurz vor Ende des zweiten Satzes gab es eine sehr strittige Entscheidung. Die Schiedsrichter beurteilten einen Block als „Briefkasten-Punkt“ für Schönenwerd, sahen diesen Ball damit anders als die meisten Spieler und Zuschauer. Die folgende Diskussion mit Schiedsrichter Grieder tat dem Spiel von Näfels nicht gut. Ab diesem Zeitpunkt war der Spielfluss von Näfels gehemmt. Als zu Beginn des dritten Satzes eine klare Fehlentscheidung von Schiedsrichter Grieder gegen Passeur Bedrac sehr heftige Emotionen auslöste, war es dann um die Glarner ganz geschehen. Einerseits ist es zwar sehr bedauerlich, wenn die Unparteiischen einen derart grossen Einfluss auf das Spiel nehmen, anderseits darf man von Profis jedoch erwarten, dass sie sich in solchen Situationen nicht in die Tiefe ziehen lassen und das Ziel nicht aus den Augen verlieren. Die Mannschaft um Captain Büsser aber konnte dies gestern nicht, verlor die Fassung nach diesem emotionalen Anfall weitgehend.
Ein Start nach Mass
Zu Beginn des Spiels konnte Näfels an die gute Leistung des letzten Spiels gegen Lugano anknüpfen. Der Match war rassig, abwechslungsreich und der Gegner unter Kontrolle. Als Pulko mit raffinierten Services die Annahme von Schönenwerd arg unter Druck setzte, gelang den Einheimischen die Vorentscheidung im Startsatz mit sieben Punkten hintereinander. Dabei überzeugte vor allem die Verteidigung am Netz mit drei Killerblocks. Dazu gesellten sich noch Fehler von Schönenwerd in einer Häufigkeit, wie man dies bei den Solothurnern sonst kaum sieht. Den 16:11 Vorsprung brachte Näfels locker mit 25:18 nach Hause.
Die Chance nicht genutzt
Die Spielfreude und die gute Teamleistung von Näfels, das erneut ohne den verletzten Polak antrat, erfreuten die Zuschauer auch zu Beginn des zweiten Satzes weiterhin. Näfels konnte seine Gäste mit 10:4 schon zu Beginn distanzieren. Doch Schönenwerd zeigte Moral. Die Ex-Näfelser Schnider und Brander und der 1.88 grosse Garcia Toribio fanden richtig gut ins Spiel. Bei 12:12 hatten sie den Gleichstand geschafft. Ausgeglichen ging es weiter, die Führung wechselte immer wieder. Als es 20:17 für Näfels stand und ein weiter Punkt von Näfels vermeintlich bejubelt wurde, passierte dann das einleitend erwähnte Hickhack mit dem Schiri. Näfels blieb vorerst noch vorne. Bei 22:19 nahm Schönis Trainer Bujar Dervisaj ein Timeout. Dabei wurde er sehr laut und energisch. Trotz dessen, Näfels kam nach einem Mittelangriff von Büsser beim Stand von 24:20 zu mehreren Satzbällen. Aber es war nicht in der Lage die Servicegeschosse von Fabian Brander zu kontrollieren. Die Gäste glichen zum 24:24 aus, wehrten einen weiteren Satzball ab und verwerteten im Gegenzug ihren ersten Satzball zum 27:25.
„Näfels fällt bei Gegenwind“
In der Pause sei er laut geworden, verriet Schönenwerds Trainer nach dem Spiel. Dieser Weckruf nützte. Sein Team blieb fortan praktisch fehlerlos, spielte sehr aufmerksam und gab den Ton an. Nur zu Beginn des dritten Satz hielt Näfels noch mit, ehe dann die andere Szene mit den Schiedsrichtern das Spiel endgültig in eine andere Richtung lenkte als zu Beginn. Schönenwerd war nach dem ersten Time-Out (7:8) im dritten Satz das dominierende Team und dies nicht Altmeister Milanez, sondern mit Junior Reto Giger am Pass. Er setzte seine Mitspieler ausgezeichnet ein, so dass Näfels‘ Verteidigung meist zu wenig gut postiert war, um die Angriffe abzuwehren. Mit 25: 18 und 25:21 gingen die Sätze drei und vier an den TV Schönenwerd.
Nach dem Spiel war man sich bei den Zuschauern einig. Schade, dieses Spiel hätte man gewinnen müssen, der verlorene zweite Satz sei die Entscheidung gewesen, war die einhellige Meinung. Ein Zuschauer brachte es auf den Punkt: „Sobald Näfels etwas Gegenwind spürt, fällt es um.“ Trainer Polak sieht das genauso und sah den Grund dieser Niederlage im Selbstvertrauen der Mannschaft. Dieses gehe sehr schnell bergab, sagte er.
Matchtelegramm
Lintharena sgu, Näfels, 23. Februar 2013, 17:00
Spieldauer 95 Minuten
Zuschauer: 250
Volley Näfels – TV 1:3 (25:18, 25:27, 18:25, 21:25)
Volley Näfels:
Bedrac (Passeur), Werner (Libero), Büsser (Captain), Ehrat, Pulko, Kankaapää, Ugi Ilic; Gygli, Stefan Ilic, Beeler, Sutter
verletzt: Dalibor Polak
Spielertrainer: Dalibor Polak, Coach: Mani Müller
TV Schönenwerd:
Milanez (Passeur), Heimgartner (Libero), Garcia Toribio, Bossart, Schnider, Eichenberger, Hänggi; Lier (Captain), Hofstede, Giger, Brander
Trainer: Bujar Dervisaj
1. SR: Grieder Stephan
2. SR: Wolf Christian



























































































