Sonntag, 22. Dezember 2013; 08:16
NLA

Volley Näfels‘ Trainer Polak und das Geheimnis des Erfolgs

Von: Köbi Hefti

Nach der Vorrunde belegt Biogas Volley Näfels Rang zwei in der Tabelle. Nach zuletzt sieben Vollerfolgen ohne Satzverlust ist Trainer Polak zufrieden. Er blickt zuversichtlich in die Zukunft und will noch mehr erreichen. Am Wochenende geht es gegen Schönenwerd und Chênois gleich richtig los.


Am nächsten Samstag beginnt die Rückrunde für Biogas Volley Näfels mit dem Heimspiel gegen den TV Schönenwerd. In dieser Begegnung will sich Näfels für die 0:3 Niederlage zu Saisonbeginn revanchieren. Trainer Polak kennt den aktuellen Formstand der Solothurner, verfolgte er doch vor Ort deren 3:2 Sieg im Europacup gegen Hot Volleys Vienna. Schon am Sonntag steht dann das Gastspiel in Genf gegen Chênois auf dem Programm. Vor diesen beiden bedeutungsvollen Begegnungen blickt Trainer Dalibor Polak mit der Südostschweiz auf die Hinrunde zurück.

Herr Polak, kommen Sie gerne zu diesem Interview?

Dalibor Polak: Ja, ich komme gerne, aber die letzten drei Wochen hatte ich keinen freien Tag. Wir spielten immer das ganze Wochenende. Und am Montag, unserem freien Tag, bin ich in der Schule engagiert. So freue ich mich jetzt schon sehr auf die Weihnachtszeit und die freien Tage um Zeit für die Familie zu haben. Doch im Moment sind immer noch Volleyball und die Spiele vom Wochenende für mich das wichtigste.

Nach zuletzt sieben Siegen ohne Satzverlust sind Sie bestimmt sehr zufrieden? 

Dalibor Polak: Ja sicher, aber von diesen sieben Siegen waren fünf obligatorisch. Was zählt sind die Erfolge gegen die besten Teams wie Lausanne UC und Volley Amriswil. In diesen Begegnungen haben wir wirklich sehr gut gespielt.

Es fällt auf, dass Näfels dieses Jahr auch gegen die Teams aus der unteren Tabellenhälfte sehr gut auftrat, dies im Gegensatz zum letzten Jahr. Weshalb?

Dalibor Polak: Da ich nicht mehr selber spiele und als Trainer an der Linie stehe, kann ich viel mehr Druck machen. Auch in diesen Spielen verloren wir die Konzentration manchmal. Aber dies sah ich sofort und konnte unmittelbar reagieren. In den Time-outs musste ich deshalb manchmal lauter werden. 

Die Mannschaft ist immer sehr gut eingestellt, agiert mit der richtigen Taktik. Wie machen Sie dies?

Dalibor Polak: Wir haben eine Grundtaktik, die wir gegen jede Mannschaft anwenden. Wie diese aussieht, verrate ich aber nicht. Für die wichtigen Spiele variieren wir etwas, stimmen diese auf den Gegner ab. Vor allem in der Verteidigung ist die Taktik sehr wichtig. Während des Matches ist es dann entscheidend, dass alle den Willen haben dieser Taktik zu folgen, so wie wir dies in der Vorbereitung besprochen haben. Zu all dem gehört aber auch die nötige Aggressivität um erfolgreich zu sein. All dies klappt dieses Jahr super.

Der Block ist dieses Jahr hervorragend. Was ist das Geheimnis?

Dalibor Polak: Wir trainieren sehr viel am Block, verfeinern die Technik mit der Mannschaft oder beim individuellen Training. Dabei wird ein besonderes Augenmerk auf die Position und die Stellung der Hände gelegt. Wenn der blockende Spieler seine Arme und Hände dazu noch möglichst weit in das gegnerische Feld streckt, dann wird der Winkel für den Angreifer sehr klein. Dies ist ein Grund, weshalb die sprunggewaltigen Pulko und Alexander bisher schon oft ganz allein erfolgreiche Blocks gesetzt haben. Diese Aggressivität ist mir sehr wichtig.

Sie sind erstmals nicht mehr Spieler, sondern „nur“ noch Trainer und Coach. Wie gefällt Ihnen diese neue Rolle?

Dalibor Polak: Mehr und mehr (lacht). Am Anfang dachte ich, es sei einfacher. Ich fühlte ich mich zu Beginn noch mehr als Spieler denn als Trainer, das machte es für mich schwierig. Ich sehe aber, dass ich immer mehr lerne. Es ist wie überall, jeder neue Job muss erlernt werden.

Was gefällt Ihnen als Trainer am besten?

Dalibor Polak: Zu gewinnen (schmunzelt). Wir trainieren sehr viel, wenn ich dann sehe, dass dies etwas bringt und die Spieler besser und besser werden, dann macht dies viel Freude. Und wenn wir gewinnen, ist das der der beste Lohn.

Sie haben viele neue Spieler ins Team integrieren müssen. Wie klappte dies?

Dalibor Polak: Das war kein Problem. Alle sind sehr professionell. Die beiden Amerikaner wie auch Milanez sind Vollprofis und integrierten sich mit ihrer umgänglichen Art sehr schnell. Für den jungen Martinez war es etwas schwieriger, weil er nur spanisch spricht und die Verständigung dadurch erschwert wurde. Aber jetzt ist dies kein Problem mehr.

Wo gibt es noch Steigerungspotenzial?

Dalibor Polak: Wir können alles verbessern. Wichtig ist es, jederzeit auch im Kopf bereit zu sein. Da sind wir schon deutlich besser geworden, bleiben meist ruhig, kassieren keine Punkteserien mehr. Diese Stabilität ist schon gut. Verbessern können wir das Zusammenspiel zwischen den Zuspielern und den Angreifern und individuelle Punkte wie der Service. Potential gibt es aber auch im Umfeld des Teams beim Staff. Heute mache ich sehr viel allein. In anderen Teams sind dafür viele Helfer verfügbar.

Kommen wir zur Rückrunde: Welche Ziele verfolgen Sie?

Dalibor Polak: Wir können noch besser werden. Ich möchte unsere Position zumindest halten. Mein Ziel ist es, alle Spiele zu gewinnen. An diesem Wochenende steht eine Doppelrunde vor uns. Dabei treffen auf unsere direkten Mitkonkurrenten Schönenwerd und Chênois. Diese Partien und jene kurz nach dem Jahreswechsel (Anmerkung der Redaktion: Lugano am 11. Januar, Cup ¼ Final gegen Schönenwerd am 19. Januar) sind sehr bedeutungsvoll. Gegen diese Teams holt man die Siege und Punkte, die wirklich zählen.

Manchmal musste Dalibor Polak während der Time-outs auch etwas lauter werden