Freitag, 27. März 2015; 09:10
NLA

Volley Näfels‘ Topscorer Zlatko Pulko will mehr erreichen

Von: Köbi Hefti

Zlatko Pulko wäre gerne Liga-Topscorer geworden. Er weiss, dass er noch Steigerungspotenzial hat, nicht nur beim Service und er will unbedingt dabei sein, wenn Näfels den zehnten Meistertitel holt – im nächsten Jahr.

 

Mit Zlatko Pulko sprach Köbi Hefti

Vor dem letzten Spiel der Playoff-Runde wurde Zlatko Pulko als Topscorer von Näfels geehrt. Seine 514 Punkte bedeuten Rang zwei in er Mobiliar Topscorer-Rangliste und bringen Biogas Volley Näfels einige Tausend Franken für die Nachwuchsabteilung in die Kasse.

Herr Pulko, Sie sind der zweitbeste Mobiliar Topscorer insgesamt. Von den sechs Play-off Teams sind Sie gar der klar beste. Was bedeutet ihnen dies?

ZLATKO PULKO
: Für mich persönlich ist dies die Belohnung für eine gute Arbeit und bestätigt, dass ich auf dem richtigen Weg bin. Es zeigt mir jedoch auch, dass ich noch Reserven habe und ich deshalb nächstes Jahr besser sein will. Aber klar, wenn meine Leistung der Mannschaft hilft, ist dies das wichtigste.

War es Ihr Ziel Liga-Top-Scorer zu werden?
Ja, das war es, denn wenn du Zweiter wirst, bist du selber der erste Verlierer. Wenn man der beste Scorer ist, dann hilft man auch dem Team. Dass ich nun vorne dabei bin beweist auch, dass mich mein Team unterstützte.

Ärgert es etwas, dass Yusnaikel Argilagos von Züri Unterland vor Ihnen platziert ist?
Klar ärgert dies etwas. Aber er hat es verdient, denn man muss schon stark spielen, um derart viele Punkte zu erzielen.

Haben Sie die Rangliste nach jedem Spiel angeschaut?
Ja, fast immer um zu sehen, wie viele Punkte ich erzielte. Unmittelbar nach einem Spiel hat man manchmal ein anderes, falsches Gefühl, als das, was die Statistik ausweist.

Ist die Punktevergabe zuverlässig?
Das würde ich nicht unterschreiben. Manchmal ist das Spiel zu schnell, da kann es schon passieren, dass die korrekte Punkteverteilung verpasst wird.

Dies war Ihre erste Saison in der Funktion als Diagonalangreifer bei Biogas Volley Näfels. Sie haben viele Spiele geprägt. Wie gefiel Ihnen diese Rolle?
Bereits vor zehn Jahren spielte ich auf dieser Position, seither aber nicht mehr. Es war für mich eine neue Herausforderung und ich wollte beweisen, dass sich Volley Näfels richtig entschieden hat. Es war meine erste Saison und ich weiss, dass ich noch viele Reserven habe. Aber diese Position gefällt mir gut.

Welches war das schönste Spiel für Sie und das Team?
Dies war das Spiel im CEV-Cup in Holland gegen Apeldoorn. Dort hatte es viele Zuschauer, eine gute Stimmung und all dies in einer schönen Halle. Dazu spielten wir gut.

Was ärgert Sie am meisten?
Wenn wir Spiele verlieren, die wir eigentlich im Griff hatten und nie hätten verlieren dürfen, wie dies im CEV-Cup im Heimspiel, aber auch gegen Schönenwerd und Lausanne in den Playoffs war. Dieser Ärger dauert dann an, bis ich ihn im nächsten Spiel in positive Energie umsetzen kann.

Ich habe ein paar Beobachtungen, die Ihre Spielweise beschreiben. Was sagen Sie dazu?  Sie sind beim Side-out sehr effizient, bei Gegenangriffen ist dies weniger der Fall.
Wenn ich genügend Zeit habe um nach einer Verteidigungsaktion in Position zu gehen, dann sehe ich keinen Unterschied. Aber wenn das Timing nicht stimmt, dann trifft dies zu.

Obwohl Sie unter den Top-Scorern der erfolgreichste Blocker sind, waren Sie letztes Jahr der aggressivere Blocker.
Ich war bisher immer gewohnt für den Block nach Links zu gehen. Jetzt muss ich nach rechts, das ist eine neue Bewegung für mich, deshalb hatte ich gewisse Probleme und war darum weniger aggressiv. Trotzdem erzielte ich in dieser Saison mehr Blockpunkte als letztes Jahr.

Sie haben beim Service noch enormes Potenzial.
Ja, das ist wahr. Beim Service gibt es nur etwas: Training, Training und nochmals Training. Es kann passieren, dass in einem Spiel fünf Asse gelingen, beim nächsten Spiel geht dann gar nichts. Unser Trainer Dalibor Polak sagt aber immer, dass ein aggressiver Service unser erster Angriff ist. Manchmal passt es, lohnt sich das Risiko, manchmal nicht.

Von aussen bekommt man den Eindruck, dass bei den Spielern von Näfels die Freude etwas verloren ging und deshalb die Leistung in den Play-offs manchmal nicht so war, wie dies von allen, auch von den Spielern, erwartet wurde. Stimmt dieser Eindruck?
Die Freude am Volleyball haben wir nicht verloren. Ich sage immer, dass man so stark spielt, wie es Gegner erlaubt. Aber wir erlaubten unseren Gegnern zu oft, stark zu spielen. Nach verlorenen Spielen haben wir vielleicht nicht richtig reagiert, eine Niederlage bricht uns und wir benötigen zu viel Zeit um zurückzukommen. Wir müssen vermehrt die positiven statt der negativen Dinge aus den Spielen im Kopf behalten. Ich habe gelesen, dass Roger Federer einmal seinen Coach fragte, weshalb er Spiele verloren habe. Darauf habe ihm sein Coach nur Aufnahmen gezeigt, wie er den Court betrat. Bei den siegreichen Spielen erschien er erhobenen Hauptes, voller Selbstbewusstsein. Vielleicht fehlt bei uns genau dies. Mehr Selbstbewusstsein, Selbstvertrauen und Vertrauen in die Teamkameraden ist wichtig.

Sie haben einen Zweijahresvertrag, spielen auch nächste Saison in Näfels. Was wünschen Sie sich?
Ich wünsche mir den Meistertitel und den Cup-Sieg. Ich will dabei sein, wenn Biogas Volley Näfels den zehnten Meistertitel holt.

Unser Topscorer Zlako Pulko