Volley Näfels starker Auftritt bei Meister und Leader Amriswil
Biogas Volley Näfels gewinnt in Amriswil nach dem verlorenen Startsatz am Ende klar mit 3:1. Beim Meister wog die verletzungsbedingte Absenz von Topscorer Sébastien Steigmeier zu schwer.
Bereits vor dem Spiel war man sich auf Seiten der Amriswiler einig: Wann soll Näfels die Thurgauer schlagen, wenn nicht heute. Der Grund dieser Vorahnung hat einen Namen: Sébastien Steigmeier. Der Topscorer der Amriswiler fehlte wegen einer Bänderverletzung am Fuss. Der Beginn der Partie verlief jedoch ganz anders als erwartet. „Amriswil spielte gut“, meinte Captain Ehrat zum effizienten und beinahe fehlerlosen Spiel des Gegners. Dasselbe galt für Näfels bis zum zweiten Time-out und dem 14:16 Rückstand. Danach aber spielte nur noch der Meister, während Näfels Fehler an Fehler reihte und mit 16:25 unterging. „Jungs wir müssen ruhig bleiben, als Team wie in Karlsbad zusammenbleiben und fighten, dann kommt das gut“, motivierte Captain Ehrat nach der Startpleite sein Team. Dazu reagierte Trainer Dalibor Polak mit zwei Wechseln. Fořt und Walzer kamen für Radomski und Ehrat ins Spiel. Dieser Schachzug war goldrichtig. Während im ersten Satz praktisch nur die Annahme und die Offensive überzeugten, wurden anschliessend auch Block und Service richtig stark.
Heisse Momente
Es war ein richtiger Steigerungslauf der Polak-Truppe, obwohl sich die Spieler nach der langen Europacupreise nicht sonderlich frisch fühlten. Doch Amriswil offenbarte mit zunehmender Spieldauer immer grössere Probleme. Amriswils Trainer Pavlicevic sagte dazu: „Ab dem zweiten Satz spielte Näfels besser, wir nicht. Ohne die verletzten Spieler fehlt uns die Routine, welche bisher eine unserer Stärken war.“
Der Beginn des zweiten Satzes verlief ausgeglichen. Ein Monsterblock von Fabian Martinez gegen Hamacher zum 2:2 war der erste Breakpunkt Näfels‘ in diesem Spiel und der Beginn der Wende. Nach dem ersten Timeout (8:7) vergrösserte Näfels den Vorsprung auf 16:11, dies dank guter Services und geglückter Angriffe. Amriswil kam zwar dank Motes Servicebomben nochmals bis auf 18:20 heran. Doch Näfels blieb ruhig und gewann den Satz mit 25:19 sicher.
Thurgauer im Glück
Blitzstart von Näfels im dritten Satz: 5:1. Amriswil vermochte auf diesen Rückstand zu reagieren, ging nach vier Servicegeschossen von Howatson gar 10:12 in Führung. Danach brachten die druckvollen Float-Services von Fořt und Brändli das Heimteam aber zu Fall. Die Angriffe der Thurgauer wurden mehrheitlich eine Beute der hervorragenden Näfelser Verteidigung. Die darauf folgenden Gegenangriffe wurden dann fast immer zum Punkt verwandelt. Gegen die Angriffe von Fabian Martinez, dem besten Spieler in der Halle und seinen Kollegen fand Amriswil kein Rezept. Elf Punkte buchte Näfels in dieser Phase, Amriswil nur zwei. Am Ende hiess es 25:19. Im vierten Satz fiel Volley Amriswil völlig auseinander. Biogas Volley Näfels gelang alles, dominierte, gewann den Satz 25:12 und beendete damit die fast zwei Jahre dauernde Durststrecke gegen den Meister.
Zumindest ein Thurgauer war nach diesem Sieg sehr glücklich. Thomas Brändli, der Ex-Amriswiler. Auf die Frage, woher seine ausgezeichnete Form komme, erklärt er: „Dank der guten Arbeit mit Athletiktrainer Marc Müller bin ich schneller am Block und höher im Angriff. Entsprechend gut fühle ich mich, was mir viel Selbstvertrauen gibt.“ Er spielte am Samstag eine weitere Stärke aus. Er brachte viel Energie ins Team und pushte seine Teamkameraden, eine Rolle, die er gerne übernimmt.
Matchtelegramm
Volley Amriswil - Biogas Volley Näfels: 1:3 (25:16, 19:25, 19:25, 12:25)
Tellenfeld Amriswil. – 612 Zuschauer. – Spieldauer: 93 Minuten.
SR: Grieder, Hefti
Biogas Volley Näfels:
Startformation: Giger (Passeur) Ehrat (Captain), Sutter (Libero), Formela, Radomski, , Brändli, Martinez
Einwechslungen: Walzer, Aebli, Süess, Fořt
Headcoach: Dalibor Polak
Assistant Coach: Mani Müller
Volley Amriswil:
Startformation: Howatson (Passeur), Ljubicic (Captain), Daniel (Libero), Baghdady, Mote, Djokic, Hamacher
Einwechslungen: Muntwyler, Kesten
Headcoach: Ratko Pavlicevic
Bemerkungen: Amriswil ohne Steigmeier und Brühwiler (beide verletzt)

Best Player: Fabian Martinez war mit 23 Punkten (19 Angriffe, 2 Service, 2 Block) der beste in einem starken Kollektiv. Er ist glücklich, aber nicht nur und erklärt: Wir habe die beiden letzten Spiele gegen starke Teams gewonnen, das fühlt sich echt gut an. Aber ich bin auch traurig, weil mit Steigmeier einer der besten Spieler der Liga verletzt ist.

Entscheidende Blocks: Näfels erzielte 11 Punkte mit dem Block, Amriswil einen einzigen

Starke Verteidigung: Je länger das Spiel dauerte, umso mehr Mühe hatte Amriswil um seine Angriffe in Punkte umzumünzen

Energisch: Thomas Brändli pushte seine Teamkollegen gegen seinen letztjährigen Verein immer wieder an. Das sei Teil seiner Rolle, sagt er dazu.

Ein Ball und fünf Zuschauer: Trotz des klaren Sieges, Näfels Fehlerquote (27 Fehler, davon allein 11 im 1. Satz) war hoch, aber immerhin besser als jene des Gegners (30)

Dalibor Polak: Ab dem zweiten Satz spielten wir mit mehr Selbstvertrauen und servierten besser. Wir waren heute besser. Im Europacup aber spielten wir noch stärker. Trotzdem bin ich zufrieden


























































































