Volley Näfels spielt im Ostschweizerderby gegen Amriswil unter seinem normalen Level und verliert
Der Spitzenkampf zwischen Leader Amriswil und dem drittplatzierten Näfels hält nicht, was die Ausgangslage verspricht. Die Glarner sind chancenlos und verlieren mit 1:3 (17:25, 26:24, 17:25, 20:25). Trotzdem gibt es bei Näfels Lichtblicke.
Das Ostschweizer Derby im Tellenfeld zwischen Amriswil und Näfels war seit vielen Jahren wieder einmal ein Spitzenkampf. Amriswil steht an der Tabellenspitze, Näfels liegt auf Rang drei. Die mehr als achthundert Zuschauer sahen jedoch über weite Strecken eine einseitige Begegnung mit dominierenden Thurgauern, obwohl Ihr Topscorer und ehemalige Näfelser Iliya Goldrin nicht spielte. Coach Serramalera schonte ihn für das wichtige Spiel im CEV Cup in Belgrad.
Näfelser Ansturm
Der Auftakt ins Spiel misslang Näfels gründlich. Von den ersten vier Angriffen landeten drei ausserhalb des Spielfelds und schon führte Amriswil 7:3. Im weiteren Verlauf konnte sich Näfels steigern, doch das Spiel auszugleichen lag ausserhalb ihrer Reichweite. Mit 17:25 blieben sie chancenlos. Umgekehrte Vorzeichen zu Beginn des zweiten Satzes; fehlerhafte Amriswiler und effiziente Näfelser. Christian Bartholet, Mathias Corzo und Mariano Giustiniano buchten viele Punkte mit Blockouts. Näfels lag 15:11 in Führung, als Amriswils Coach Serramalera ein Time-Out verlangte. Danach waren die Thurgauer wie ausgewechselt und kehrten das Spiel vollends. Beim Stand von 24:20 hatten sie Satzbälle in Hülle und Fülle. Der Speaker frohlockte bereits über den bevorstehenden Satzgewinn. Doch dieser hatte die Rechnung ohne den Bartholet gemacht, der mit seinen ungewohnten Floatservices die Amriswiler überraschte. Bis zum Satzende parierte Näfels sämtliche Angriffe und zeigte sich in dieser Phase äusserst effizient. Mit diesem «grossen Ansturm», so Näfels’ Coach Verdi und dem sechsten Punkt in Serie dank des einzigen Näfelser Servicewinners, ging der Satz mit 26:24 an Näfels. «Das war ein gutes Comeback, weil wir konzentrierter waren», meinte Captain Risto Nikolov zu diesem Höhepunkt. Es waren die einzigen Minuten, während denen in der Halle Stimmung aufkam. Sonst war die Partie zu wenig umkämpft, um trotz der unermüdlichen Bemühungen des Speakers Derby-Atmosphäre aufkommen zu lassen.
Amriswils Tempo überfordert Näfels
Die Geschichte der beiden nächsten Sätze lässt sich kurzfassen. Amriswil spielte meist sehr gut, während Näfels nur noch in der ersten Hälfte des dritten Satzes zu gefallen wusste. Meist überforderten die schnellen Angriffe der Thurgauer die Gäste. Die 19 Punkte der Amriswiler Mittelangreifer belegen dies eindrücklich, Näfels dagegen war nur fünf Mal durch die Mitte erfolgreich. Coach Verdi erklärte, wie es dazu kam: «Wir servierten nicht gut, was es Amriswil vor allem in ersten und dritten Satz erlaubte, seine Mitte erfolgreich einzusetzen. Dies war unser grosser Fehler.» Am Ende musste sich Näfels mit 17:25 und 20:25 klar geschlagen geben. Positiv ist aber, dass Verdi im Verlauf des vierten Satzes mit Broch, Schmid, Jucker und Schwitter fast seine ganze Bank einwechselte, weil bei Näfels nichts mehr zusammenpasste. Dieses Personal machte seine Sache gut und liess sich nicht mehr weiter distanzieren.
Erfreuliches Comeback
Captain Nikolov meinte zum Spiel: «Unsere Konzentration war ein Grosses Auf-und-Ab. Es war wie immer gegen Amriswil, rätselhaft und schwierig zu verstehen.» Trainer Verdi äusserte sich ebenfalls kritisch und meinte zur Performance: «Wir waren recht weit weg vom besten Level. Wir hatten gute Momente, aber Amriswil spielte besser als wir.»
Das Erfreulichste dieses Spiels für Näfels war das Comeback von Libero Jonas Peter. Er hat sich von seiner Krankheit, der Infektion mit dem Pfeifferschen Drüsenfieber erholt. Nach dem ersten Meisterschaftsspiel war er während Wochen völlig schlapp, erholte sich danach aber rasch und fühlt sich wieder gut. «Es ist schön wieder zurück zu sein, aber nicht cool, dass wir nicht gewonnen haben», sagte Peter und ergänzte: «Wir zogen heute einen recht schwachen Tag ein. Wir hatten bei Block-Defense den Zugriff nicht. Mein Eindruck ist, dass wir hinten manchmal etwas schläfrig waren. Allerdings spielte Amriswil auch sehr gut und schnell, gegen ein solches Team darf man auch verlieren.»
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Matchtelegramm
Volley Amriswil - Volley Näfels: 3:1 (25:17, 24:26, 25:17, 25:20)
Tellenfeld, Amriswil. – Spieldauer: 91 Minuten.
SR: Sikanjic, Hefti
Volley Amriswil:
Startformation: Jovanovic (Passeur, 3 Punkt), Diem (Libero), Imhoff (Captain, 10), Höhne (7), Urueña (16), Jukic (12), Weisigk (22)
Einwechslungen: Sorgue, Schalch
Headcoach: Juan Serramalera
Assistant Coach: Paolo Falabella
Volley Näfels:
Startformation: Chancy (Passeur, 1), Nikolov (Captain, 2), Peter (Libero), Corzo, (14), Giustiniano (16), Bartholet (14), Campbell (4)
Einwechslungen: Schwitter (2), Schmid, Broch (4), Bogdanovski, Jucker
Headcoach: Ignacio Verdi
Assistant Coach: Álvaro Jurado

Amriswil – Näfels 3:1

Christian Bartholet

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