Montag, 28. Oktober 2024; 17:00
NLA

Volley Näfels spielt im Derby gegen Jona seine Erfahrung aus

Von: Köbi Hefti

Näfels gewinnt das erste Lokal-Derby gegen Jona in drei Sätzen (25:20, 25:17, 26:24). Dem grösseren Druck der routinierten Glarner kann Jona nur phasenweise widerstehen.


Ausgangslage
Zum ersten Derby der Saison zogen viele Interessierte in die Lintharena. Während Näfels seine Ziele für diese Saison zurückhaltend formuliert, will Jona einen Schritt näher an die Spitzenteams rücken. Mit den Punktgewinnen im ersten Saisonspiel gegen Lausanne UC und am Samstag daheim gegen Chênois haben die Joner ihre Ambitionen untermauert. Im Spiel nur einen Tag vor dem Derby überzeugte Jona gegen die Genfer in einem hart umkämpften Spiel trotz Niederlage (2:3). Der Zusatzpunkt ging nach dem 16:18 im Tie-Break jedoch an die Genfer. Näfels, trat am Samstag in St. Gallen beim Aufsteiger an und gewann 3:0. In der gewölbten Alten Kreuzbleiche, mit den vielen tiefen Verstrebungen und Geräten, kamen die Glarner gut zurecht und zeigten sich kämpferisch. Im dritten Satz wankten sie kurz, gewannen aber trotzdem klar.

Der Verlauf des Derbys
Der erste Punkt zwischen Näfels und Jona ging aufs Konto von Näfels’ Urgestein Nico Süess, der in dieser Saison aber für Jona aufläuft. Zu seinem Auftritt als Gast in der Lintharena sagte er: «Es war komisch auf der anderen Seite und in anderen Farben auf dem Platz zu stehen – aber es machte Spass.». Der Startsatz verlief ausgeglichen mit schönen Angriffen beider Teams. Erst die Flatterservices von Näfels Mittelblocker Connor Campbell gaben dem Spiel eine andere Richtung. Jonas Annahme bekundete damit grosse Mühe. Näfels nutzte diese Schwäche kompromisslos und ging 18:12 in Führung und gewann den Satz mit 25:20. Im zweiten Satz profitierten die St. Galler zunächst vom fehlerhaften Auftakt der Glarner. Doch Jona nutzte diese Schwäche nicht aus, blieb im Angriff zu harmlos. Abstimmung und in wichtigen Momenten falsche Entscheidungen seien die Gründe gewesen, meinte Süess dazu. Erneut waren es Services, diesmal von Näfels’ Captain Nikolov, die Jona in die Knie zwangen. Nach sechs Punkten in Folge stand es 17:10 und am Ende 25:17.

Die Beinahe-Wende
Nachdem Näfels zu Beginn des dritten Satzes auf 10:4 davonzog, schien das Ende nahe. So dachten viele, wohl auch die Spieler. Doch Jona kämpfte, zeigte seinen Derby-Charakter, spielte sehr schnell und hatte mit dem Kanadier Luis Lange einen Mittelangreifer, der brillierte. Jona ging 22:21 in Führung. Zum Satzgewinn reichte es trotzdem nicht. Den zweiten Satzball verwertete Näfels mit einem Blockpunkt zum 26:24 und zum 3:0 nach Sätzen.

Stimmen zum Spiel
Nico Süess bilanzierte: «Der klare Sieg von Näfels geht in Ordnung.» Jonas Trainer Johan Verstappen meinte: «Service und Anschlag waren die grossen Unterschiede. Wir hatten keinen Druck in unseren Services, machten aber viele Fehler. Dazu war die Annahme nicht konstant. Wenn diese beiden Komponenten nicht stimmen, dann passieren im Aufbau und Angriff auch noch andere Fehler. So wird es gegen eine erfahrene Mannschaft wie Näfels immer schwieriger.» Näfels Best Player Gabriel Chancy sagte: «Die Differenz machten wir mit dem Service und dem Block. Mit unserem Druck brachten wir den Gegner in schwierige Situationen und verhinderten, dass er sein geplantes Angriffsspiel aufziehen konnte. Aber auch wir machten mehr Fehler als erwartet.» Zur Beinahe-Wende im dritten Satz meinte Näfels Coach Ignacio Verdi: «Nach dem grossen Effort gestern mit dem 3:0 gegen St. Gallen waren wir auch heute in diese Richtung unterwegs, spielten viel besser als der Gegner. Dann aber reduzierte Jona seine Fehlerquote, während wir mehr Fehler machten und in der Konzentration nachliessen. Am Ende zeigte sich aber wieder die Mentalität des Teams. Wir lösten die Aufgabe mit Erfahrung und der Persönlichkeit jedes einzelnen Spielers.»

Fazit
In wichtigen und kritischen Situationen spielte Näfels im ersten Lokalderby gegen Jona seine Erfahrung aus. Dies war neben druckvollen Services der Glarner am Ende ausschlaggebend. Das Verdikt mit dem 3:0 für Näfels ist klar, doch Jona bewies während des ganzen Spiels, dass es druckvoll spielen kann. Wenn wie im dritten Satz Service und Annahme funktionieren, überzeugt die Verstappen-Truppe.

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Matchtelegramm

Volley Näfels – TSV Jona Volleyball 3:0 (25:20, 25:17, 26:24)

Lintharena, Näfels. – Spieldauer: 72 Minuten.

SR: Rüegg, Bastante


Volley Näfels:
Startformation: Chancy (Passeur, 1 Punkt), Nikolov (Captain, 7), Broch (Libero), Corzo, (18), Giustiniano (9), Bartholet (11), Campbell (9)
Einwechslungen: Schwitter (2), Schmid (1), Bogdanovski, Jucker (Passeur)

Headcoach: Ignacio Verdi
Assistant Coach: Álvaro Jurado

Bemerkungen: Libero Peter rekonvaleszent


TSV Jona Volleyball:
Startformation: Olsen (Passeur), Caviezel (Captain, 6), Weiss (Libero), Lange (11), Margot (10), Süess (10), Lauener (4)
Einwechslungen: Plizga (1), Ablondi (Passeur, 2), Licka, Noël Clement, Schmid (Libero)

Headcoach: Johan Verstappen
Assistant Coach: Nico Beeler

Jona gratuliert Näfels zum 3:0 Sieg im ersten Derby der Saison

Nico Süss hatte auch als Joner Spass in der Lintharena

Captain Risto Nikolov und seine Kollegen machten mit den Services viel Druck auf Jona

Der Näfelser Block war ein Erfolgsfaktor

Best Player: Gabriel Chancy