Montag, 19. Dezember 2022; 07:00
NLA

Volley Näfels schlägt Luzern in unspektakulären 60 Minuten

Von: Kai Aebli

Die Glarner Volleyballer gewinnen das vierte Spiel in Folge mit 3:0 Sätzen und holen sich weitere wichtige Punkte in der Qualifikation für die Playoffs – Volley Näfels – Concordia Volley Luzern: 3:0 (25:19, 25:23, 26:24).


Die Ausgangslage vor dem Spiel zeigte eine enge Tabelle. Mit einem Sieg hätte Luzern Amriswil überholen und den vierten Rang einnehmen können. So steht Näfels nun mit zwei Punkten Rückstand auf Genf auf dem zweiten Rang. Das erste Spiel im Januar gegen die Westschweizer wird also darüber entscheiden, wer der Leader sein wird.

Näfels startete wie gewohnt mit Podleśny als Passeur, Ropponen als Diagonalangreifer, Goldrin und Beeler auf der Aussenposition, Mejia und Nikolov als Mittelblocker und Küng komplettierte die Starting-Six als Libero. Bei Luzern starteten die bekannten Gesichter. Die einzige Überraschung – Topscorer Listanskis stand nicht auf dem Feld. Für ihn spielte Lubina auf der Diagonalposition.

«Es war ein spezielles Spiel für mich, ich habe immer noch viele Freunde in Luzern. Aber ich freue mich sehr jetzt in Näfels zu spielen. Es war das erste Mal, dass meine Familie in die Schweiz kam und mich in Europa spielen sieht. Das war sehr schön.» kommentierte der Kolumbianer Leandro Mejia die Partie. Der Südamerikaner spielte letztes Jahr noch für Luzern, steht in dieser Saison aber bei Näfels unter Vertrag und beeindruckt immer wieder mit seiner gewaltigen Sprungkraft und Schlaghöhe.

Das Spiel startete sehr ausgeglichen. Es zeigte sich schnell, dass beide Teams Mühe hatten den Rhythmus am Service zu finden. Die Aufschläge waren beidseits nicht sehr druckvoll. So konnten die beiden Zuspieler Podleśny und Harksen immer wieder erfolgreich die Mittelblocker anspielen. Besonders Lengweiler überzeugte in der Startphase der Gäste. Allerdings genügte seine Leistung nicht. Näfels blieb dran und bei Aufschlag Goldrin konnten sich die Hausherren Satzentscheidend in Führung bringen. Drei Break-Punkte in Folge führten zum Spielstand von 22:17. Den Vorsprung gab Näfels nicht mehr her und brachte den ersten Satz, nach einem Doppelwechsel mit Gygli und Süess für Podleśny und Ropponen, mit 25:19 ins Trockene.

Im zweiten Durchgang erwischte Näfels einen Blitzstart, zog sofort davon, brachte sich 6:2 in Führung und zwang Luzerns Coach zu einem Timeout. Es war ein Spiel, das von Fehlern geprägt war. Beide Seiten leisteten sich immer wieder unnötige Patzer. So erwischte Näfels nach dem glorreichen Start direkt ein Tief und liess Luzern zum 7:7 ausgleichen. Der zweite Satz bot mehr Spannung als der erste. Mehrere Führungswechsel und Aufholjagden beider Teams machten die Partie wieder attraktiver. Plötzlich lag Luzern mit 19:16 in Front. Doch Näfels reagierte souverän. Ropponen und Beeler buchten je zwei Punkte auf ihr Konto und konnten so auch den zweiten Satz für Näfels entscheiden.

Der letzte Satz war ein Abbild des zweiten. Näfels startete sehr gut, ging erneut früh in Führung und leistete sich dann in der Mitte des Satzes wieder zu viele Fehler. So konnten die Innerschweizer nochmals aufholen. Näfels Mittelblocker Mejia – der später zum besten Spieler gewählt wurde – hatte aber etwas einzuwenden. Er bekam in diesem Satz acht Bälle, verwertet fünf davon direkt und erzielte ein Ass. Der Kolumbianer machte im Entscheidungssatz den Unterschied und so gewann Näfels den spannendsten Durchgang nach einem Angriff von Goldrin mit 26:24.

Näfels Passuer Podleśny meinte nach dem Spiel: «Es war ein sehr hartes Spiel, wir erwarteten ein hartes Spiel und es stellte sich als solches heraus. Wir sind glücklich, dass wir drei Punkte fürs Ranking geholt haben. Das war sehr wichtig für uns.», der 27-jährige Pole führte weiter aus: «Es war kein Spiel wie die letzten paar Spiele gegen Jona, Lausanne und Amriswil. Vielleicht sind wir müde, oder im Kopf schon Zuhause bei unseren Familien. Morgen startet unsere Weihnachtspause. Aber was zählt ist, dass wir heute gewonnen haben.


Matchtelegramm

Volley Näfels – Concordia Volley Luzern: 3:0 (25:19, 25:23, 26:24)

Lintharena, Näfels. – Spieldauer: 68 Minuten. – 200 Zuschauende.

SR: Hefti, Auricht


Volley Näfels:
Startformation: Podleśny (Passeur), (4 Punkte), Küng (Libero), Beeler (10), Goldrin (10), Nikolov (7), Mejia (11), Ropponen (15) 
Einwechslungen:  Gygli (Passeur), (Captain), (0 Punkte), Süess (0) 

Headcoach: Matjaz Hafner
Assistant: Alvaro Jurado


Concordia Volley Luzern:
Startformation: Harksen (Passeur), (Captain), (3 Punkte), Gautschi (Libero), Lengweiler (12), Jukic (12), Müller (7), Lubina (2), Fall (2) 
Einwechslungen: Alessandrini (0 Punkte), Peter (Libero), Traagstad (7) 


Headcoach: Ignacio Verdi
                                         

 

Bereit auch im letzten Spiel des Jahres: Näfels schlägt Luzern 3:0

Best Player Leandro Mejía: Hier im Duell mit Schweizer-Nati Mittelblocker Alexander Lengweiler

Starke Gegenwehr: Luzerns Block steht oft gut, doch Antti Ropponen und seine Kollegen finden oft die guten Antworten darauf

Durchgesetzt: Nico Beeler findet in der Diagonalen die Lösung

Jubel nach dem Startsatz: Der erste Satz ist lange ein Kopf-an-Kopf-Rennen, am Ende setzt sich Näfels aber klar durch

Starke Defensive: Die Hälfte der Luzerner Angriffe bleibt in Näfels Abwehr hängen

Monsterblocks: 10 direkte Blockpunkte für Näfels

Durch die Mitte: Mittelangriffe und Pipes als Erfolgsrezept

Matchball: Antti Roppenens Finte kann Luzerns Verteidigung nicht unter Kontrolle bringen, der Ball wird zum Penalty für Iliya Goldrin

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