Montag, 9. Januar 2023; 06:55
NLA

Volley Näfels schlägt Leader Chênois

Von: Köbi Hefti

Der Start ins neue Jahr gelingt Volley Näfels nach Mass. Die 2:0 Satzführung der Glarner können die Genfer noch wettmachen, doch im Tiebreak setzt sich Näfels mit 15:11 durch.


«Das war ein guter Start ins neue Jahr», sagt Näfels’ Passeur Podleśny mit strahlendem Gesicht zum Sieg gegen Leader Chênois. Das Duell zwischen dem Spitzenreiter und dem Verfolger war spannend und zugleich ein Wechselbad der Gefühle. «Wir spielten unglaublich gut», meinte Podleśny zu den beiden ersten Sätzen seines Teams. Danach überzeugten die Westschweizer zwei Sätze, ehe Näfels im Tie-Break wieder besser ins Spiel fand.

Besser geht es kaum
Nach einem ausgeglichenen Beginn stand es 7:6, als Leandro Mejía zum Service schritt und mit seinen speziellen Services die Entscheidung im Startsatz einläutete. Immer wieder war die Verteidigung der Glarner zur Stelle. So auch beim Stand von 8:6, als Mitttelblocker Mejia in der Manier eines Liberos mit einer unglaublichen Verteidigungsaktion, bei der er die weit hinter dem Feld stehenden Banden wegräumte, einen Ball rettete. Ähnlich spektakulär waren auch die nächsten Bälle, stets mit dem besseren Ende für Näfels. 13:6 führte Näfels nach diesem Furioso. Da Näfels sein Niveau weiter hochhielt, dominierte es und gewann den Satz mit 25:15.

Im zweiten Umgang zeigte sich Näfels noch einen Hauch besser - es war Näfels bester Satz der bisherigen Saison. Was die Spieler auch anpackten, alles gelang. Ausgangspunkt dazu war erneut die Defensive. «Vor allem Block und noch mehr die Verteidigung waren hervorragend. Was wir aus all dem gemacht haben, war wirklich unglaublich», kommentierte Trainer Matjaz Hafner diese Phase des Spiels. Nach dem 1:5 Rückstand verlangte Chênois schon ein Timeout. Doch mehr als einen Breakpunkt schafften die Platzherren nicht. So blieb Näfels Vorsprung bestehen und je länger der Satz dauerte, umso grösser wurde der Abstand. Am Ende ging auch der zweite Satz mit 25:18 diskussionslos an Näfels.

Spiegelbild mit umgekehrten Vorzeichen
Im dritten und vierten Satz konnte Näfels nicht mehr an seine Galavorstellung anknüpfen. Vor allem im dritten Satz kippte das Spiel auf die andere Seite. Chênois gelang fast alles. Besonders eindrücklich dabei waren die Mittelangriffe. Trotz teilweise mässiger Annahmen lancierte Chênois’ Zuspieler Rey sein Mittelangreifer äusserst erfolgreich, dazu lief der lange verletzt gewesene Jovan Djokic zur Hochform auf. Näfels Coach Hafner verriet, was er schon nach dem zweiten Satz befürchtete: «Es war mir bewusst, dass es hart sein wird auf demselben Level weiterzuspielen.» Dabei verwies er auf die letzten drei Wochen ohne Ernstkampf, die achttägige Weihnachtspause und das anschliessende harte Training. «Wir strauchelten, während Chênois sein Level steigern konnte», so Hafner. Nach dem klaren Verdikt des dritten Satzes - er ging mit 25:17 an die Einheimischen - und dem Glarner Fehlstart mit einem 0:4 Rückstand in Satz vier sprach viel für den Leader und nur noch wenig für den Verfolger. Doch Näfels konnte sich aufraffen, ging gar 16:15 in Führung, brachte sich aber darauf sogleich selbst um die Früchte, denn nach Missverständnissen hätten sie auch diesen Satz (22:25) verloren, bedauerte Coach Hafner.

Sechs Spiele – sechs Siege
Passeur Podleśny erklärt, wie sein Team nach dem Ausgleich und vor dem Entscheidungssatz reagierte: «Wir hatten nichts zu verlieren und sagten uns: Lass uns doch noch zehn Minuten einen guten Job machen.» Und genau so war es. Nach einem Blitzstart führte Näfels 4:1, spielte wieder stark und machte kaum noch Fehler. Die Glarner gaben die Führung nie mehr aus den Händen. Genau zwei Stunden nach Anpfiff konnte Näfels nach dem 15:11 im fünften Satz jubeln. Näfels ist das erste Team, das den Genfern Punkte auf dessen Terrain abknöpfte. Trainer Hafner meinte: «Wenn uns jemand zuvor zwei Punkte beim Leader zugesichert hätte, wir hätten das sofort genommen. Das ist ein guter Start in den zweiten Teil der Saison.» Dieser Sieg beim bisher stärksten Team der Qualifikation war der perfekte Abschluss der zweiten Qualifikationsrunde für Näfels – es war der sechste Sieg im sechsten Spiel.

Matchtelegramm

Chênois Genève Volleyball
- Volley Näfels: 2:3 (15:25, 18:25, 25:17, 25:22, 11:15)

Centre Sportif Sous-Moulin, Thõnex (GE).-
Spieldauer: 107 Minuten.

SR: Grellier, Jungen


Chênois Genève Volleyball:
Startformation: Rey (Passeur, 5 Punkte), Djokic (Captain, 13), Fischer (Libero), Radic (16), Urueña (15), Brzakovic (8), Rammé (6)
Einwechslungen: Jucker (Passeur, 1), Abramov (1)

Headcoach: Marco Camperi
Assistant Coach: Emmanuelle Aime

Volley Näfels:
Startformation: Podleśny (Passeur, 9 Punkte), Küng (Libero), Beeler (9), Goldrin (15), Nikolov (10), Mejía (13), Ropponen (19)
Einwechslungen: Gygli (Captain, Passeur), Aebli, Süess (2), Thuner (0)

Headcoach: Matjaž Hafner
Assistant Coach: Álvaro Jurado Moreno

Grosse Freude: Näfels ist das erste Team, das in dieser Saison in Genf punktet, ja gar gewinnt

Best Player: Leandro Mejía – nicht zuletzt dank seiner speziellen Services und Libero-Einlage im ersten Satz

Hervorragende Defensive: In der Annahme nicht immer sattelfest, dafür umso stärker, wenn der Ball im Spiel war

Pfeilschneller Zuspieler: Błażej Podleśny musste teilweise lange Wege gehen, trotzdem fanden seine Zuspiele die Mitspieler

Cleverness: Jovan Djokic suchte und fand den gegnerischen Block sehr oft

Starke Mitte der Genfer: Dejan Radic buchte 12 und Best Player Daniel Urueña sogar 14 Mal

Nico Beeler: Er bewies in Genf erneut, welch kompletter Spieler er ist

Cleverness in Person: Antti Ropponen fand in den ersten beiden Sätzen und im Tie-Break fast immer eine Lösung

Jubel nach dem vorentscheidenden 13:9: Nach einer Defense von Passeur Podleśny passt Goldrin zu Ropponen, der sich gegen Chênois’ Dreierblock durchsetzt

Fast alle im Einsatz: Alle gesunden Ersatzspieler waren in Genf mehr oder weniger lang auf dem Feld