Montag, 25. November 2024; 08:00
NLA

Volley Näfels schlägt Aufsteiger Sursee

Von: Köbi Hefti

Volley Näfels schlägt den Aufsteiger Sursee mit 3:0 (25:20, 25:14, 25:18). Bei den Glarnern stehen drei andere Spieler in der Starformation als üblich.


Nach dem Höhenflug im Europacup am Donnerstagabend mit dem Sieg gegen Komárno in einem dramatischen und kräftezehrenden Spiel, war am Samstag wieder NLA-Alltag angesagt. Der punktelose Aufsteiger Sursee war Gast in der Lintharena. Coach Ignacio Verdi nominierte im Vergleich zu seiner Stamm-6 drei neue Spieler und erklärte: «Dies war nicht so geplant. Aber Mathis Jucker hat es nach dem Spiel am Donnerstag verdient zu spielen und Roy Schmid nominierte ich für den an der Schulter angeschlagenen Risto Nikolov.» Dazu ersetzte Nathan Broch erneut Mariano Giustiniano, welcher pausierte, um sein angeschlagenes Bein zu schonen.

Eine besondere Geschichte
Zu Beginn des Spiels kam Näfels nicht auf Touren. Der Aufsteiger überraschte den Favoriten und ging 6:4 in Führung. Diesen Blitzstart von Sursee stoppte Roy Schmid mit vier Service-Assen in Folge abrupt. Ab diesem Moment diktierte Näfels das Spiel. Schmid stand erstmals bei Näfels in der Startformation und sagte dazu: «Dies war für mich etwas überraschend, aber ich bin sehr stolz, dass mir der Trainer vertraute. Es machte mir Spass.». Näfels liess danach nichts mehr anbrennen und kam zu Satzbällen in Hülle und Fülle, verwertete jedoch erst die vierte Chance zum 25:20. Auch zu Beginn des zweiten Satzes wusste Sursee zu gefallen, führte 6:4. Romeu Beltramelli, der Coach von Sursee meinte dazu: «Wir hatten gute Momente im Spiel, nutzten taktisch und technisch alles, was wir können. Damit bin ich zufrieden.» Mit zunehmender Spieldauer wurde der Klassenunterschied immer sichtbarer. Sursee stand unter Dauerdruck. Die Näfelser Services wirbelten die Annahme der Luzerner völlig durcheinander. Der eindeutige Satzgewinn von Näfels mit 25:14 belegt dies in Zahlen. Auch danach blieb Näfels ständig am Drücker und gewann den dritten Satz mit 25:18. Mit dabei waren ab Satzmitte auch die beiden jüngsten Näfelser: Tom Schwitter und Dejan Bogdanovski. Vor allem für Schwitter war dies eine besondere Geschichte, wie er erzählte: «Ich kam für Mathias Corzo. Das ist anders als ein Doppelwechsel. Der Topscorer des Teams und ich, das ist ein grosser Unterschied. Ich verspürte mehr Druck und damit ging ich nicht so gut um. Ich versuchte sicherer zu spielen, prügelte nicht so drauf wie sonst.»
Bogdanovski, der so lange wie noch nie im Einsatz war, sagte: «Ich kam hauptsächlich für Service und Annahme ins Spiel. Anfänglich spürte ich die Nervosität trotz des nicht so starken Gegners schon. Nach der zweiten Annahme war aber alles super. Gerne hätte ich auch vorne am Netz mehr zeigen wollen. Schön war, dass wir Ersatzspieler alle spielen konnten.»

Eine Frage des Motivationslevels
Roy Schmid erklärt, was das Besondere solcher Spiele ist: «Es ist herausfordernd gegen ein Team, das aus einer tieferen Liga aufsteigt, mit dem Kopf immer dabei und motiviert zu bleiben. Zudem ist es schwerer gegen ein Team zu spielen, das physisch nicht so entwickelt ist wie erfahrene NLA-Teams.» Sie seien sich gewohnt möglichst hoch zu blocken, mit den Händen möglichst weit übers Netz zu langen, sagt er. «Gegen Angreifer, die weniger hoch und schnell sind, ist das nicht nötig. Sich darauf einzustellen und anzupassen, braucht Zeit», so der Mittelblocker. Mathis Jucker erfuhr eine Stunde vor dem Spiel, dass er erstmals als Passeur in der Starting-6 stehen würde. «Das hat mich gefreut», sagt er, doch viele Gedanken hätte er sich nicht gemacht und erklärt: «Ich sagte mir, mein Job ist derselbe wie im Europacupspiel von Donnerstag. Den Motivationslevel bei solchen Spielen hochzuhalten, ist das Heikelste. Aber das ist dem Team, abgesehen von einzelnen Phasen, gut gelungen.» Zum Spiel sagt er, dass das Niveau nicht besonders gut gewesen sei und ergänzt: «Sursee nahm oft schlecht an, was es uns einfacher machte. Wir hatten Spass. Das Coolste war aber die Stimmung in der Halle. Sie war zwar nicht ganz vergleichbar mit der unübertrefflichen Stimmung beim Spiel gegen Komárno vor zwei Tagen, aber ich finde, dass sie von Spiel zu Spiel besser wird.»

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Matchtelegramm

Volley Näfels – VBC Sursee: 3:0 (25:20, 25:14, 25:18)

Lintharena, Näfels. – Spieldauer: 62 Minuten.

Schiedsricher: Zindel, Stalder


Volley Näfels:
Startformation: Jucker (Passeur, 4 Punkte), Peter (Libero), Corzo, (9), Schmid (7), Broch (10), Bartholet (13), Campbell (6)
Einwechslungen:  Chancy (Passeur), Schwitter (2), Bogdanovski (0)

Headcoach: Ignacio Verdi
Assistant Coach: Álvaro Jurado


VBC Sursee: 
Startformation: Widmer (Passeur, 2), Wigger (Libero), Mladenovic (6), Baumgartner (7), Christen (2) , Flückiger (10), Schmid (10)  
Einwechslungen: Peter (Libero), Amrein, Simonett, Tanner (2)

Headcoach: Romeu Beltramelli

Volley Näfels – VBC Sursee

Juckers Premiere als Zuspieler der Startinug-6 gelang sehr gut

Roy Schmid als Mittelblocker gehörte erstmals und Nathan Broch als Aussenangreifer zum zweiten Mal zur Startformation

Freude pur

Gute Laune: Die Bank mit Mathias Corzo (hinten) und Connor Campbell

Strahlender Trainer: Ignacio Verdi hatte sichtlich Freude am Aufritt seines Teams, besonders im dritten Satz, als die Teamjüngsten am Werk waren