Sonntag, 16. Dezember 2012; 20:07
NLA

Volley Näfels schafft Einzug ins Viertelfinale im Swiss Cup

Von: Rolando K. Küng

Die Näfelser Volleyballer erfüllten die Erwartungen und besiegten die Amateure von Lutry-Lavaux mit 3:0 Sätzen. So klar wie dieses Resultat auf den ersten Blick vermuten lässt, war es aber bei weitem nicht. Im Startsatz brauchte Volley Näfels ganze sieben Satzbälle um diesen mit 32:30 ins Trockene zu bringen.

 

"Solche Cup-Spiele sind immer schwierig und wir können eigentlich nur verlieren", meinte denn auch Trainer Dalibor Polak nach dem Sieg. "Eigentlich sind mir Spiele gegen starke Gegner lieber, denn da müssen wir von Anfang an voll spielen und jeder weiss worum es geht", blickte Polak voraus. Denn schon der nächste Gegner kann ja jedes der starken NLA-Teams sein.

 

Wer das Spiel gesehen hat, weiss genau wovon der Tscheche spricht. Lutry-Lavaux war der erwartet unbequeme Gegner, nicht zuletzt deshalb, weil auch diese Mannschaft einige sehr gute Volleyballer in seinen Reihen hat. Den Gebrüdern Jaton am Pass und auf der Libero-Position fehlen vielleicht einige Zentimeter an Körpergrösse, beide sind aber mit viel Feuer dabei und tragen das Spiel der Waadtländer. Mit Corda, Baldy und Smetana haben sie Spieler, welche auch in einem guten NLA-Team bei entsprechendem Training jederzeit mithalten könnten. Und so war es nicht überraschend, dass sich Lutry-Lavaux in Satz eins auch nach mehrmaliger Näfelser-Führung nie richtig abschütteln liess. Trotzdem schien beim Stand von 24:20 der erste Durchgang gelaufen, die Näfelser Spieler entspannten sich bereits. Pulko, Polak und Kankaanpää passierten dann aber prompt Fehler und plötzlich war auch der letzte Satzball weg. Nicht nur dass Lutry ausglich, es ging gar in Führung, weil Schiedsrichter Wolf Passeur Gygli einen Rückpass abpfiff, der aber ganz sicher sauber gespielt war. So hatten die Romands ihrerseits vier Satzbälle in Serie, welche aber Ehrat, Pulko und Polak allesamt abwehren konnten. Ein erfolgreicher Angriff von Polak brachte den siebten Satzball für Näfels. Es war ein herrlicher Killerblock von Stefan Ilic und Toni Kankaanpää auf einen Angriff von Nicolas Baldy, welcher den schon lange vorher fällig gewesenen zweiten Punkt Vorsprung für die Glarner zum Satzgewinn brachte.

 

Lutry-Lavaux angeschlagen

Ganz offensichtlich war dieser Satzverlust für die Welschen ein gehöriger Knacks. Denn nun spielten sie zeitweise sehr fehlerhaft, was Volley Näfels erlaubte, die Schraube immer mehr anzuziehen und sie zu distanzieren. Der Druck war gross und die Glarner spielten jetzt so auf, wie man das eigentlich von ihnen schon früher erwartet hatte. Jetzt mit Ivan Bedrac am Pass und Ugi Ilic auf Diagonal, schalteten und walteten die Gastgeber nach Belieben. Entsprechend kurz und klar war das Ergebnis dieses zweiten Satzes mit 25:16.

 

Überflieger Pulko

Doch wer nach der Pause ein schnelles Ende erwartete, sah sich getäuscht, obwohl die Spieler um Captain Büsser auch jetzt wieder starteten wie die Feuerwehr. Bald stand es 10:4. Durch Eigenfehler kam kurze Zeit später Lutry-Lavaux wieder bis auf drei Punkte heran. Grund genug für Coach Carolino ein Timeout zu nehmen. Und es zeigte Wirkung, denn fortan hielt Volley Näfels seinen Gegner problemlos auf Distanz. In dieser Phase sah das zu spärlich erschiene Publikum erneut einige wunderschöne Angriffe des Slowenen Zlatko Pulko. Einfach phänomenal, seine Sprungkraft und die Fähigkeit den Angriff so zu verzögern bis der Ball genau passt und er ihn, bereits ohne Block, auf den Boden schmettern kann. Den Matchball durfte Ugi Ilic verwerten, welchem ein gutes Spiel gelang und punkto Einsatz immer wieder hervorstach. Libero Dani Werner schliesslich wurde verdient zum besten Spieler im Näfelser Team gewählt und damit einmal mehr für seine Flugeinlagen ausgezeichnet.

 

Wer wird Näfels' nächster Gegner?

Die Auslosung für die Viertelfinal-Paarungen findet heute Montag statt. Mit Ausnahme von Volley Oberdiessbach, dem Tabellenleader der NLB Westgruppe, verbleiben nur noch NLA-Teams im Swiss Cup. Prominentester Verlierer ist sicher der TV Schönenwerd, welcher gegen Lugano klar mit 3:0 verlor. Aber dieses Schicksal hätte wohl, bei der jetzigen Stärke Luganos, jeden andern NLA-Verein ebenfalls ereilt.

 

 

Matchtelegramm

 

linth arena sgu, 16. Dezember 2012, 17:00

Spieldauer  77 Minuten

Zuschauer: 139   

 

Volley Näfels - VBC Lutry-Lavaux 3:0 (32:30, 25:16, 25:21)

 

Volley Näfels:

Bedrac und Gygli (Passeur), Werner (Libero), Büsser (Captain), Pulko, Stefan und Ugliesa Ilic, Kankaapää, Polak, Ehrat; Nico Beeler verletzt.

Spielertrainer: Dalibor Polak, Coach: Pedro Carolino

 

VBC Lutry-Lavaux:

Corda (Captain), Antonin Jaton (Passeur), Mathieu Jaton (Libero), Baldy, Maiorana, Smetana, Remy; Carrel, Egger, Ramelet, Ramier

 

1. SR: Christian Wolf

 

Bild: Köbi Hefti - Ugi Ilic schlägt nicht nur hart, er kann auch Bällen nachhechten und dies scheint sogar den Coach und den Trainer zu überraschen. Wenn man dies aus ihren Gesichtern lesen kann. Dieser Ball brachte übrigens Sekundenbruchteile später den Punkt durch einen Angriff von Pulko