Dienstag, 24. Februar 2015; 10:06
NLA

Volley Näfels ringt Lugano mit unbändigem Wille 3:0 nieder

Von: Köbi Hefti

Die Schlüsselszenen des Spiels ereigneten sich am Ende des ersten Satzes, als Näfels Satzbälle abwehrte und den Satz kippte. Damit brachen die Glarner den Tessinern das Genick.

 

Der Druck auf Biogas Volley Näfels im Spiel gegen Meister Lugano war sehr gross. Ein klarer Sieg war nötig, um den Anschluss an die Spitze zu halten. Diese Prüfung bestand Näfels. „Der Kampfgeist und der Wille, das Spiel klar zu gewinnen, waren
entscheidend“, lobte der Teammanager unmittelbar nach dem Schlusspfiff.

Das Genick gebrochen
Nach einem sehr ausgeglichen Start, bis zum 13:13 herrschte immer Gleichstand, konnte sich Lugano vor dem zweiten Timeout erstmals einen 3-Punkte-Vorsprung erspielen. Als es wenig später gar 22:18 für die Tessiner hiess und kurz darauf ein weiterer Näfelser Service weit ins Out segelte, kam Lugano beim 24:22 zu zwei Satzbällen. Näfels kämpfte mit viel Herzblut weiter, verteidigte ausgezeichnet und machte damit den Gegner ungeduldig und nervös. Die Dragons verhauten beide Satzbälle und kamen auch danach zu keinem erfolgreichen Angriff mehr. Ganz anders Näfels. Pulko und Ehrat sorgten für die beiden wichtigsten Punkte dieses Spiels, welche den Glarnern letztlich den vorentscheidenden Satzgewinn eintrugen. Präsident Martin Landolt sagte: „Das Ende des ersten Satzes hat dieses Spiel entschieden. Wir gewannen den Satz mit recht viel Glück, das brach Lugano jedoch das Genick und gab uns Auftrieb und Selbstvertrauen.“

Erinnerungen kamen auf
Nach einer Reihe von Martinez‘ Service-Granaten verlor Lugano im zweiten Satz den Tritt ganz. Den 8:1 Vorsprung verteidigte Näfels bis zum 19:12 souverän. Lugano reagierte mit dem Passeurwechsel. Damit erhielt das Spiel der Luganesi neue Impulse. Sie kamen Näfels beim 20:17 bedrohlich nahe und Erinnerungen an das Spiel in Lausanne wurden wach. Topscorer Pulko dazu: „Im zweiten Satz kam wieder Nervosität auf – doch heute haben wir das Niveau konstant durchgezogen, das war sehr wichtig.“ So spielte Näfels den Satz doch noch sicher zum 25:21 nach Hause.

Auch im dritten Satz war das Team von Dalibor Polak von Beginn an im Vorteil, lag stets in Führung. Dank einiger Geschenke mit Fehlangriffen und Servicefehlern in der zweiten Satzhälfte gelang den Gästen beim 20:20 der Ausgleich. Erneut aber vermochte Näfels dem Druck standzuhalten, machte seine Side-outs. Den ersten Matchball verwertete Näfels, nachdem es einen Lugano-Angriff parierte und Pulko den Konter mit einem platzierten Ball Satz und das Spiel abschloss.

Martinez von der Bank zum MVP
Captain Marco Gygli zum Erfolg: „Der Sieg war wichtig, das war schon beinahe unsere letzte Chance nachdem wir am Mittwoch verloren hatten. Wir wissen, dass wir sieben oder acht Siege benötigen, um den Final zu erreichen. Heute überzeugten wir als Team, alle kämpften. Dazu war die Annahme einigermassen gut. Wir hatten aber auch Glück, profitierten davon, dass Luganos Stamm-Libero nicht spielen konnte.“ Luganos Trainer Mario Motta sah die Ursache jedoch nicht primär bei seiner Feldverteidigung und Annahme, sondern beim Block und den sehr schlechten Gegenangriffen, aber auch darin, dass sie nicht in der Lage waren, den Kopf nach den vergebenen Satzbällen wieder richtig einzustellen. Denselben Punkt erwähnte auch Fabian Martinez. „Lugano ist sich nicht gewohnt zu verlieren, während wir an einen Sieg glaubten.“ Zu seiner überzeugenden Leistung meinte Martinez bescheiden, aber glücklich: „Gleich zu Beginn gelangen einige gute Aktionen und so war das Vertrauen da, welches notwendig ist um erfolgreich zu spielen.“

Fazit dies Spiels: Näfels war kämpferisch und taktisch sehr gut eingestellt und hatte mit Fabian Martinez mehr als eine Notlösung für den verletzten Friend. Auch Martin Landolt zeigte sich darüber glücklich: „Martinez spielte ein sensationelles Spiel. Es ist genau dies eingetroffen, was ich vor den Playoffs sagte. Wir haben jetzt Optionen, können Spieler ersetzen.“

Kleine Randgeschichte: Nach dem Spiel kam Stefan Ilic zum Berichterstatter und sagte: „Du musst unbedingt schreiben, dass ich mich bei meinem Team bedanke, denn wegen zwei meiner Fehler kamen wir ganz schön unter Druck. Aber dieses Team hat gekämpft und meine Lapsus ausgebügelt. Dafür bin ich sehr, sehr dankbar.“

Mein Kommentar zu Stefans Verhalten: Das ist Teamgeist, ehrlicher Teamgeist, auf dem Erfolge wachsen können.

Matchtelegramm
Biogas Volley Näfels – #Dragons Lugano 3:0  (26:24, 25:21, 25:23)

Linthalle SGU, Näfels, 21. Feb 2015, 19:00
Spieldauer  78 Minuten
Zuschauer: 380

Schiedsrichter: Philippe Schürmann, Matthias Becker

Biogas Volley Näfels:
Startformation:
Gygli (Passeur), Sutter (Libero), Vukasinovic, Pulko, Ehrat, Ilic, Martinez
Einwechslungen: Milic

Bemerkungen: Kyle Friend verletzt, Mittelblocker Blazo Milic (Montenegro, 2.10 M) als Ersatz für Dan Alexander mit erstem Heimauftritt

Trainer: Dalibor Polak
Assistenztrainer: Patrick Küng
Assistant Coach: Müller Manfred

#Lugano
Startformation:
Sanders (Passeur), Gelasio (Libero), Brander, Bruno, Vika, Aguilera, Puliti
Einwechslungen: Savic (Captain), Salas

Headcoach: Mario Motta
Assistant Coach: Matteo Bonacina Vlado Santo

MVP des Spiels, Fabian Martinez