Volley Näfels‘ Präsident Martin Landolt ist zuversichtlich
Biogas Volley Näfels ist auf einem guten Weg, der Playoff-Final das Ziel, meint Präsident Martin Landolt im Interview nach Abschluss des fast vier Monate dauernden Vorgeplänkels.
Herr Landolt, wie zufrieden sind Sie mit dem bisherigen Verlauf der Saison von Biogas Volley Näfels?
Martin Landolt: Je länger die Saison dauert, umso zufriedener bin ich. Wir haben uns zum Ziel die Qualifikation für Cup- und Playoff-Final gesetzt. Im Cup haben wir dies nicht erreicht. Es war sicher auch Lospech dabei. Wir bekamen einen schwierigen Gegner zu einem ungünstigen Zeitpunkt zugelost, aber das gehört zum Cup. In der Meisterschaft aber werden die Karten zunehmend für uns gemischt. Ich glaube, dass wir in der Lage sind den Playoff-Final zu erreichen.
Kann das Ausscheiden im Cup im Hinblick auf die Meisterschaft gar ein Vorteil sein, da der Fokus jetzt nur noch auf der Meisterschaft liegt?
Nur diesen Fokus zu haben ist sicher gut. Zudem haben wir die Saisonplanung grundsätzlich auf die jetzt kommende Phase ausgerichtet. Trainer Dalibor Polak konnte die Form der Mannschaft so aufbauen, um jetzt das nächste Zwischenziel, das heisst mindestens den zweiten Rang und damit die Qualifikation für den Final, anzuvisieren.
Im Team von Volley Näfels gab es auf diese Saison nach den diversen Abgängen einige neue Gesichter. Wie zufrieden sind Sie mit den Neuzuzügen?
Ich bin sehr zufrieden. Zu Beginn dauerte es einige Zeit, bis sich das Team fand. Die Abstimmung wird aber immer besser und genau deswegen bin ich überzeugt, dass die Mannschaft auf Kurs ist und sich noch steigern kann. Sie ist auf dem aufsteigenden Ast. Dies unterscheidet uns möglicherweise von den Mitkonkurrenten.
Was ist die grosse Stärke von Volley Näfels?
Es ist die Routine, die sich entwickelt hat. Wir haben einerseits erfahrene Spieler im Team, aber auch Junge, die mit einer erfreulichen Sicherheit agieren. Dies kann für uns ein mentaler Vorteil im Grosskampf unter den besten Teams sein. Dazu haben wir die verletzungsbedingten Sorgen überwunden. Der Trainer hat jetzt valable Optionen. Näfels lebt nicht mehr nur von sechs Spielern.
Gab es Spieler, die Sie in dieser Saison besonders beeindruckten?
Zlatko Pulko übernimmt sehr viel Verantwortung, dies widerspiegelt sich auch in der Topscorer-Rangliste. Wir haben aber mit Samuel Ehrat und Marco Gygli auch Schweizer Spieler, die einen hervorragenden Job machen. Ehrat hat sich enorm entwickelt und ist ein sehr zuverlässiger Spieler. Marco Gygli spielt wohl seine beste Saison überhaupt. Dazu agiert Marko Vukasinovic, den wir als junges Talent verpflichtet haben, wie ein alter Routinier, aber mit der Athletik eines Jungen. Er ist wesentlich sicherer und stabiler als wir es erwartet haben.
Was missfiel Ihnen bisher?
Wir hatten Pech mit den gesundheitlichen Schwierigkeiten einzelner Spieler. Fabian Martinez brauchte lange, bis er wirklich voll einsatzfähig war. Dazu kommt die persönlich sehr tragische Geschichte von Captain Dan Alexander, dessen Rücken nicht mehr mitmacht. Er erlebt somit fast dasselbe Schicksal wie sein Kollege Dean Bittner letztes Jahr. Beide müssen ihre Karriere hier in Näfels abbrechen. In den letzten Wochen fehlte Captain Dan Alexander als Spieler und Mensch sehr. Dies war mit ein Grund, dass die Leistung nicht immer dem Erhofften entsprach.
Der Ausfall von Mittelblocker Dan Alexander wird kompensiert?
Ja, wir haben einen 2.10 Meter grossen Spieler verpflichtet. Er ist bereits hier, hat sich gut eingeordnet. Beim letzten Spiel sass er auf der Tribüne und fieberte mit, wie wenn er schon Jahre bei uns wäre.
Was denken Sie über die Schwächen bei Service und Annahme?
Ich habe den Eindruck, dass die Serviceschwäche etwas nachlässt, eine gewisse Sicherheit einkehrt, aber das wird sich erst noch zeigen. Es ist aber auch die taktische Anweisung des Trainers beim Service zu riskieren. Ich vertraue Polak voll und werde deswegen sicher nie in der Kabine auftauchen. Der Trainer hat eine beeindruckende Entwicklung hinter sich, schaffte den Wechsel vom Spielertrainer zum Trainer ausgezeichnet. Er ist in der Lage die Spieler zu fördern und bringt uns mit seiner internationalen Erfahrung taktisch weiter.
Die Annahme ist noch zu wenig sicher, hauptsächlich gegen Mannschaften mit einem starken Service. Da können wir noch zulegen und werden von den vorhandenen Optionen auf der Bank profitieren.
Wer steht im Playoff-Final?
Ich stelle mir vor, dass dies Näfels und Lausanne sein werden. Hauptkonkurrenten sind Amriswil und Lugano. Wir wissen, dass wir alle diese Teams schlagen können, aber von diesen auch besiegt werden können. Die mentale Stärke, die Erfahrung und die Ersatzbank werden entscheiden, wer sich am Schluss durchsetzt.
Die Qualifikation dauerte fast vier Monate. Nun folgt die heisse Phase um den Einzug in den Final. Diese dauert gerade mal gut vier Wochen. Was halten Sie von dieser Planung?
Mit dem Modus bin ich generell nicht glücklich. Die Liga ist zu gross, es herrscht eine Zweiklassengesellschaft und man weiss voraus, welche Teams um den Titel und welche gegen den Abstieg spielen. Dies führt dazu, dass die Qualifikation ein aufwändiges Vorgeplänkel ist.
Ist der Modus mit ein Grund, dass der Zuschaueraufmarsch teilweise enttäuschend war? Oder sind die Glarner volleyballmüde?
Wir spüren im Vergleich zu den ganz erfolgreichen Zeiten eine gewisse Abnützung. Es ist nicht mehr wie früher, als der Gang ins SGU am Samstag und in die Kirche am Sonntag zu den Fixpunkten gehörten. Wenn es nun aber wieder spannend wird, die Chance besteht, dass Volley Näfels etwas Grosses erreichen kann, dann wird die Mobilisierung grösser sein als bei den Spielen, welche kaum Spannung versprechen.
Am Samstag luden Sie rund um das Spiel gegen Chênois die Sponsoren zu einem Apéro und einem Nachtessen ein. Welche Rückmeldungen erhielten Sie?
Es gab viele positive Reaktionen zum Anlass und zum Meisterschaftsspiel. Die Leute waren beeindruckt. Der Anlass war eine gute Plattform für die Sponsoren um sich untereinander auszutauschen. Wir zeigten auch einen Zusammenschnitt des Cupfinals 2014 (Anmerkung der Redaktion: Näfels schlug den haushohen Favoriten Lugano 3:1), welcher bewies, wie emotional und attraktiv Volleyball ist.
Wir sind sehr glücklich, dass wir dieses Jahr finanziell wieder einen Schritt vorwärts machen konnten in einer Zeit, in der dies nicht selbstverständlich ist. Die Solidarität der Unternehmen im Glarnerland und in der Region ist gross und wir hoffen, dass wir unseren Sponsoren auf der sportlichen Seite etwas zurückgeben können.
Haben Sie noch einen speziellen Wunsch?
Ich erhoffe mir, dass das Pilotprojekt mit den Fernsehübertragungen der Playoff-Runde eine positive Bewegung auslöst und nächstes Jahr weitergeführt wird, vielleicht gar als Live-Sendung und nicht nur als Live-Stream. Mit den heutigen Mitteln kann Volleyball sehr attraktiv dargestellt werden, die Zeitlupen sind teilweise phantastisch. Diese Attraktion gönne ich wesentlich mehr Leuten als nur jenen, die in die Halle kommen.



























































































