Sonntag, 5. April 2015; 07:24
NLA

Volley Näfels macht sich in Amriswil ein Ostergeschenk

Von: Rolando K. Küng

Volley Näfels holt sich auswärts den Heimvorteil im Kampf um Meisterschafts-Bronze. Das Resultat von 0:3 (21:25, 21:25, 21:25) zeigt den Unterschied recht gut zugunsten der Glarner. Eine positive Überraschung nach dem verpassten Ziel des Playoff-Finales.

Volley Amriswil trat zu diesem Spiel vor einer Rekordkulisse als haushoher Favorit an. Keiner dachte daran, Geschenke zu verteilen. Zu klar waren die Rollen in dieser Saison verteilt. Die Thurgauer sind das einzige Team, welches Näfels nie bezwingen konnte. Doch ein konzentriert und kompakt aufspielendes Näfels brauchte auch keine Geschenke. Zu gut war sein Spiel und jeweils nur kurz einzelne Schwächephasen, aus welchen für einmal die Polak-Truppe immer wieder den Weg selbst hinausfand. "Amriswil setzte sich selbst unter Druck und spielte keinen Teil so gut wie bisher gegen uns", so Manager Ruedi Gygli. Es lag aber auch an Näfels' Stärke. So zeigt die Spielstatistik Näfels in allen Belangen besser, markant der Unterschied am Block (7:3) und den Eigenfehlern (17:24) über das ganze Spiel gesehen.

Zweimal in Rücklage aber dann doch vorn
In den ersten beiden Sätzen lag Volley Näfels zeitweise mit bis zu fünf Punkten hinten, trotzdem kam Amriswil jeweils am Schluss nicht über 21 Zähler hinaus und musste den Satzgewinn den Gästen überlassen. Dieser Verlauf zeigt deutlich, wie mental stark die Spieler um Captain Marco Gygli auftraten. "Ein paar Tage ohne Volleyball - Erholung pur -, waren für uns Gold wert", so Passeur Gygli. Anschliessend hätten sie sich mental gut auf diesen Gegner eingestellt. Man könne ja schliesslich gegen den selben Gegner nicht fünfmal hintereinander verlieren.

Näfels lässt nichts mehr anbrennen
Oft schon drehte ein Spiel noch nach der Pause. Näfels sorgte diesmal aber auch in Satz drei für die Musik. Von Anfang an lagen die Glarner in Führung und bauten diese nach Satzmitte stetig aus. Es wurde ruhig im Tellenfeld. Da nützte auch eine letzte Serie von drei Punkten nichts mehr. Näfels kam dank Fabian Martinez zum Matchball. Zum Entsetzen aller, besiegelte Trevisan mit einem Angriff ins Out das Schicksal seines Teams, ohne dass dieses noch einmal in der Lage gewesen wäre, das Ruder herumzureissen. "Unser Service war zu schwach, wir hatten einfach keine Kraft heute", resümierte ein resignierter Márcio Sinotti nach dem Spiel. Lancierte aber sogleich die Kampfansage für Spiel 2 in dieser Serie um Bronze: "Am Samstag gewinnen wir in Näfels mit dem selben Resultat". Wunschtraum oder Realität? Es wird sich zeigen. Fact ist: das Momentum liegt jetzt, nach diesem sehr guten Spiel, ganz klar bei Näfels.

Matchtelegramm
Tellenfeld, Amriswil, 04. April 2015, 17:00
Spieldauer 116 Minuten
Zuschauer: 820

Volley Amriswil:
Ljubicic (Captain), Zdenek (Passeur), Samardzik (Libero), Brändli, Tomasik, Sinotti, Renovica; Trevisan, Wetzel, Bär.

Trainer: Dario Betello

Biogas Volley Näfels:
Gygli (Passeur und Captain), Sutter (Libero), Vukasinovic, Pulko, Ilic, Ehrat, Friend; Martinez, Meyer, Milic, Bonante, Wunderle 

Trainer: Dalibor Polak

Diesmal waren alle bereit