Freitag, 3. März 2023; 07:15
NLA

Volley Näfels’ Kollektiv ist der wichtigste Erfolgsfaktor

Von: Köbi Hefti

Näfels beendet die Qualifikation auf dem zweiten Rang. Verantwortlich dafür ist nicht die Stamm-Sechs, sondern das ganze Team mit der Glarner-Fraktion, welches für hochstehende Trainings sorgt.


Erstmals seit der Saison 2017/18 steht Volley Näfels wieder im Playoff-Halbfinal. Es spielte eine souveräne Qualifikation und sicherte die Halbfinalteilnahme schon im Januar. Bereits in den vergangenen vier Jahren war der Playoff-Halbfinal das erklärte Ziel der Näfelser, doch eine reelle Chance dazu hatten sie nie, obwohl Zuversicht und Erwartungen vor der Saison jeweils gross waren. Das war vor dieser Saison nicht anders, doch man äusserte sich angesichts der starken Konkurrenz in der Liga vorsichtiger. Vor der Saison rechnete man damit, dass Amriswil und Chênois sehr stark seien und sich die anderen fünf Teams um die verbleibenden zwei Halbfinalplätze einen harten Kampf liefern würden. Doch es kam anders: Amriswil sicherte sich die Halbfinalqualifikation erst im allerletzten Spiel im Direktduell gegen Lausanne UC und Näfels etablierte sich zusammen mit Chênois als Top-Team der Qualifikation.

Die Jungen sind gewachsen
Es gibt zahlreiche Gründe für die bisherige Erfolgsgeschichte. Teammanager, Trainer und Captain führen den Erfolg auf den Star von Volley Näfels zurück: Das Team. Coach Hafner sagt: «Dass die Stamm-Sechs so stark spielt, ist auf das ganze Team zurückzuführen. Jene Spieler, die nur selten im Einsatz stehen, sorgen massgeblich dafür, dass das Training auf einem derart hohen Niveau stattfinden kann.» Teammanager Ivan Bedrac sieht das gleich, führt dazu das breite Kader ins Feld und sagt: «Die jungen Spieler sind im Team gewachsen und nicht mehr so jung, spielen im Training sehr stark und somit ist das Trainingsniveau höher als im Vorjahr.»
Ein weiteres Argument für den guten Lauf in der Qualifikation liefert Captain Marco Gygli: «Einen grossen Anteil an diesem Erfolg hat Ivan Bedrac in seiner zweiten Saison als Teammanager. Er hat bei der Zusammensetzung des Teams eine gute Mischung gefunden. Physisch sind wir nicht die beste Mannschaft, aber die Spielertypen harmonieren.» Dazu ergänzt er, dass Näfels während der letzten Jahre mit drei Trainerwechseln, neuem Teammanager und der Philosophie mit einer breiten Glarner-Basis im Umbruch gewesen sei. «Dies war ein Prozess, der Zeit brauchte, bis sich der Kern des Teams derart gut fand, wie es jetzt der Fall ist.»

Gute Freunde
Der «alte» Kern mit Spielern aus der Region, die bisherigen Profis Goldrin und Nikolov, die Neuen mit Diagonalangreifer Ropponen, Passeur Podleśny und Mittelblocker Mejía und Rückkehrer Nico Beeler seien ein Team mit einer Super-Stimmung, so Gygli weiter. «Wir sind zwölf gute Freunde, fast zu gute Freunde. Manchmal ist es wichtig, dass man Diskussionen führt und kritisiert, etwas, das bisher eher zu kurz kommt», so Gygli weiter. Doch der erfahrene Captain ist sich dessen bewusst, übernimmt Verantwortung und findet die richtigen Worte. Er sagt: «Ab und zu muss ja jemand etwas sagen.»

Dass die Mannschaft in dieser Saison Erfolg haben könnte, hat auch der ehemalige Teammanager Ruedi Gygli schon früh geahnt. Er erzählt: «Ich war als Gast beim Trainingslager vor der Saison in Maribor dabei und habe schnell gespürt, dass das Mannschaftsgefüge passt – auch mit einem Trainer, der die Spieler versteht.» Diese Aussage bestätigt auch Captain Gygli: «Der Trainer passt sehr gut zu unserem Dorfverein, viel besser als seine beiden Vorgänger, welche aus sehr professionellen Ligen kamen. Hafner weiss, wie die halbprofessionellen Spieler ticken und das Umfeld funktioniert.» Neben dieser Qualität Hafners ist auch seine bevorzugte Spielweise matchentscheidend. Teammanager Bedrac dazu: «Der Trainer hat vieles richtig gemacht. Das Spiel kommt aus einem Guss und ist schnell.»

Überzeugende Bank
Der Erfolg ist aber auch auf die Klasse aller Spieler zurückzuführen. Bedrac erwähnt die wirkungsvollen Services, die stabile Annahme und die Stärke der Angreifer. Oft gelang Näfels die Wende am Ende eines schon fast verlorenen Satzes, weil es das Wettkampfglück mit dem unbändigen Siegeswillen auf seine Seite zwang. Hafner liess, wenn immer möglich, seine Stammsechs mit den fünf ausländischen Profis, Nico Beeler und Libero Küng auflaufen. Mussten aber die Ersatzspieler ans Werk, weil jemand krank, verletzt oder in einem Loch war, konnten diese ihre Leistung abrufen. Mehr noch, es gab einige Partien, bei denen Marco Gygli, Gian-Luca Thuner, Nico Süess, David Aebli und Robin Lienhard das Zünglein an der Waage waren.

Auf der Suche nach dem Wermutstropfen gibt es einen Moment – den Viertelfinal im Cup, als Näfels auswärts bei Chênois 2:3 verlor. Doch selbst in diesem Spiel vermochte die Hafner-Truppe zu glänzen. Präsident Landolt sagt: «Nach dieser Niederlage war ich einfach nur stolz auf unseren Verein. Die Mannschaft hat ein Topspiel gegen einen Topgegner geliefert. Dazu haben unsere zahlreichen Fans in Genf schlichtweg den Kessel zum Kochen gebracht. Das war ein «Hühnerhautspiel», das trotz Niederlage positiv in Erinnerung bleibt.»

12 Freunde

Teammanager: Ivan Bedrac, der Baumeister des Teams

Trainergespann: Assistent Álvaro und Headcoach Matjaž

Zuspieler: Błażej und Marco

Libero und Mitte: Lorenz und Gian-Luca

Annahme/Aussen: Nico und Nico

Annahme/Aussen: David und Iliya

Mitte: Risto und Leandro

Dia: Antti und Robin

Näfels darf sich freuen: Der 2. Rang nach der Qualifikation ist eine überzeugende Leistung