Samstag, 1. Dezember 2012; 20:27
NLA

Volley Näfels kassiert Niederlage gegen Erzrivale Amriswil

Von: Rolando K. Küng

Volley Amriswil nimmt Revanche für die Heimniederlage und bezwingt Volley Näfels in der Lintharena ebenfalls vor seinem eigenem Publikum. Es war, wie die Satzresultate zeigen, das erwartet heiss umkämpfte Spiel. Etwas Glück und die Tagesform haben zugunsten der Ostschweizer entschieden, das Resultat hätte aber ebensogut auch umgekehrt lauten können.

 

Die Polak-Truppe startete gut ins Spiel und lag schnell mal mit fünf Punkten vorne. Dann aber kam Volley Amriswil auf leisen Sohlen wieder heran. In mehreren kleinen Schrittchen mit je zwei Punkten pirschten sich die Ostschweizer wieder an Näfels, den Tabellenleader, heran. In dieser Phase begann der Angriff über die Mitte mit Passeur Cao Herrera und Marc Walzer (beide Ex-Volley-Näfels) zu laufen wie ein Schweizer Uhrwerk. Mal für Mal spielten die beiden erstes Tempo in Perfektion und liessen dabei Block und Verteidigung der Glarner alt aussehen. So stand es plötzlich 18 Punkte für beide. Eine Ernüchterung nach dem anfänglich sicheren Vorsprung für Volley Näfels. Und schon bald kamen die Amriswiler zu zwei Satzbällen welche aber beide dank zwei Fehlern von Adi Schläpfer abgewehrt werden konnten. Pulko buchte den ersten Satzball für Näfels und ein Übertritt durch Trevisan im letzten Angriff schenkte Näfels Punkt Nr. 27 und damit Satz eins.

 

Eigentlich schon gewonnen - aber doch zerronnen

Satz zwei sah die Gastgeber aus Näfels bis fast zum Schluss immer in Front. Der zweite Satzgewinn schien beim ersten Satzball bei 24:22 nur noch eine Formsache. Doch weit gefehlt. Amriswil war noch lange nicht geschlagen, buchte die letzten vier Punkte in Serie und entliess Gegner Volley Näfels mit langen Gesichtern in die Pause. Eine 2:0-Satzführung für die Spieler um Captain Büsser wäre wohl schon eine Vorentscheidung gewesen, denn bis dahin trat Amriswil alles andere als souverän auf. Aber diese kurze Schwächephase Näfels' erlaubte es dem Gegner aus dem Oberthurgau Morgenluft zu wittern.

 

Cao bombt Näfels beim Service ab

Mit entsprechend mehr Selbstvertrauen kamen die Amriswiler aus der Kabine zurück und spielten jetzt gegen Tabellenführer Näfels auf Augenhöhe. Diese konnten sich zwar kurzzeitig mit drei Punkten absetzen, doch die Thurgauer kamen sofort wieder heran und bis zum Stand von 19 Punkten auf beiden Seiten blieb das Spiel ausgeglichen. In dieser Phase zeigte sich der Unterschied zwischen den beiden Passeuren. Da war Ivan Bedrac, der wohl eine kurze Verschnaufpause dringend gebraucht hätte, diese aber nicht bekam und auf der andern Seite des Netzes Altmeister Cao Herrera. Nicht nur, dass er weiterhin, wie immer die Ruhe selbst, sein Team lenkte und im Spiel hielt, sondern auch dass er jetzt eine seiner gefürchteten Serien beim Service auspackte. So verhalf er seinem Team zu einer Fünf-Punkte-Serie und damit zum ersten Satzball. Die Polak-Truppe schien wie gelähmt. Erst der Fehler beim sechsten Service von Cao liess noch einmal eine kleine Hoffnung auf eine Wende. Näfels gelang aber nur noch Resultatkosmetik mit drei Punkten in Folge, ehe der eben wieder eingewechselte Adi Schläpfer mit etwas Glück den vierten Satzball verwertete.

 

Satzball wieder nicht verwertet

Dieser erneute Satzverlust war ein herber Dämpfer für Volley Näfels. Trotzdem sah auch der vierte Satz über weite Strecken die Glarner im Vorteil. Dalibor Polak spielte einmal mehr überragend. "Ich hätte lieber schlecht gespielt und dafür das Spiel gewonnen, als umgekehrt", meinte dieser nach dem Spiel. Toni Kankaanpää verschwand zusehends, dafür hatte Zlatko Pulko eine sehr gute Phase und verwertete praktisch jeden Ball, welchen er vom immer müder wirkenden Passeur Bedrac zugespielt erhielt. Und so kam Volley Näfels wie in den Sätzen eins und zwei auch im vierten wieder zu einem Satzball. Der jetzt glänzend agierende Argentinier Alvarez verhinderte jetzt aber zum Schluss mit seinen Punkten, dass Näfels das Spiel wieder ausgleichen konnte. Und so kam, was kommen musste. Volley Amriswil verwertete den fünften Matchball mit einem Blockpunkt durch seine zwei besten Spieler Cao und Walzer auf einen letzten Angriff des Finnen Kankaanpää. "Es wäre kein Skandal, lautete das Resultat genau umgekehrt", anerkannte denn auch Amriswil-Trainer Dario Bettello den mehr als knappen Sieg seiner Mannschaft. Volley Näfels hätte es in der Hand gehabt, drei Punkte zu buchen und hat es in diesem Spiel irgendwie nicht geschafft, mit etwas mehr Konstanz die jeweils entscheidenden Punkte zu machen für den Sieg. "Ziehen wir die richtigen Schlüsse aus diesem Spiel, können wir durchaus gestärkt aus dieser Niederlage in die Doppelrunde vom nächsten Wochenende steigen", blickte Coach Mani Müller zuversichtlich voraus.

 

 

Matchtelegramm

 

linth arena sgu, 1. Dezember 2012, 16:00

Spieldauer  112 Minuten

Zuschauer: 222   

 

Volley Näfels - Volley Amriswil 1:3 (27:25, 24:26, 22:25, 27:29)

 

Volley Näfels:

Bedrac (Passeur), Werner (Libero), Büsser (Captain), Pulko, Stefan Ilic, Kankaapää, Polak; Ehrat, Gygli, Ilic Ugliesa, Nico Beeler verletzt.

Spielertrainer: Dalibor Polak, Coach: Mani Müller

 

Volley Amriswil:

Herrera (Passeur, Captain), Raymond (Libero), Walzer, Ljubicic, Schläpfer, Alvarez, Trevisan; Brühwiler, Perler, Heidrich

Head-Coach: Dario Bettello, Assistenztrainer: Jürg Messerli

 

1.SR:  Philipp Schürmann

2.SR:  Christian Wolf

 

Bild: Köbi Hefti - Vorerst fand Volley Näfels noch ein gutes Rezept gegen Diagonalspieler Alvarez. Zum Schluss dann leider nicht mehr.