Sonntag, 6. Januar 2013; 20:56
NLA

Volley Näfels im Swiss Cup ausgeschieden

Von: Rolando K. Küng

Volley Näfels verpatzt den Start ins Volleyball-Jahr 2013 mit einer Niederlage im Swiss Cup gegen Lausanne UC. Eine unerwartete Schlappe, zumal die Glarner gegen die Waadtländer als die klaren Favoriten in den Match stiegen. Diese waren aber taktisch und mental besser vorbereitet und haben so verdient gewonnen.

 

Volley Näfels war der klare Favorit für ein Weiterkommen in das Halbfinale gegen Lausanne UC. Dementsprechend unbelastet und befreit konnten die Romands aufspielen und erwischten Näfels damit prompt auf dem linken Fuss. So sehr sich die Polak-Truppe auch bemühte, sie fand irgendwie einfach das Rezept nie ganz gegen die nun wieder durch Fréderic Trouvé trainierte Equipe, welche seit dem Saisonstart, nicht zuletzt dank Diagonalangreifer Milan Vasic, enorme Fortschritte gemacht hat. In etwa so wie Volley Näfels letztes Jahr gegen Schönenwerd, gelang diesmal erneut dem Aussenseiter die bessere Leistung und damit ein Start nach Mass ins neue Jahr.

 

Näfels' Passeure überzeugten nicht

"Durch diese Niederlage hat mir die Mannschaft zwei freie Wochenenden beschert", meinte ein enttäuschter Manager Ruedi Gygli mit Galgenhumor nach dem Spiel. Er sieht den Schwachpunkt in den Annahmen von Kankaanpää, Pulko und später auch von Nico Beeler. Die Zuschauer sahen aber auch, dass diesmal gleich beide Passeure, also Bedrac und Gygli, einen schwachen Tag einzogen. So lief über die Mitte praktisch kein Angriff, ganz im Gegensatz zu Gegner LUC. Mit Büschi und vor allem Seifert buchte Lausanne Mal für Mal den Punkt über die Mitte, nicht zuletzt auch dank des hervorragenden Passeurs Bastien Warynski. Aber auch Block und Blocksicherung wie auch die Rückraumverteidigung funktionierten beim Gegner besser als bei Näfels. "Was soll ich sagen", fragte Coach Pedro Carolino nach dem Spiel. "Wir müssen dieses Spiel nun genau analysieren und die richtigen Schlüsse daraus ziehen. Vielleicht lief es auch gegen Züri Unterland zu einfach", suchte der Brasilianer nach möglichen Gründen für die gesamthaft enttäuschende Leistung seiner Schützlinge.

 

Näfels gerät in Rückstand

Der Startsatz mit Gygli am Pass, war lange ausgeglichen aber mit zunehmender Dauer gelang es Diagonalangreifer Ugi Ilic nicht mehr so leicht sich durchzusetzen. Also kam Polak an seine Stelle wenn auch vielleicht einige Punkte zu spät. Dem Chef gelang es auch nicht mehr, den Rückstand noch wettzumachen und der Satz war weg. Ab Satz zwei übernahm Passeur Ivan Bedrac das Zepter und es schien dass dies richtig war. Auf jeden Fall erspielte er und seine Mitspieler sich einen Drei-Punkte-Vorsprung zum 18:15. Ein Fehler von Schiedsrichter Wiederkehr bei einem Angriff von Vasic (sein Ball berührte die Antenne) brachte Unruhe ins Näfelser Spiel. Lausanne UC profitierte und kam wieder heran. Ja beim Angriffsfehler durch Polak gingen sie sogar wieder mit einem Punkt in Führung. Es stand nun 22:23. Trotzdem kam Näfels dank eines Doppelblocks von Bedrac und Büsser auf den Angriff von Usiljanin zum ersten Satzball. Der überragende Vasic wehrte diesen aber ab. Ein weiterer Fehler Polaks brachte nun LUC den Satzball und Pulko wurde zum Schluss von Warynski und Seifert am Block erwischt. Es stand - oh Schreck - 0:2.

 

Beeler serviert LUC schwindlig

Da schien sich eine fette Überraschung anzubahnen und das Cup-Out gegen Lausanne vor drei Jahren zu wiederholen. Denn auch im dritten Satz lagen die Glarner bald wieder mit fünf Punkten im Rückstand. 11:16 lautete das Score beim zweiten technischen Timeout. Der Match schien gelaufen. Doch jetzt hatte Nico Beeler seinen grossen Auftritt. Mit seinen Floats beim Service brachte er die Annahme von LUC arg ins Schwitzen. Es folgte eine Serie von ganzen neun Punkten für Näfels und plötzlich lagen sie mit 21:17 in Führung. In dieser Phase zeigte Marco Gygli wie gut er sich mit Ugi Ilic versteht, wenn es beiden läuft. Ganze fünf Punkte buchte allein der Serbe und trug wesentlich zum Satzgewinn bei. Denn wenn auch LUC sich aus der Umklammerung befreien konnte, der Satz wurde trotzdem eine klare Beute der Gastgeber.

 

LUC gewinnt verdient

War das längst fällige Wende? Der Lärmpegel war jetzt wieder höher und alle in der Halle witterten Morgenluft. Doch schon bei Satzmitte war das Strohfeuer erloschen und damit auch das letzte Fünkchen Hoffnung. Jetzt sah und spürte man, dass sich mit LUC das heute besser spielende Team durchsetzen würde. Ein kleines Aufbäumen mit zwei Punkten in Folge durch Beeler zum Stand von 16:17. Doch mehr liessen die Studenten aus Lausanne jetzt nicht mehr zu. Sie gewannen das Spiel letztlich verdient, ohne dass Volley Näfels eine wirkliche Chance auf den Sieg gehabt hätte. Da war nicht mehr drin in diesem Spiel und damit ist der Swiss Cup, trotz Losglück mit einem Heimspiel im Viertelfinale, nun bereits Geschichte für die Glarner. Und dieses Ausscheiden kann als veritabler Fehlstart bezeichnet werden, denn erwartet hat das so niemand, aufgrund der bisherigen Leistungen in der Meisterschaft.

 

 

 

Matchtelegramm Viertelfinale Swiss Cup

 

Buchholz, Glarus, 06. Januar 2013

Spieldauer 90 Minuten

Zuschauer: 299

 

Volley Näfels – Lausanne UC 1:3 (20:25, 25:27, 25:20, 20:25)

 

Volley Näfels: Bedrac und Gygli (Passeur), Werner (Libero), Ehrat, Kankaanpää, Pulko, Ilic Stefan, Ilic Ugi, Büsser (Captain), Polak, Beeler, Sutter

Spielertrainer: Dalibor Polak

 

Lausanne UC: Warynski (Passeur), Vasic (Captain), Vautier (Libero), Usiljanin, Chandon, Büschi, Seifert, Djokic, Grün, Carrel, Antonov, Trainer Fréderic Trouvé

 

1. SR: Wiederkehr

 

Bild: Köbi Hefti - Der Block von Näfels konnte die Angreifer von LUC nicht immer so bremsen wie am Ende des dritten Satzes