Montag, 13. April 2026; 07:03
Volley Näfels, NLA

Volley Näfels gewinnt Silber nach einer Galavorstellung

Im dritten Finalspiel der Playoffs verabschiedet sich Volley Näfels mit einer grossartigen Visitenkarte und beendet die Saison als stolzer Vize-Meister. Der Titel geht verdientermassen an Volley Amriswil.

 

von: Martin Landolt

Volley Näfels hat dem Titelverteidiger aus Amriswil zum Saisonende nochmals alles abgefordert. Die zahlreichen Zuschauenden in der proppenvollen Lintharena bekamen einen Volleyballkrimi auf höchstem Niveau zu sehen - mit einem verdienten Schweizer Meister und einem stolzen Zweitplatzierten.

Mit Amriswil gewinnt das bessere Team

Während knapp 2 ½ Stunden haben sich die Glarner und die Thurgauer schlichtweg nichts geschenkt. In einer Atmosphäre mit unzähligen Hühnerhautmomenten forderte Volley Näfels seinen Gegner wie noch nie in dieser Playoff-Serie. Die Glarner warfen nochmals alles in die Waagschale, was sie während dieser Saison auszeichneten: Nervenstärke, Einsatzbereitschaft, Teamgeist - und ein tolles Publikum. Mit 25:20, 18:25, 17:25, 33:31 und 12:15 präsentierten die Teams ihrer grossen Fangemeinschaft ein veritables Volleyball-Spektakel.

Amriswil überzeugte erneut mit beeindruckender Substanz und hatte in fast allen Bereichen immer ein Quäntchen mehr auf Lager als das Heimteam. Selbst wenn Volley Näfels über sich hinauswuchs, fanden die Thurgauer ein Rezept. Es hat sich schon im Cup-Final, wie auch in diesem Playoff-Final klar gezeigt, dass Volley Amriswil als «finalerprobtes» Team deutlich mehr Erfahrung in solchen Situationen hat. Dennoch war der Erfolgshunger der Mannschaft ungebrochen, und Sättigungserscheinungen waren weit und breit keine in Sicht. Die erfolgreiche Titelverteidigung von Volley Amriswil ist deshalb mehr als verdient.

Der letzte Tanz von Risto Nikolov

Schon vor Anpfiff war klar, dass dies das letzte Heimspiel von Volley Näfels in der Lintharena sein würde, und damit auch der letzte Auftritt von Captain Risto Nikolov, der nach fünf Jahren bei Volley Näfels seine Knieschoner an den Nagel hängen wird. Auch er zeigte sich seinen Fans nochmals von der besten Seite: Gefährlich am Service, erfahren am Block, zuverlässig im Angriff; und als Vorbild durch und durch war er auffallend oft nach Verteidigungsaktionen auch am Boden anzutreffen. Es war offensichtlich, wie er die Atmosphäre in der Lintharena noch einmal aufsog und wie sein Team auch für ihn spielte.

Bilanz: Zweimal Silber

Niemand geht in einen Final mit dem Ziel, dort zweiter zu werden. Das Team, die Vereinsleitung und das ganze Umfeld von Volley Näfels haben von einem Titel geträumt. Wenn das nicht gelingt, darf die Enttäuschung verständlicherweise ihren Raum einnehmen. Aber anfangs Saison hätte kaum jemand darauf gewettet, dass sich Volley Näfels sowohl im Cup wie auch in der Meisterschaft für die Finalspiele qualifizieren würde. Was das Team von Coach Verdi in den letzten acht Monaten gezeigt hat, ist unglaublich beeindruckend. Dabei geht es nicht nur um die gewonnenen Spiele, sondern auch um die Art und Weise, wie gespielt wurde, wie innerhalb des Teams miteinander umgegangen wurde und wie das Team den Austausch zu seinem Publikum gesucht, geschätzt und gepflegt hat. Zwei Silbermedaillen sind deshalb nichts anderes als der verdiente Lohn für eine unglaublich erfreuliche Saison.

 

 

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