Montag, 8. Dezember 2025; 09:23
NLA

Volley Näfels gewinnt in extremis

Von: Martin Landolt

In Lausanne schnuppern die Glarner mehrfach an ihrer zweiten Saisonniederlage, ziehen aber im Tie-Break den Kopf aus der Schlinge.


Nach wichtigen Siegen gegen Schönenwerd, Chênois und Jona trat Volley Näfels am Sonntag die weite Reise zum Auswärtsspiel in Lausanne an. Die Romands haben sich in dieser Saison unter ihrem Wert verkauft und sind trotz ihres 6. Tabellenplatzes nicht zu unterschätzen. Tatsächlich bringen sie den Tabellenleader aus Näfels an den Rand einer Niederlage.

Personelle Umstellungen bei Näfels
Nachdem sich Passeur Vazquez gegen Jona am Knie verletzt hatte, startete Linus Deecke erstmals mit der vollen Verantwortung des Regisseurs. Nervosität war ihm deswegen keine anzusehen. «Ich bin mit viel Zuversicht aufs Feld, weil ich das Vertrauen des Teams gespürt habe», bestätigte er nach dem Spiel. Dennoch machten ihm seine Annahmespieler das Leben nicht immer einfach und zwangen ihn oft zu hohen Zuspielen. Lausanne auf der anderen Seite überzeugte mit viel Selbstvertrauen und erwischte mit dem Gewinn des ersten Satzes (25:21) den besseren Start.

Im zweiten Satz startete Coach Verdi mit Bartholet und Schmid, die bereits im ersten Satz zu Teileinsätzen kamen. Näfels liess sich vom Startfurioso der Romands nicht beeindrucken und wartete geduldig, bis die Fehlerquote beim Gegner stieg. Tatsächlich schien die Hackordnung wieder hergestellt, nachdem sich die Glarner den zweiten Satz mühelos mit 20:25 gesichert hatten.

Ein Spiel auf Messers Schneide
Das Konzept, sich stoisch auf die Eigenfehler des Gegners zu verlassen, zeigte danach aber seine Tücken, weil Lausanne nicht ansatzweise bereit war aufzugeben, und zu seinem variantenreichen und schnellen Spiel zurückfand. Nicht wenige spektakuläre Punkte liessen die Glarner ratlos zurück. Lausanne sicherte sich den dritten Satz mit 25:21 und hätte beinahe auch im vierten Satz die nicht unverdiente Entscheidung herbeigeführt. Volley Näfels überholte Lausanne erstmals bei 17:17, brachte aber den Gegner mit bisher nicht gesehenen Missverständnissen umgehend wieder ins Spiel zurück. Es brauchte vier äusserst spannende Matchbälle, um sich mit 25:27 ins Tie-Break zu retten.

Und auch dort startete Volley Näfels ungewohnt überfordert und zwang Coach Verdi bei 6:2 zum ersten Timeout. Was immer der Argentinier dann dem Team gesagt hat, waren offenbar die richtigen Worte. Näfels kämpfte sich zurück, wechselt bei 8:7 die Seiten, muss bei 13:11 nochmals ein Timeout beanspruchen - und gewinnt das Spiel nach drei Matchbällen mit 15:17.

Mit diesem Sieg über fünf Sätze geben die Glarner die alleinige Tabellenführung ab und teilen sie mit dem punktgleichen Amriswil. Es sei bereits jetzt angekündigt, dass diese beiden Teams am 3. Januar in der Lintharena aufeinandertreffen. Vorerst aber reist Volley Näfels für die erste Europacuprunde nach Tschechien und begrüsst danach am kommenden Samstag den STV St. Gallen bei sich zu Hause.

Zur Fotogalerie:



Lausanne UC - Volley Näfels: 2:3 (25:21, 20:25, 25:21, 25:27, 15:17)

Centre Sportif UNIL, Lausanne - 100 Zuschauende - Spieldauer: 143 Minuten

Schiedsrichter: J. Schnidrig, F. Troyon

Volley Näfels: Bartholet, Bogdanovski, Broch, Deecke, Denis Cabanas, Figueiredo, Hesselholt, Nikolov (Captain), Peter, Schmid, Schwitter, Vazquez.

Coaches: Verdi, Mattioni

 

Lausanne UC: Schneider, Burgi, Montavon, Ketrzynski, Ineichen (Captain), Ezeonu, Dijkstra, Matheney, Bayet, Zaugg, Luong.

Coaches: Gallesio, Heinzelmann

Lausanne UC – Volley Näfels: 2:3 (25:21, 20:25, 25:21, 25:27, 15:17)

Linus Deecke stand erstmals in der NLA in der Starting-6

Die Gefühlsexplosion nach der erstmaligen Näfelser Führung mit 18:17 im 4. Satz

Pablo Cabañas war der überragende Punktesammler

Der verletzte Zuspieler Ezequiel Vazquez freut sich und gratuliert seinem Ersatzmann Linus Deecke

Beste Stimmung nach dem 8. Sieg im 9. Spiel der Saison