Volley Näfels gewinnt den spektakulären Spitzenkampf in Schönenwerd knapp
Nach 2 ¼ Stunden hartem Kampf schlägt Volley Näfels den Tabellenzweiten Schönenwerd. Den 3:2-Erfolg (25:25, 20:25, 25:23, 20:25, 15:11) verdienen sich die Glarner mit einer eindrücklichen Willensleistung.
Volley Näfels musste in Schönenwerd dezimiert antreten. Trainer Hafner schickte Nico Süess anstelle des angeschlagenen Iliya Goldrins in den Kampf und entschied sich in der Mitte mit Gian-Luca Thuner zu beginnen, obwohl dieser wie auch Risto Nikolov nicht im Vollbesitz seiner Kräfte war. «Heute bot sich allen die Chance für einen Einsatz», erklärt Coach Matjaž Hafner die Situation, nachdem einige seiner Spieler während der Woche von gesundheitlichen Problemen geplagt wurden um sogleich strahlend zu ergänzen: «Was Näfels heute gezeigt hat, war ein richtig toller Sieg des Teams. Jeder, der eingewechselten Akteure leistete seinen Beitrag zum Erfolg. Ich bin sehr glücklich über diesen Sieg.»
Gestohlener Satz
Näfels Sieg hing stets an einem seidenen Faden. Im ersten Satz gerieten die Glarner gleich 2:5 ins Hintertreffen, da ihre Angriffe im Vergleich zu Schönenwerd keine Durchschlagskraft hatten. Danach vermochte sich Näfels aufzuraffen, ging in Führung. Vier Näfelser Fehler in Folge sorgten für den erneuten Umschwung. Schöni führte wieder mit 16:14 und baute den Vorsprung bis zum 23:19 aus. Doch dann schmissen die Solothurner mit einer rabenschwarzen Phase den sicher geglaubten Satzerfolg weg. Sie kamen mit den Services von Nico Süess nicht zurecht und reihten einen Fehlangriff an den anderen. Näfels sicherte sich den Satz mit sechs Punkten in Folge. «Diesen Satz vergaben wir dumm», meinte Reto Giger, der Captain der Hausherren. Näfels’ Captain Marco Gygli pflichtete seinem Kollegen bei und ergänzte: «Den ersten Satz haben wir gestohlen.» Gemäss Coach Hafner war diese Schwäche der Hausherren der Schlüsselmoment dieser Partie. «Sehr positiv, wie das Team kämpfte und sich aus schwierigen Situationen wie dieser rettete», so Hafner.
Altmeister bringt neuen Schwung
Nach einem Fehlstart der Glarner im zweiten Satz dauerte es bis zum 14:14, um sich aus dieser Rücklage zu befreien. Mit weiteren fehlerhaften Aktionen brachten sie sich aber gleich wieder auf die Verliererstrasse - 25:20 für Schönenwerd. Lediglich im dritten Satz gelang Näfels ein Start nach Mass. «Wir wollten stets verhindern, sofort ins Hintertreffen zu geraten, doch dies schafften wir nur in diesem Satz», meinte Captain Gygli. Aber nicht nur der Start, das gesamte Spiel war für Näfels und Schönenwerd ein grosses Auf-und-Ab. Hervorragende, spektakuläre Ballwechsel, unglaubliche Rettungsaktionen und haarsträubende Fehler prägten dieses Spiel. «Man spürte, dass es ein Spitzenkampf zweier Teams mit einem recht hohen Niveau war, bei dem sich aber immer wieder Fehler einschlichen», meinte Gygli zu diesem Knaller.
Nachdem bei Näfels im dritten Satz das Angriffsspiel stockte, weil die Angreifer stets einem starken Block gegenüberstanden, wechselte Hafner den Passeur. Mit Altmeister Marco Gygli kam sofort neuer Wind ins Spiel, vor allem Nico Beeler blühte auf. Näfels sicherte sich den Satz mit dem dritten Satzball zum 25:23. Im vierten Satz war Näfels chancenlos, Schönenwerd sicherte sich ihn mit starkem Spiel 25:20.
Im Tie-Break lag Näfels zu Beginn knapp zurück, ehe es mit vier Punkten in Folge – darunter zwei Geschenken des Gegners - 7:5 in Führung ging. Mit Glück baute Näfels dank Robin Lienhards Netzroller-Service den Vorsprung auf drei Punkte aus. Mit sicherem Side-out näherte sich Näfels dem Sieg, führte 13:9, ehe Schönenwerd dank seiner beiden besten Akteure Taylor und Gerson bis auf einen Punkt an Näfels herankam. Ropponens 16. Angriffspunkt bescherte Näfels den ersten Matchball, welcher es aber verhaute, ehe Schönenwerd mit einem Service ins Netz und seinem insgesamt 36. Fehler die Näfelser jubeln liessen. Mit dem 15:13 sicherte sich Näfels den Sieg. Es war ein glücklicher Sieg, den Näfels gemäss Trainer und Captain um einen Hauch mehr wollte als der Gegner und der deshalb verdient war.
Matchtelegramm
Volley Schönenwerd - Volley Näfels: 2.3 (23:25, 25:20, 23:25, 25:20, 13:15)
Betoncoupe Arena, Schönenwerd.- 200 Zuschauende. – Spieldauer: 123 Minuten.
SR: Auricht, Sanapo
Volley Näfels:
Startformation: Podleśny (Passeur, 6 Punkte), Küng (Libero), Beeler (20), Mejía (14), Ropponen (18), Süess (4), Thuner (1)
Einwechslungen: Gygli (Captain, Passeur, 1), Aebli (3), Lienhard (2), Nikolov (0)
Headcoach: Matjaž Hafner
Assistant Coach: Álvaro Jurado Moreno
Bemerkungen: Goldrin rekonvaleszent
Volley Schönenwerd:
Startformation: Giger (Captain, Passeur, 6 Punkte), Hasler (Libero), Kolb (4), Mahela (14), Rodríguez (6), Taylor-Parks (17), Ulrich (9)
Einwechslungen: Gerson (20), Schmid (0)
Headcoach: Johan Verstappen
Assistant Coach: Adriatik Kajtazi

Umstellungen: Mit Nico Süess und Gian-Luca Thuner standen zwei Spieler für die angeschlagenen Iliya Goldrin und Risto Nikolov in der Starting-6

Beeindruckende Feldabwehr: Die Hintermannschaft von Näfels fischte zahlreiche Bälle und zeigte sich so schnell und flexibel wie noch nie in dieser Saison

Mit viel Power: Leo Mejía sorgte wieder für einige Hingucker

Neuer Schwung: Die Einwechslung von Captain Marco Gygli hauchte dem Näfelser Offensivspiel neues Leben ein

Viel Schweiz: Zeitweise standen fünf einheimische Spieler auf dem Feld. Im Tiebreak waren es immer noch deren vier

Geschafft: Mit dem dritten Matchball sichert sich Näfels den Zusatzpunkt

Grenzenlos: Freude über diesen Sieg allenthalben

Mit Köpfchen: Dave Aebli kam im vierten Satz und sagte zu seiner gelungenen Premiere in dieser Saison: «Ich war vorbereitet und wusste, dass ich zum Einsatz kommen könnte, da Iliya verletzt ist. Ich ging ruhig an die Sache ran, hatte nichts zu verlieren»

Glücklicher Coach: Matjaž Hafner hat alles richtig gemacht und gegen Schönenwerd sein Team trotz personeller Widerwärtigkeiten ausgezeichnet eingestellt. Die Moral des Teams beeindruckte

Strahlen um die Wette nach dem vierten Saisonsieg


























































































