Montag, 22. Dezember 2014; 09:43
NLA

Volley Näfels fordert auch Leader Lugano, verliert aber knapp

Von: Roland K. Küng

Volley Näfels verliert zwar das Spiel, gewinnt aber einen Punkt gegen den neuen Tabellenführer Pallavolo Lugano und dank begeisterndem Spiel auch viele Freunde. Das Resultat von 2:3 (25:27, 23:25, 27:25, 25:21, 8:15) lässt erahnen, dass sich die beiden Cupfinalisten einen packenden Fight geliefert haben und so war es auch.

 

Volley Näfels hat, um es vorweg zu nehmen, mit diesem Punkt gegen Lugano und den drei vom Samstag auswärts in Lausanne, sein Soll mehr als erfüllt. Hätte jemand vor dieser Doppelrunde den Näfelsern vier Punkte offeriert, wohl jeder wäre vorbehaltlos damit einverstanden gewesen. Die Art und Weise wie die Mannschaft unter der Führung von Passeur Marco Gygli gegen diesen starken Gegner aufgetreten ist, begeisterte die Zuschauer restlos. Der einzige Wermutstropfen war die klare Niederlage im Entscheidungssatz, aber der positive Gesamteindruck wurde dadurch nicht getrübt. "Vielleicht haben wir heute, trotz der Niederlage, unser bestes Spiel gezeigt," meinte Passeur Gygli nach dem Spiel.

Lugano zerbombt Martinez
Im Startsatz hatte die Polak-Truppe zwei Satzbälle, welche aber beide nicht verwertet werden konnten. Die Schwachstelle war hier Fabian Martinez welchem zuerst ein Servicefehler passierte und gleich nachher eine rabenschwarze Annahme, welche es Mitspieler Kyle Friend nicht mehr ermöglichte, noch das Sideout zu machen. So ging dieser Satz wirklich dumm verloren und eine Spitzenmannschaft wie Lugano pflegt da weiterzumachen, wo sie aufgehört hat. So wurde auch in Satz zwei Martinez beim Service bombardiert bis er beim ersten Timeout durch Marko Vukasinovic ersetzt wurde. Dieser spielte nachher fast das gesamte Spiel durch und tat dies recht erfolgreich.

Gute Services lassen Annahmespieler schwitzen
Aber auch er konnte nicht verhindern, dass auch Satz zwei knapp verloren ging, trotz seiner Service-Serie, welche zu Satzmitte den Glarnern fünf Punkte in Folge brachten. Irgendwie schien auch jetzt wieder kurz vor Satzende der Focus etwas verloren zu gehen. Beide Mannschaften servierten sehr variantenreich und ohne allzu viele Fehler und gaben den gegnerischen Annahmespielern immer wieder sehr schwierige Aufgaben zu lösen. Entsprechend viel Arbeit hatten die beiden Passeure, dank welchen aber wenigstens über die Aussenpositionen schöne Angriffe gezeigt wurden. Die Mitte kam aber hüben wie drüben zu kurz.

Zwei Matchbälle abgewehrt und Satz gewonnen
Auch Satz drei zeigte wieder ein ausgeglichenes Spiel mit einigen Finessen und Volleyball vom Feinsten. Näfels gelang es nach Satzmitte innert Kürze einen Drei-Punkte-Vorsprung Luganos wieder aufzuholen. Trotzdem kamen die Ticinesi zum ersten Matchball, welcher aber durch Vukasinovic abgewehrt werden konnte. Den nächsten Matchball machte Zlatko Pulko mit seinem Angriff zunichte und wendete so die drohende Niederlage noch einmal ab, ehe Lugano mit einem Angriffsfehler durch den Kanadier Gotch den Satz endgültig Näfels überlassen musste.

Satz vier klar für Näfels
Satz vier zeigte, dass sich Volley Näfels spielerisch vor Lugano nicht verstecken muss. Ist das Selbstvertrauen da und spielen alle auf ihrem besten Level, können sie mit dem Champions-League-Teilnehmer aus dem Tessin absolut mithalten. "Nach den beiden nicht verwerteten Matchbällen war mir klar, dass das Spiel ab jetzt noch einmal in eine ganz andere Richtung gehen kann," meinte Lugano-Trainer Mario Motta nach dem Spiel. Und in der Tat wurde dieser Satz durch Näfels gewonnen, ohne es noch wirklich spannend gemacht zu haben.

Luft war jetzt draussen
Leider war der Entscheidungssatz entschieden, bevor er eigentlich überhaupt erst richtig begonnen hatte. Die Näfelser starteten schlecht und lagen sofort mit fünf Punkten hinten. Martinez kam zurück und entlastete kurzfristig Vukasinovic. Doch auch er konnte nicht mehr verhindern, dass sein Team immer mehr ins Hintertreffen geriet und schliesslich klar verlor. Damit ging auch Spiel drei dieser Saison gegen die Südschweizer verloren. Der Unterschied wird aber von Spiel zu Spiel kleiner.

Matchtelegramm
linth arena sgu, Näfels, 21. Dezember 2014, 17:00
Spieldauer 120 Minuten
Zuschauer: 256

Biogas Volley Näfels:
Gygli (Passeur), Sutter (Libero), Martinez, Pulko (Top Scorer), Stefan Ilic, Ehrat, Friend; Vukasinovic, Alexander (Captain), Bonante.
Trainer: Dalibor Polak

Pallavolo Lugano:
Sanders (Passeur), Del Valle (Libero), Savic, De Prá, Jakovljevic (Top Scorer), Aguilera, Gotch; Salas, Brander, De Jesus.
Trainer: Mario Motta

Sämi Ehrat freut sich nach einem Servicewinner zusammen mit Marko und Marco