Freitag, 12. Oktober 2012; 17:40
NLA

Volley Näfels empfängt den Meisterschaftsfavoriten

Von: Rolando K. Küng

Volley Näfels empfängt heute im sgu den meistgenannten Favoriten auf den Meistertitel. Pallavolo Lugano, der Vizemeister und Gewinner des Supercups, wird die Näfelser ganz sicher fordern. Nicht weniger als neun Ausländer stehen im Team der Tessiner und sie scheinen übermächtig, trotz Fehlstart in die Meisterschaft.

 

 

Es ist ganz grosse Klasse was Volley Näfels bisher in seinen vier Spielen gezeigt hat. Damit haben die Näfelser einen Start in die neue Meisterschaft hingelegt, welcher besser fast nicht hätte sein können. Zugegeben, der Auswärtssieg in Amriswil war auch etwas glücklich, aber Glück braucht es halt auch, wenn man ganz vorne an der Spitze mitspielen will. Und auch das Spiel in Genf gegen den CS Chênois war (zu) einseitig durch die Absenz seiner beiden Mexikaner. Letztes Jahr standen die beiden mit ihrer Nationalmannschaft im Einsatz und fehlten deshalb ihrem Klub für einige Spiele. Damals profitierten andere Klubs von deren Absenz und buchten gegen die Genfer Punkte, nicht aber Näfels. Diese verloren letzte Saison als Meister, sämtliche Spiele gegen den damaligen Vizemeister. Verletzungspech und ein schmales Kader führt jetzt dazu, dass diesmal die Genfer unten durch müssen. Wohl noch nie besiegte eine Mannschaft von Volley Näfels Erzrivale Chênois dermassen klar. Die Neuzuzüge Kankaanpää und Ugi Ilic sind, das sieht man jetzt schon, wahre Glücksgriffe, die Manager Gygli gelandet hat. Aber auch die Tatsache dass der Rest des Teams im Vergleich zum letzten Jahr praktisch unverändert ist, hilft der Polak-Truppe sehr und macht sie im Moment zu einer schwer zu schlagenden Mannschaft.

 

Ein echter Prüfstein

Somit sind Volley Näfels und EN Gas & Oil Lugano, wie die Dragons aus dem Tessin durch ihren neuen Namensponsor jetzt heissen, gegenseitig ein echter Prüfstein füreinander. Niemand hat ernsthaft damit gerechnet, dass die Ticinesi gleich ihr erstes Heimspiel verlieren würden. Und doch hat Volley Amriswil vor Wochenfrist gezeigt, dass auch die Südschweizer, trotz ihres riesen Kaders, nur mit Wasser kochen. Mit einem furiosen Start legte die Bettello-Truppe gleich mal einen 2:0-Satzvorsprung hin. Luganos neuer Trainer Mario Motta musste reagieren und es gelang seiner Squadra dank mehr Konstanz der Ausgleich zum 2:2. Im Tiebreak gewannen aber die Ostschweizer wieder die Oberhand und siegten in etwa genauso glückhaft im Tessin, wie sie einen Tag später unglücklich gegen Volley Näfels zuhause verloren.

 

Offene Rechnung begleichen

Und da ist da auch noch eine offene Rechnung zwischen Näfels und Lugano aus der letztjährigen Meisterschaft. Mitte Dezember verlor die Polak-Truppe ihr Heimspiel nach 2:1-Satzführung durch den Ausfall ihres Spielertrainers. Polak verletzte sich bei der Landung nach einem Angriff und musste vom Spielfeld getragen werden. Der Schock sass tief und Lugano nutzte die Gunst der Stunde und gewann. Nach dieser Pleite konnten die Näfelser Volleyballer auch die restlichen Spiele der Saison nicht mehr gewinnen, kassierten Ende Februar, gar eine böse 0:3-Klatsche gegen den späteren Teilnehmer der Playoffs. In dieser Phase hatten die Näfelser Volleyballer ganz einfach nicht die spielerischen Mittel gegen die damaligen Lugano-Ausländer. Ob sie das nun gegen die allesamt neuen Ausländer im Team der Tessiner haben werden wird sich zeigen. Auf jeden Fall müssen sich die Spieler um Captain Büsser auch vor dieser Phalanx von Italienern und Brasilianern nicht fürchten. Knüpfen sie an die Leistungen der guten Sätze in den letzten zwei Spielen an, haben sie den Dragons durchaus Gleichwertiges entgegenzusetzen. Und dann kann das ein sehr gutes und vor allem langes und spannendes Spiel werden.