Sonntag, 7. Februar 2016; 07:58
NLA

Volley Näfels blamiert sich gegen Aufsteiger Luzern

Von: Köbi Hefti

Gegen eine kämpferisch hervorragende Mannschaft aus Luzern sah Biogas Volley Näfels schwach aus und verlor mit 2:3 (15:25, 25:21, 14:25, 25:20, 12:15).

 

Die erwartete Reaktion von Volley Näfels im Spiel gegen den Aufsteiger Volley Top Luzern blieb aus. Das Team von Dalibor Polak fuhr dort weiter, wo es vor einer Woche aufhörte, als es in der Schlussphase den Siegeswillen vermissen liess. Im ersten Satz wurde Näfels von Luzern fast nach Belieben dominiert. Die schwache Annahme - Sutter, Gotch und Friend brachten nur selten einen Ball wunschgemäss zum Passeur – war einer der Gründe, dass auch die Angreifer erfolglos agierten. Pulko, Friend und Gotch waren Ausfälle. So hiess es am Ende 15:25 für den Aufsteiger.

Die Wende, die keine war
Bereits am Ende des ersten Satzes wechselte Dalibor Polak sein Team auf diversen Positionen. Unter anderem kamen Passeur Milanez für Gygli und Martinez für Pulko. In dieser Zusammensetzung kam das Spiel von Näfels etwas besser in die Gänge, es blieb aber ein Krampf. Immerhin buchten nun Friend und Martinez wie auch die Mittelangreifer Ehrat und Walzer regelmässig ihre Punkte. Näfels holte sich den Satz mit 25:21.

Wer dachte, das sei die Wende gewesen, wurde enttäuscht. Was Näfels den Zuschauern danach bot war einfach nur peinlich – 3:11 lag das Heimteam hinten. Erst als Pulko wieder aufs Feld kam, spielte auch Näfels wieder Volleyball. Das Score jedoch blieb sehr eindeutig. Luzern brachte den Satz locker und mit viel Spielfreude 25:14 nach Hause.

Verdienter Sieg der Luzerner
Im vierten Satz lag Näfels ab dem ersten Time-out immer leicht vorne. Wie es von einem Favoriten erwartet werden darf, zeigten die Angreifer in diesem Spiel erstmals, was sie können und auch dann punkten, wenn ein Ball nicht perfekt daherkommt. In dieser Beziehung fiel Gotch positiv auf, nachdem er zuvor mit seinen Annahmen und Angriffen Kopfschütteln auslöste. Dass der Satz am Ende mit 25:20 an Näfels ging, war aber auch wegen des Nachlassens des Gegners ab Satzmitte möglich geworden. Im Tie-break fingen sich die Luzerner wieder. Mit guten Services demontierte sie Näfels und gingen 6:1 in Führung. Diesen Vorsprung verteidigten die Zentralschweizer mit allen Mitteln, sie kämpften wie Löwen mit viel, viel Herz. Den dritten Matchball nutzen sie zum viel umjubelten 15:12.

Luzern – ein Vorbild für Näfels!
Bei Näfels wusste kein einziger Spieler wirklich zu gefallen. Einzig Ehrat, Walzer und Milanez darf eine halbwegs gute Leistung attestiert werden. Auch Pulko wirkte nach seinem Fehlstart und seiner Einwechslung im dritten Satz energiegeladen und auch Friend vermochte sich zu steigern. Die restlichen Spieler aber enttäuschten schwer. Als Team lieferte Näfels eine desolate Leistung ab. Der Siegeswille fehlte vollends, die Kampfbereitschaft ebenso. Es war eine Lektion, die Näfels von Volley Top Luzern gestern bekam – vor allem betreffend Freude, Kampfbereitschaft, Siegeswille und Teamspirit.

Randnotiz
Der Präsident persönlich entschied, dass kein Spieler von Biogas Volley Näfels nach diesem miserablen Auftritt zum MVP gewählt wird. Als der Speaker dies verkündete, gab es lange, sehr lange Gesichter bei Polaks Truppe und Applaus von Zuschauern. Bitter, bitter…

Bei Luzern wurde Luca Ulrich zum MVP gewählt. Er zeigte wie bereits im Cup ¼-Final, wie einfach es als Aussenangreifer ist, um gegen Näfels zu punkten. Der noch nicht Zwanzigjährige war klar besser als seine Gegenspieler in weiss-grün. Bravo Luca – weiter so!

Matchtelegramm
Lintharena SGU, Näfels, Samstag, 6. Februar 2016, 18:00
Spieldauer  180  Minuten
Zuschauer: 220

Biogas Volley Näfels –
Volley Top Luzern 2:3 (15:25, 25:21, 14:25, 25:20, 12:15)

Biogas Volley Näfels:
Startformation: Gygli (Passeur, Captain), Sutter (Libero), Pollock, Friend, Pulko, Ehrat, Gotch
Einwechslungen: Godoy, Walzer, Milanez, Wunderle, Martinez

Trainer: Dalibor Polak
Assistenz-Trainer: Robin Bhaggan, Mani Müller

Volley Top Luzern:
Startformation: Harksen (Pass), Eichenberger(Captain), Gautschi (Libero), Amstutz, Ulrich, Zurgilgen, Häfliger
Einwechslungen: Eichhorn, Wicki, Suter, Meier

Trainer: Lauren Bertolacci
Assistenz-Trainer: Nathalie Dambendzet

SR: Aleksander Sikanjic, Helmut Tschrischnig 

Lichterlöschen bei Näfels oder ähhh, was läuft da?