Volley Näfels begeistert und freut sich auf die Playoffs
Unterschätzt, zusammengeschweisst, erfolgreich: Volley Näfels krönt eine aussergewöhnliche Qualifikation – dank Teamgeist als grösstem Trumpf.
Schon früh war spürbar, dass sich bei Volley Näfels etwas Besonderes entwickelt. Präsident Martin Landolt: «Das Team hat sich vom ersten Spiel an in die Herzen der Fans gespielt. Jeder geht für jeden – das ist ansteckend.» Aus dem gelungenen Start wurde Woche für Woche mehr. Die Linthhalle wurde wiederholt zum stimmungsvollen Hexenkessel – etwa bei den emotionalen Siegen gegen Amriswil oder im Europacup. «Das waren unheimlich starke Leistungen, bei denen ich vor lauter Stolz die eine oder andere Freudenträne verdrücken musste», so Landolt. Auch das Publikum spürte das Besondere – der Zuschaueraufmarsch und die Begeisterung waren so gross wie seit Jahren nicht mehr.
Ein Erfolg, der für die Mannschaft keine Überraschung war
Während der erste Rang nach der Qualifikation vom Umfeld als Überraschung wahrgenommen wurde, sieht Captain Risto Nikolov die Entwicklung differenzierter. «Für uns war es keine Überraschung. Schon nach wenigen Trainingswochen wussten wir, wozu wir fähig sind.» Auch persönlich erlebt der 36-Jährige eine besondere Saison – vielleicht seine beste überhaupt. Entscheidend dafür sei nicht das Individuum, sondern das Kollektiv: «Ich hatte in meiner Karriere noch nie ein Team mit so viel Charakter, Arbeitsmoral und Siegermentalität – das macht meinen Job als Captain einfach.»
Diese Einschätzung teilt auch Teammanager Ivan Bedrac. Dass die Mannschaft Potenzial habe, sei ihm bereits bei der Kaderzusammenstellung bewusst gewesen. «Dass es am Ende zum ersten Rang nach der Qualifikation reicht, habe ich allerdings nicht erwartet», sagt Bedrac rückblickend. Ein wesentlicher Erfolgsfaktor sei dabei nicht nur auf dem Feld zu finden: «Die Freude, die man auf dem Spielfeld sieht, ist auch daneben vorhanden.»
Fundament Teamgeist
Das Fundament dieses Erfolgs ist das Zusammenspiel aus menschlicher Geschlossenheit und sportlichem Ehrgeiz. Näfels sei stets als Einheit aufgetreten, sagt Nikolov. Einzelne Spieler wie Liga-Topscorer Pablo Cabañas könnten zwar Spiele entscheiden – getragen werde das Team jedoch vom ausgeprägten Teamspirit, einer stabilen Annahme, klaren Abläufen und einer exzellenten Vorbereitung durch den Staff.
Cheftrainer Nacho Verdi teilt diese Einschätzung. Die Gründe für den Qualifikationssieg seien klar: «Näfels ist eine aussergewöhnlich starke menschliche Gruppe. Die Beziehung zwischen Spielern und Trainerstab ist ausgezeichnet. Das schafft Vertrauen und lässt alles besser fliessen.» Gleichzeitig habe sich das Team sportlich stabilisiert, insbesondere im Service–Block–Defense-Spiel. Intelligente Entscheidungen, ein gutes Spielverständnis und das konsequente Stellen des Teams über individuelle Interessen prägten den Stil, so der Argentinier.
Zwei Qualitäten hebt Verdi besonders hervor: den ausgeprägten Teamgeist, der während vieler Spiele zu einem Flow geführt habe, sowie die Fähigkeit, sich während eines Matches flexibel anzupassen. «Wir haben immer auch einen Plan B und C. Entscheidend ist, offen zu bleiben für das, was das Spiel verlangt.»
Neubewertung von aussen
Auch Swiss-Volley- und SRF-Experte Samuel Ehrat hat seine Einschätzung im Verlauf der Saison korrigiert. Vor Saisonbeginn hatte er Näfels nicht auf der Liste der Top 4. Viele Neuzugänge, ein junges Teams und die begrenzte Kadertiefe waren der Grund seiner Einstufung. Nach der Qualifikation fällt sein Urteil anders aus: Die Integration der neuen Spieler sei sehr gut gelungen, Näfels habe mit Teamgeist und Geschlossenheit überzeugt. Ehrat hebt zudem das argentinische Duo mit Passeur Vásquez und Liga-Topscorer Cabañas hervor. «Ich muss meinen Tipp korrigieren, ich sehe Volley Näfels als gesicherten Halbfinalisten mit realistischen Finalchancen», so Ehrat.
Playoffs: neue Ausgangslage, gleicher Ansatz
Mit Blick auf die Playoffs herrscht in Näfels eine Mischung aus Klarheit und Gelassenheit. Verdi betont, dass alles bisher Erreichte nun der Vergangenheit angehöre. «Ab jetzt ist jedes Spiel entscheidend - nicht Druck, sondern Fokus.» Ziel sei es, Stabilität zu erhöhen, Fehler zu reduzieren und sich weiterzuentwickeln. Teammanager Bedrac sieht im Qualifikationssieg sowohl Motivation als auch eine mögliche Herausforderung: «Klar, die Spieler machen sich als Sieger der Qualifikation selbst mehr Druck. Das kann eine Handbremse sein.» Er ist aber überzeugt: «Findet das Team wieder zu seinem Flow, wird es auch in den Playoffs befreit aufspielen können – so wie bisher.»
Präsident Landolt blickt mit Erfahrung auf die entscheidende Phase: «Wir wissen, wie schnell sich alles ändern kann.» Zugleich sei die Ausgangslage sehr gut – nicht zuletzt wegen der besonderen Energie in der Linthhalle.
Captain Nikolov betont, dass das Team ohne Erwartungsdruck in die Playoffs geht. «Wir haben grossartige Unterstützung vom Verein und von den Leuten in der Halle. Das hilft uns enorm.»
Am Samstag beginnen die entscheidenden Playoffs mit der best-of-5-Serie gegen Colombier. Gelingt es, die Qualitäten aus der Qualifikation mitzunehmen, könnte der Weg weit führen.

Pure Emotion: Volley Näfels jubelt gemeinsam

Freude und Zufriedenheit: Präsident Martin Landolt

Volle Ränge, stehende Fans: Die Linthhalle als Stimmungsgarant

Leader auf und neben dem Feld: Risto Nikolov gibt die Richtung vor

Durchschlagskraft im Angriff: Topscorer Pablo Cabañas

Argentinische Achse: Passeur Eze Vásquez und Topscorer Pablo Cabañas mit Coach Verdi und Assistent Mariano Mattioni

Klare Ansagen, klare Umsetzung: Nacho Verdi justiert taktisch nach

Starke Defense: Libero Jonas Peter überzeugt auch in Bedrängnis

Erfolgreiche Kaderplanung: Ivan Bedrac freut sich über ein Teamgefüge, das wie erhofft funktioniert

Jetzt zählt’s: Volley Näfels ist bereit für die entscheidende Phase


























































































