Freitag, 22. November 2024; 09:22
NLA

Volley Näfels begeistert im Europacup

Von: Köbi Hefti

Volley Näfels begeistert im Rückspiel des CEV Challenge gegen Komárno mit einem 3:2-Sieg (21:25, 25:19, 20:25, 27:25, 15:13). Das Spiel gegen die Slowaken war voller Dramaturgie, Spannung und fesselte das Publikum.


Was Näfels und Komárno im Rückspiel 1/16 - Final des CEV Volleyball Challenge Cup am Donnerstagabend in der Lintharena zeigten, war Spektakel pur. Das Team von Coach Verdi stand nahe am Ausscheiden, bewies dann aber enorm viel Charakter. Auf den Verlust des ersten Satzes mit 21:25 zeigte Näfels eine imposante Reaktion, dominierte den zweiten Satz über weite Strecken eindrücklich und sicherte sich ihn mit 25:19.
Der Dritte Umgang bot Spannung, Kampf und Spektakel pur mit vielen langen Ballwechseln zum Geniessen und einem engen Score bis zum 19:19. Dann aber wendete sich das Blatt plötzlich. Näfels agierte fehlerhaft, brachte keinen Ball mehr auf den Boden. Die Gäste nutzten dies kompromisslos aus und sicherten sich den Satz mit 25:20. Ähnlich schwach spielte Näfels auch zu Beginn des vierten Satzes. Das Feuer im Angriff war erloschen,  erfolgreiche Angriffe Mangelware. Komárno hatte leichtes Spiel und zog auf 11:5 davon.

Neue Impulse von der Bank
Coach Verdi wechselte, brachte als Zuspieler Mathis Jucker, Nathan Broch auf Annahme/Aussen und wenig später auch noch Roy Schmid für den Service. Diese Wechsel hauchten Näfels neues Leben ein und verunsicherten die Gäste mehr und mehr. Nach Schmids Serviceserie lag plötzlich Näfels mit 16:14 in Führung. Hochklassig und mit einem lautstarken Publikum, das das Heimteam super unterstützte, schaukelte sich der Satz dem Ende entgegen. Zwei Matchbälle der Slowaken wehrten die Glarner ab. Ein Angriffsfehler Komárnos brachte dann aber ihnen den Satzball. Näfels’ bester Scorer an diesem Abend, Mariano Giustiniano (27 Punkte), verwertete ihn zum 27:25 Satzgewinn und liess Näfels Europacup-Hoffnung damit weiterleben. Ebenso spannend dann das Tie-Break, in welchem Näfels zuerst knapp, gegen Satzende klar mit 13:9 führte. Doch Komárno gab nicht auf, glich zum 13:13 aus. Näfels Coach Verdi verlangte in kürzester Zeit zwei Time-outs. Das Zweite wirkte. Näfels kam zum Matchball. Das Publikum war begeistert, stand auf, gab alles und sah, wie Näfels mit dem insgesamt zwanzigsten Killerblock sich den Sieg sicherte. Alle Dämme brachen – die Freude bei Spielern, Staff, Verantwortlichen und Publikum waren unbeschreiblich. Nach diesem Sieg steht Näfels im Europacup-Achtelfinal. Gegner sind die Spanier von Melilla, einer Stadt an der Mittelmeerküste auf dem afrikanischen Kontinent.

Stimmen zum Spiel:
Dejan Bogdanovski, der das Spiel als Reservespieler aus der Ecke verfolgte, erzählt, wie er diesen Fight erlebte: «Es war extrem spannend, vor allem im vierten Satz nach den vielen Einwechslungen. Auch als Reservespieler war das ein mega Highlight. Wie man hört, habe ich kaum noch eine Stimme. Es ist phänomenal, mir fehlen die Worte. Ich freue mich sehr auf die Reise nach Melilla.» Mathis Jucker, der im vierten Satz ins Spiel kam, als Näfels auf der Verliererstrasse schien und das Ausscheiden drohte , sagt zur Frage, was ihm in diesem Moment durch den Kopf gegangen sei: «Ich schaue jeweils nicht auf das Resultat. Ich komme rein und versuche dem Team Energie zu spenden. Und ich glaube, das hat funktioniert.»

Was zur Wende in diesem Spiel geführt habe, beantwortet Coach Igancio Verdi: «Die Einstellung des Teams – absolut. Heute funktionierte dieses Teamwork und der Sieg ist eine Konsequenz davon. Es spielt keine Rolle wer spielt, mal braucht das Team diesen, mal einen anderen Spieler - der Spirit muss stimmen. Phasenweise spielten wir wirklich schlecht, versuchten aber das Vertrauen wieder zu finden und einfache Sachen gut zu lösen, um das Vertrauen wieder zu finden. So kamen wir Punkt für Punkt näher und unser Spirit wuchs. Wir spielten wieder besser, auch besser als der Gegner.»


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Matchtelegramm

Volley Näfels -
Rieker UJS Komárno (SVK) 3:2 (21:25, 25:19, 20:25, 27:25, 15:13)

Lintharena, Näfels. – Spieldauer: 115 Minuten.

Schiedsrichter: Ángel Romero Martínez (ESP), Eirini Moula (GRE)


Volley Näfels:

Startformation:
Startformation: Chancy (Passeur), Nikolov (Captain, 10 Punkte), Peter (Libero), Corzo, (19), Giustiniano (27), Bartholet (7), Campbell (11)
Einwechslungen: Schmid (1), Broch (2), Jucker (Passeur)

Headcoach: Ignacio Verdi
Assistant Coach: Álvaro Jurado


Rieker UJS
Komárno
Startformation: Kasperkevic (Passeur (7)), Paty-Nagy (Libero), Smolej (18), Halanda (14), Mlylnarcik (27), Forro (4), Macuha (18)
Einwechslungen: keine

Headcoach: Michal Kotulič

Team Volley Näfels

Team Rieker UJS Komárno (SVK)

Der Beste Näfleser, Mariano Giustiniano

Der Topscorer von Komárno, Peter Mlynárčik

Der Einzug ins 1/8 Finale ist geschafft

Sehr faire Gegner