Volley Näfels beeindruckt als Team
Beim ersten Heimspiel der Saison hinterlegt Volley Näfels eine bemerkenswerte Visitenkarte und schlägt Lausanne UC mit 3:1.
Mit einem Sieg bei Aufsteiger VBC Sursee und einer Niederlage beim Schweizer Meister Volley Schönenwerd entspricht der Saisonbeginn von Volley Näfels dem erwarteten Drehbuch. Umso spannender präsentierte sich die Ausgangslage vor dem ersten Heimspiel. Mit Lausanne UC war ein starker Gegner zu Gast, gegenüber dem man sich aber durchaus «Augenhöhe» zutrauen durfte.
Das Spiel beginnt verhalten. Näfels scheitert zu oft am gegnerischen Block, während der eigene Block zu leicht zu überwinden ist. Passeur Gabriel Chancy nutzt die guten Annahmen zu wenig, um das Spiel schnell zu machen, obschon Nikolov und Campbell ihre wenigen Gelegenheiten in der Mitte kompromisslos nutzen. Das Heimteam schafft es nie, das Zepter zu übernehmen, und Lausanne sichert sich den 1. Satz ungefährdet mit 25:21.
Auch der 2. Satz beginnt eher harzig; aber Näfels verhindert diesmal einen frühen Rückstand und beginnt, über beherzte Verteidigungsaktionen Selbstvertrauen zu tanken. Gleichzeitig schleichen sich bei Lausanne plötzlich mehr Eigenfehler ein. Näfels führt 15:14, als Lausanne das erste Timeout benötigt. Kurze Zeit später sorgt Chris Bartholet mit einem Monsterblock für die 18:15-Führung und damit für die notwenige Margenerhöhung. Volley Näfels gleicht aus (25:20).
Und dann macht es «Klick»!
Danach ist Volley Näfels nicht wiederzuerkennen: Selbstbewusst, mutig, emotional. Der Druck auf Lausanne wird massiv höher, das Spiel sichtbar schneller. Passeur Chancy nutzt nun sämtliche Optionen, die ihm seine Annahmespieler ermöglichen. Bei 14:6 schlägt dann die grosse Stunde für den jungen Tom Schwitter., als er den leicht angeschlagenen Mathias Corzo auf der Diagonalen ersetzt. Passeur Chancy demonstriert Vertrauen und spielt gleich den ersten Ball auf Schwitter, der am Block scheitert. Aber schon beim nächsten Ballwechsel wird Schwitter gleich wieder angespielt und punktet. Näfels lässt sich nicht mehr bremsen. Libero Broch und Routinier Giustiniano sorgen für Sicherheit in Annahme und Verteidigung. Damit halten sie Bartholet und Schwitter den Rücken frei, die nun mehr Risiko wagen. Dieser Mut zahlt sich aus. Näfels überrollt Lausanne im 3. Satz mit 25:16.
Den 4. Satz eröffnet Tom Schwitter mit einem Monsterblock. Lausanne wirkt zunehmend ratlos und verliert sichtbar an Energie. Eine starke Leistung der Näfelser Verteidigung sowie immer wieder schmerzhafte Blockouts und Finten durch Giustiniano und Bartholet zermürben die Romands offensichtlich. Mit Coolness gedulden sich die Näfelser während fünf Matchbällen und sichern sich mit 25:20 den Heimsieg. Connor Campbell holt sich dank einer starken Leistung in der Mitte die Auszeichnung als «best player». Ein glücklicher und aufgewühlter Tom Schwitter lässt sich für seine Heimpremière in der NLA verdient feiern. Für ihn gehe ein Bubentraum in Erfüllung, und es war nicht zu übersehen, dass er mit seinem Traum nicht allein war.
Die neue Definition von «Team»
Mit diesem Heimsieg setzt Volley Näfels nicht nur eine starke Duftmarke, sondern lässt auch durchblicken, mit welcher DNA das Team von Ignacio Verdi und Alvaro Jurado unterwegs ist. Erneut standen sämtliche Spieler, mit Ausnahme des erkrankten Jonas Peter, auf dem Feld. Die Mannschaft hat als Mannschaft überzeugt, mit viel Kampfgeist und einem ausgeprägten Vertrauen untereinander. Routiniers wie Giustiniano und Nikolov geben ihren jungen Kollegen die nötige Sicherheit, um frei aufspielen zu dürfen. Der Coach schenkt Vertrauen und scheint das Team damit regelrecht anzustecken. Er wolle, dass die Mannschaft verstehe, dass aus diesem gegenseitigen Vertrauen ein selbstbewusstes Team wachse, meinte er nach dem Spiel. Denn: «So können wir jedem Gegner das Leben schwer machen, auch auswärts.»
Volley Näfels - Lausanne UC 3:1 (21:25, 25:20, 25:16, 25:20)
Lintharena Näfels - 300 Zuschauende - Spieldauer: 110 Minuten
SR: A. Sikanjic, D. Zindel
Volley Näfels:
Chancy (2), Corzo (9), Schwitter (7), Giustiniano (13), Schmid, Bogdanovski, Bartholet (12), Jucker, Nikolov (6), Campbell (14), Broch (Libero)
Coach: Ignacio Verdi
Lausanne UC:
Schneider, Favre (Libero), Kunz, Montavon (10), Ineichen (1), Engler, Egger, Rodriguez (19), Basile, Dijkstra, Matheney (10), Bayet (1), Cardoso (18)
Coach: Marco Fölmli




























































































