Voléro beendet "Final Four" auf Platz 4 - Bergamo holt Titel
Die Volleyballerinnen von Voléro Zürich beenden das Finalturnier der Champions League im Hallenstadion auf Platz 4. Nach dem 2:3 im Halbfinal gegen Dynamo Moskau verloren die Zürcherinnen auch das Spiel um Rang 3 (0:3 gegen Teneriffa). -> Bilder zu den beiden Samstagspielen folgen demnächst in unserer Galerie!
Bergamo holte sich durch einen 3:2-Finalsieg über Dynamo Moskau zum fünften Mal seit 1997 den Champions-League-Titel. Die Italienerinnen bestätigten, dass sie die derzeit beste Mannschaft Europas sind: Bei drei Siegen standen sie zum fünften Mal in den letzten sechs Jahren im Finalturnier.
Hatte Voléro Zürich, das nach überstandener Gruppenphase als Gastgeber automatisch für die Halbfinals gesetzt war, am Samstag gegen die Russinnen noch überzeugt und beinahe den Final erreicht, war die Luft am Sonntag gegen das Team von der kanarischen Insel draussen. "Zweimal hintereinander eine solche Leistung zu zeigen wie gegen Moskau ist fast nicht möglich", diktierte Voléros Trainer Velibor Ivanovic nach dem zweiten Spiel innerhalb von 24 Stunden in die Mikrofone. Seine Enttäuschung hielt sich im Gegensatz zum Vortag in Grenzen.
Eine harte Partie wie gegen Dynamo über fünf Sätze und 117 Spielminuten hinterlässt -- erst recht bei einer Niederlage -- nicht nur physisch, sondern auch mental seine Spuren. "Es war sehr hart, die Halbfinal-Niederlage zu verdauen", so Ivanovic. "Die Spielerinnen waren leer." Mitgespielt habe auch der Faktor, dass mit Virgine De Carne (Be) und Robyn Ah Mow-Santos (USA) die zwei wichtigsten Spielerinnen im Vorfeld angeschlagen waren und nicht die ganze Vorbereitung wie gewünscht mitmachen konnten.
De Carne Topskorerin
Am Samstag gegen die mit drei Weltmeisterinnen (Jekaterina Gamowa, Jelena Godina und Maria Borodakowa) angetretenen Russinnen zeigte Voléro phasenweise begeisterndes Volleyball. Passeuse Ah Mow-Santos lancierte ihre Mitspielerinnen immer wieder mit präzisen und schnellen Zuspielen, so dass der Block der grossgewachsenen Russinnen um die 2,04 grosse Gamowa nur selten zur Geltung kam. Und im Angriff war De Carne mit 32 Punkten der (gewohnt) sichere Wert. Mit total 45 Punkten sicherte sich die Belgierin auch die Auszeichnung als beste Skorerin des Turniers.
In den entscheidenden Momenten fehlte Voléro im Gegensatz zu Dynamo die Coolness. Beim Stand von 9:9 im Tiebreak kassierte Voléro sechs Punkte, davon drei Blocks, in Serie. Ausgerechnet De Carne schlug den Ball beim ersten Matchball Moskaus ins Out. Möglichkeiten, die Partie für sich zu entscheiden, hatte Voléro, das mit 1:0- und 2:1-Sätzen in Führung gegangen war, zuvor sowohl im zweiten als auch im vierten Durchgang.
Hohes Niveau nicht gewohnt
Voléro, das auf nationaler Ebene nur selten ernsthaft gefordert wird, ist sich nicht gewohnt, auf dem hohen Niveau eines europäischen Finalturniers zu spielen. "Wir verlieren solche Spiele nicht, weil wir schlecht sind, sondern weil wir nur dreimal pro Jahr gegen solche Teams spielen können", sagte Voléros Manager Stav Jacobi. Bereits letzte Saison verlor der zweifache Schweizer Meister das wichtigste Spiel des Jahres, den entscheidenden Viertelfinal im Top Teams Cups gegen Lichtenvoorde (Ho) nur ganz knapp.
Am Sonntag gegen die Spanierinnen um die letztjährige Voléro-Teamleaderin Logan Tom (USA) besassen die Zürcherinnen nie eine Siegchance. Die Spanierinnen steigerten sich im Vergleich zum Halbfinal gegen Bergamo (0:3) markant und waren Voléro in allen Belangen überlegen. Ivanovic besitzt hinter der Stammsechs auch fast keine Alternativen, um mit einer Einwechslung seinem Team neuen Schwung zu verleihen. "Wir haben diese Breite im Kader im Gegensatz zu den Gegnern in diesem Turnier nicht. Deshalb ist es schwierig eine taktische Änderung vorzunehmen", so der Serbe.
Wenig Zuschauer
Trotz der Niederlagen darf Voléro mit dem Auftritt im Hallenstadion zufrieden sein. Der Zürcher Klub, der erst vor fünf Jahren in die NLA aufgestiegen ist, bewies nicht nur sportlich, dass er mittlerweile zu den Top-Klubs Europas zählt. "Der europäische Verband ist sehr zufrieden mit uns", so Stav Jacobi. So dürfte Voléro auch im kommenden Jahr eine Wildcard für die Champions League erhalten. Enttäuschend waren hingegen die Besucherzahlen: 3000 Zuschauer am Samstag und gar nur 2900 am Sonntag wohnten den Spielen bei.



























































































