Vielfältige Meinungen nach Näfels' Fehlstart im Playoff-Final
Die Niederlage im ersten Playoff Finalspiel von Seat Volley Näfels gegen Amriswil war zwar ärgerlich und nicht zwingend, aber eine Vorentscheidung um den Meistertitel ist dies noch lange nicht.
Team-Manager Ruedi Gygli sagte schon Anfang Saison, dass Amriswil der stärkste und gefährlichste Gegner für Näfels sei. Nicht alle wollten ihm bisher glaubten, doch nach der gestrigen 2:3-Niederlage ist allen klar geworden: Der Final gegen Amriswil wird kein Spaziergang werden.
Die Ansichten, weshalb SEAT Volley Näfels in dieser Saison erstmals ein Heimspiel verlor, waren bei Zuschauern und Experten nach dem Spiel vielfältig. In einem Punkt waren sich aber viele einig, so auch Passeur Bär, der nach dem Spiel von den Zuschauern zum MVP - dem wertvollsten Spieler - von Näfels erkoren wurde: "Die unkonstanten Annahmen führten dazu, dass unser Sideout nicht ausreichend war und uns so vor Probleme stellte. Ich konnte die Mittelangreifer fast nie anspielen und selber hatte ich auch fast nie die Chance, einen zweiten Ball direkt zu verwerten. Dazu war auch die Abstimmung zwischen Block und Verteidigung heute nicht optimal. Aber ich glaube, all dies hatte heute den Grund bei unseren Annahmen."
Die Freude am Spiel
Amriswils Youngster Adrian Schläpfer, der im Verlauf des Spiels für den wenig überzeugenden Stojkovic eingesetzt wurde, sah die Vorteile seines Teams vor allem in einem Punkt und bestätigte damit Bärs Aussage: "Souverän war unser Sieg nicht. Aber mit unseren Services konnten wir Druck aufbauen. Das hat am Ende den Unterschied ausgemacht und uns zum Sieg verholfen." Auch Amriswils Captain Christian Willi sah nicht die perfekte Leistung seines Teams: "Wir haben viele dumme, vermeidbare Fehler gemacht und Näfels so einige Punkte geschenkt. Vor allem zu Beginn waren wir sehr nervös, fanden dann aber besser ins Spiel. Wir hatten im Team eine Superstimmung auf dem Feld. Auch nach Fehlern hielt das Team zusammen." Dass der Teamgeist der Amriswiler so gut funktionierte war auch der Verdienst von Trainer Baghdady. Er gab allen Spielern eine klare Anweisung mit aufs Spielfeld: "Wir müssen Freude am Spiel haben. Ich habe meinen Spielern gesagt, dass ich alle lachen sehen will, auch wenn sie drei Punkte hinten liegen. Sehe ich einen Spieler, bei dem das nicht der Fall ist, würde ich ihn sofort auswechseln. Denn ich weiss, mit Ärger kann man sich nicht weiterbringen."
Unausgeglichene Effizienz
Amriswils Zuspieler Ralf Petzold musste wie sein Gegenüber auch viel laufen, weil auch bei Amriswil die Annahmen nicht immer mustergültig waren. Trotzdem hatte er Spass am Spiel. Er sieht den Grund für den Sieg in der Effizienz der Angreifer: "Im Endeffekt waren wir im Sideout etwas stabiler. Wir haben es öfters geschafft im ersten Anlauf den Punkt zu machen, Näfels benötigte häufiger mehr Anläufe um zu punkten." Dieser Unterschied war aber auch deshalb so gross, weil der Block von Amriswil viel wirkungsvoller war als jener der Einheimischen. Näfels Assistenz-Coach Müller fand dazu klare Worte: "Unser Block war im Vergleich zu Amriswil nur etwa 25% wert." Im Team von Serramalera wusste nur ein Angreifer echt zu überzeugen. Andy Sutter war erneut der Stern in der Offensivabteilung von Seat Volley Näfels. Er befindet sich in einer ausgezeichneten Form. Er verwertet fast jeden Ball, der zu ihm kommt, zum Punkt. Nach dem Spiel war er zwar zufrieden mit seiner Leistung, fühlte sich aber völlig kaputt, da auch er nicht ganz fit zum Spiel antrat und vom harten Training etwas müde war. Wie Bär bemängelte auch er das Sideoutspiel seines Teams. Der Grund dieses Mangels lag gestern auch daran, dass Obeid derzeit eine kleine Krise durchlebt, die er allein mit Kampfgeist nicht wettmachen kann. Nur phasenweise gelang es ihm, seine Klasse zu beweisen, zu oft war aber das Gegenteil der Fall. Er machte zu viele Fehler und hatte nicht jene Durchschlagskraft, welche von einem erfahrenen Diagonalspieler erwartet werden kann. Da auch Mittelangreifer Osias noch nicht jenes Niveau erreicht wie vor seiner Mitte Januar erlittenen Verletzung und Captain Rafa nach seiner kaum überstanden Grippe nicht an seine Top-Leistungen der letzten Wochen anknüpfen konnte, war die Hypothek am Ende für Seat Volley Näfels zu gross.
Optimismus da – Optimismus dort
In den Reihen von Näfels wird diese Niederlage eher als Ausrutscher eingestuft. Präsident Görauch: "Amriswil war nicht stärker als Näfels. Wir haben uns heute selber geschlagen, liessen uns zu leicht aus dem Tritt bringen. Die letzte Woche war für uns nicht optimal, weil einige Spieler mit Grippe im Bett lagen, kaum trainieren konnten und sich dazu auch noch Bedrac am Fuss verletzte. Das spielte bestimmt auch eine Rolle. Aber wir spielen best–of-7 und ich glaube nicht, dass wir vier Mal gegen den TV Amriswil verlieren werden." Im Hinblick auf den weiteren Verlauf der Serie gibt sich aber auch der Amriswiler Captain Willi zurückhaltend optimistisch. "Ich bin überzeugt, dass wir uns noch weiter steigern können. Es ist schwierig zu sagen, inwieweit das auch bei Näfels der Fall sein wird. Wenn sie sich nicht mehr steigern könnten, dann wäre ich für diese Finalserie sehr zuversichtlich."



























































































