Viel Arbeit wartet auf Trainer und Mannschaft
Nach zwei Trainingsspielen in der Tellenfeldhalle in Amriswil vom Sonntag, sieht man klar wie weit das Team von SEAT Volley Näfels noch von seinem maximalen Spielvolumen entfernt ist. Noch ohne Andi Sutter angetreten und ebenfalls geschwächt durch die Absenz von Bruno Amorim (Muskelzerrung) darf man für die Saison sicher nicht vom erstmaligen Spiel gegen den TVA ausgehen.
Bild 1: Spielszene, Quelle: Heidi Weder, TVA
Bild 2: rkk-Trainer Léo erklärt und verursacht damit ernste Minen bei Gaft, Duarte, Werner und Bedrac
Anders als das Team aus Näfels, tritt der TV Amriswil schon sehr stilsicher auf im Trainingsspiel, welches nur gerade drei Sätze dauerte. „Wir sind in der glücklichen Situation auf jeder Position einen Ersatzmann zu haben, welcher nahtlos und ohne die Mannschaft zu schwächen ins Spiel eingreifen kann“, meinte ein sehr zuversichtlicher Christian Willi. Er, der seit nunmehr sechs Jahren die Farben des TVA vertritt und sich nun in der Schlussphase seines Studiums für Marketing und Kommunikation befindet, weiss genau, dass jetzt die Stunde gekommen ist. In vielen grossen Entscheidungen hat er schon gestanden, noch nie aber konnte er auch nur einen einzigen Meistertitel oder Cupsieg für sich und seine Mannschaft holen. Jetzt aber, diese Saison muss es einfach klappen. Dazu haben die Thurgauer noch einmal erweitert und ausgebaut. „Wir absolvieren jetzt mit sechs bis sieben Spielern ingesamt zehn Trainings pro Woche“, sagt Trainer Johan Verstappen. Der Holländer kennt ja auch Näfels bereits bestens, war er doch mit Schuvoc Halen (Bel) 2006 Sieger beim Volley Open im sgu. Er zeigt sich zufrieden mit seinen Möglichkeiten bei Amriswil und ist zuversichtlich. Und er hat allen Grund dazu, denn der Auftritt gegen Näfels liess vorerst keine Zweifel offen, wer zur Zeit in der Ostschweiz das Szepter in der Hand hält. Mit Marco Bär oder Fabian Perler am Pass, den neuen Brasilianern Sinotti (er absolvierte letztes Jahr Probetrainings bei Näfels) und Faure sowie dem Kanadier Brett Dailey, welcher von Sursee zu den Hinterthurgauern gestossen ist, steht ein, Team welchem es aber auch dank Alan Soares, den Schweizern Büsser, Willi, Schläpfer und Rutishauser gelingen wird um die Titel mitzureden. Das Spiel, wie auch die einzelnen Spieler zeigen bereits ein klares Profil.
Noch ist Väterchen Zufall zuoft Meister des Näfelser Spiels
Dagegen sind bei SEAT Volley Näfels vorerst nur Ansätze zu erkennen. Zuvieles ist noch Zufall im Spiel, zuoft scheint Trainer Carvalho noch einmal das ABC des Volleyballs erklären zu müssen. Dabei wird er, es ist sein Stil, auch manchmal ganz schön laut. Solcherart Töne hat man bei Michel Bolle nie gehört und bestimmt ist auch dies gewöhnungsbedürftig. Er scheint aber genau zu wissen wie er diese Herausforderung anpacken muss. „Ich spüre bei einem Spieler genau, wie ich ihn herausfordern kann, mehr zu wollen und mehr zu leisten“, sagt Léo, wie alle ihren neuen Trainer aus Brasilien nennen. Dort haben ja bekanntlich alle Sportler einen „Künstlernamen“ und sind landläufig nur unter diesem wirklich bekannt. Oder wüssten Sie den vollständigen Namen von Pelé oder aus der heutigen Zeit von Kaká? Und Trainer Léo fährt fort: „Natürlich teste ich bei jedem auch seine „Schmerzgrenze“, dies ist sehr wichtig, damit ich auch im Spiel weiss was ich von jedem einzelnen erwarten kann“.
Vorerst gedämpfte Erwartungen bei Manager Gygli
Manager Gygli zeigt sich vorerst zufrieden indem er feststellt: „Seit dem Auftritt vor einer Woche in Lugano haben wir sicher bereits kleine Fortschritte gemacht“ und zeigt sich mit dem Gezeigten, unter Berücksichtigung der Umstände mit dem Ausfall von Bruno Amorim und der Ferienabsenz von Andy Sutter, durchaus zufrieden. Es ist wohl auch gut, wenn man jetzt noch nicht allzu viel erwartet obwohl der Manager sagt: „Eigentlich hat eine Mannschaft auf das erste Spiel einer Meisterschaft bereit zu sein und bis dann fehlen noch zwei Wochen“. Dann aber muss man auch den Supercup vom nächsten Wochenende in Lausanne ausklammern.
Wer steigt bei Näfels in die neue Saison?
Am Pass stehen wechselweise Gygli und Bedrac, von welchem der Trainer sagt: „Der hat doch absolut gute Ansätze“. In der Mitte stehen Roman Sutter, welcher diese Saison mit einer sehr guten Form aus seiner Beach-Saison in die Halle gekommen ist, ausserdem Silvio dos Santos (24) anstelle von Miller (er spielt bei Zaragoza in Spanien) und als Joker Marcelo Duarte (28), auch er aus Rio de Janeiro. Marcelo kann aber auch als Diagonalspieler oder sogar als Annahmespieler eingesetzt werden. Als ehemaliger Beach Volleyballer muss er auch diese Disziplinen beherrschen. Christof Suter steht nach Bruno Amorin an zweiter Stelle im Diagonalangriff und in Absenz des Brasilianers zeigte er auch in beiden Trainingsspielen am Sonntag teilweise sehr gute Ansätze. Er wirkt physisch nicht mehr so fragil wie letztes Jahr, hat in seiner Muskulatur sichtbar zugelegt und ist auf einem guten Weg. In der Annahme ist Jacky Gaft eine Bank. „Der hat internationale Klasse“, sagt Léo der Trainer über ihn. Fabian Brander befindet sich ebenfalls in einer sehr interessanten Entwicklungsphase nach oben. „Nach seinem „Lehrjahr“ von letzter Saison, kann er damit rechnen nun vermehrt eingesetzt zu werden und auch Verantwortung zu übernehmen“, erklärt Ruedi Gygli. Andy Sutter bleibt Captain, obwohl gerade dieses Amt oft mehr Bürde als Würde zu sein schien für ihn. Aber natürlich ist auch er an seiner Erfahrung gewachsen und nach seiner guten Beach-Saison bestimmt voll von Selbstvertrauen. Severin Pfister ist nach Christof Suter und Marco Gygli nun bereits der dritte Junior, welcher den Sprung innerhalb der letzten zwei Jahre aus den Junioren ins Team geschafft hat. Und last but not least, ist da Libero Dani Werner welcher dank seinem grossen Können, aber auch von seiner Art her, eine sehr wichtige Rolle spielt in diesem Team. Was diese vorerst zwölf Einzelspieler, dereinst zusammengeschweist als Mannschaft, vollbringen können wird sich zeigen. Vieles wird davon abhängen wie der Trainer seine ausgezeichneten Kenntnisse des Volleyballs und der Trainingslehre aus dem Land des besten Volleyballs der Welt, wird einbringen und umsetzen können. Dabei spielen bei weitem nicht nur technisches know how eine Rolle. Vielmehr darf man gespannt sein, wie sich die Chemie im Team entwickelt um dann, wenn vorhanden, auch grösserem Druck standhalten zu können und die vorerst noch insgeheimen Erwartungen zu erfüllen.




























































































