Sonntag, 17. Dezember 2006; 20:17
Allgemein

VBC Andwil-Arnegg vs SEAT Volley Näfels 0:3 (17:25, 20:25, 23:25)

Im Fürstenland zwei Punkte geholt   Die Näfelser holen sich die budgetierten zwei Punkte gegen Schlusslicht Andwil-Arnegg und bleiben alleinige Tabellenleader. Vor einer phantastischen und lautstarken Zuschauerkulisse zeigen die Einheimischen ein gefälliges Spiel und fallen keineswegs ab.

 

 

SEAT Volley Näfels erspielt sich den erwarteten 3:0 Sieg. Ganz so klar wie das Resultat zeigt, war die Sache jedoch nicht. Das Publikum war der siebte Mann auf dem Feld, die Stimmung grossartig. Die Einheimischen bekamen Flügel und steigerten sich von Satz zu Satz. Zum totalen Volleyballfest fehlte eigentlich nur ein Satzgewinn.

 

Andwil wird während des Spiels zusehends besser

In der Tat wurde das Team unter Trainer Fink während des Spiels immer besser. Der übergrosse Respekt vor dem Branchenleader verflog zusehends und unter der Führung eines im driten Satzes sehr guten Sascha Messmer kamen die Andwiler beinahe noch zu einem Satzgewinn. Dieser wäre dann auch noch nicht einmal unverdient gewesen, denn während dieses ganzen Satzes spielte das Heimteam munter mit. Unter riesigem Jubel gingen die St. Galler beim 16:15 ins zweite technische Time-out. Es war ihre erste Führung während des ganzen Spiels. Die Lärmkulisse war derart hoch, dass die Feinabstimmung durch Zurufe im Näfelser Spiel praktisch unmöglich wurde. Dadurch litt die Annahme und als Konsequenz wurden die Angriffe weniger druckvoll ausgeführt. Die Rückraumspieler des Gegners standen sehr gut und erhechteten sich Bälle noch und noch. Passeur Messmer hatte zudem seine Glanzmomente und er liess die Näfelser Blockabwehr einige Male ganz bös ins Abseits springen. Die Zuschauer gerieten darob fast aus dem Häuschen. Ihre Mannschaft aus lauter Einheimischen bestehend, sieht man mal vom beinahe Schweizer brasilianscher Abstammung Jefferson Bellaguarda ab, war drauf und dran dem Glarner Traditionsverein, einem der ganz grossen im Schweizer Volleyball, einen Satz abzuknöpfen. Und wer weiss, wäre da noch mehr draus geworden, hätten sie den Lauf bis zum Ende durchgezogen? Immer waren die nun auf ihrem absoluten Top-Level spielenden Jungs unter Captain Messmer einen Zähler vorn und dies bis zum 23:22. Nun wurde den Näfelsern das Treiben in diesem Tollhaus aber doch etwas zu bunt. Rafa gelang der Punkt zum Ausgleich mit einem gut platzierten Angriffsball auf der linken Seite und gleich darauf Passeur Bär mit einem Service-Ass zum Matchball. Nun wurde es wirklich eng, aber die Zuschauer legten gleich noch um eine Lautstärke zu. Wiederum gelang Marco Bär ein guter Service und den anschliessenden Andwiler Angriff machte Youngster Roman Sutter mit einem herrlichen Block sogleich zunichte. Der Schrei blieb den Zuschauern im Hals stecken als der Ball zurück ins Andwiler Feld klatschte.

 

So hart ist eben Sport, aber die Frustration des ersten Momentes machte ebenso schnell einem langanhaltenden und herzlichen Applaus Platz. Eine Szene welche man nicht mehr oft sieht im heutigen Sport. Es war ein Applaus für den Einsatz und die Einstellung der eigenen Mannschaft und trotz der Niederlage waren alle stolz auf ihr Team, denn sieht man vom ersten Satz ab, haben alle ganz toll gekämpft und mit den besten Volleyballern der Schweiz mitgespielt. SEAT Volley Näfels war eben gesamthaft die erfahrenere und abgeklärtere Mannschaft und so ist der Sieg durchaus verdient und konnte ja auch erwartet werden. Mit dem grossen und langen Applaus haben die Zuschauer natürlich auch dies verdientermassen gewürdigt und zum eindrücklichen Erlebnis für die wenigen angereisten Glarner Fans gemacht.

 

 

Sporthalle Ebnet, Arnegg – 450 Zuschauer – Spieldauer 70 Minuten.

 

17-Dez-2006

VBC Andwil-Arnegg - SEAT Volley Näfels 0:3 (17:25, 20:25, 23:25)

 

 

SEAT Volley Näfels: Bär (Passeur), Rafa (Captain), Werner (Libero), Andy Sutter, Roman Sutter, Gygli, Bedrac, Obeid, Alvarez, Osias, Büschi, Prawdzic, Trainer: Juan-Manuel Serramalera

 

VBC Andwil-Arnegg: Messmer (Passeur und Captain), Keller (Libero), Thürlemann, André Kraft, Forrer, Brühwiler, Bellaguarda, Trainer: Cäsar Fink