Universiade in Bangkok: Schweiz bezahlt mit Rang 18 Lehrgeld
Die Schweizer Nationalmannschaft verlor vier der fünf Gruppenspiele und erreichte in der Klassierungsrunde den 18. Rang bei insgesamt 22 Teilnehmern. Gegen das noch in den Gruppenspielen klar geschlagene China verlor die Nati mit 2:3.
Bild: FIVB-Andy Sutter nicht nur im Sand top - auch in der Halle mit der Nati bester Schweizer
Rangmässig ist dieses Abschneiden nicht gerade der Hammer. Konnte man von dieser jungen Mannschaft überhaupt mehr erwarten? Reichen die paar wenigen Zusammenzüge für’s Training um selbst an einer Studentenweltmeisterschaft einigermassen mitzuhalten? Viele der teilnehmenden Mannschaften stammen aus grossen Volleyballnationen. Bei keinem dieser Teams handelte es sich um die A-Nationalmannschaft, ganz im Gegensatz zum Schweizer Team. Dies allein zeigt schon, wie weit entfernt man von der Spitze noch ist. Trotzdem ist aber Nationaltrainer Michel Bolle des Lobes voll über den Auftritt, den Kampfgeist und das Verhalten seines Teams.
Erst am Beginn des Neuaufbaus
Aus den sieben gespielten Partien können nun viele wertvolle Schlüsse gezogen werden um in der Folge auch im Training noch gezielter den Hebel anzusetzen. Durch das jugendliche Alter der meisten Spieler, kann für die nächste Universiade ein gezieltes Fördern jedes Einzelnen und natürlich auch der ganzen Gruppe vorangetrieben werden. Obwohl nach seiner Rückkehr aus Thailand vor allem Klubtrainer bei SEAT Volley Näfels, wird Bolle seine Schützlinge weiterhin aufmerksam verfolgen und wo nötig auch betreuen. Andy Sutter, Daniel Werner und Fabian Brander hat er gleich im eigenen Kader des Klubteams. Die andern Leader der Nati wie Bär, Bruschweiler, Schläpfer, Hominal, Asmar und Willi kann er jederzeit auf der andern Seite des Netzes beobachten. Dabei ist es durchaus verständlich, wenn er ab und zu auch zwei Herzen in seiner Brust hat. Ganz bestimmt wird es ihn freuen, die erwähnten Spieler gute Leistungen erbringen zu sehen. Es dürfte aber durchaus auch kein Nachteil für SEAT Volley Näfels sein, dass ihr Trainer viele Schlüsselspieler der NLA derart gut kennt. Da können im Coaching im entscheidenden Moment ganz gezielt Schwächen ausgenützt werden um das Weiterkommen der eigenen Mannschaft zu begünstigen. Nicht zuletzt aber können diese Erfahrungen auch wieder für die Nationalmannschaft ausgewertet und in positives Spielerverhalten umgewandelt werden.
Bis zum bitteren Ende
“Die Jungen müssen früh lernen mit schwierigen Situationen umzugehen und echte Verantwortung zu übernehmen.” Aus genau diesem Grund nahm Bolle oft die Ersatzspieler nicht schon nach vier bis fünf Punkten aus dem Spiel, sondern liess sie auf dem Feld bis zum bitteren Ende und nahm dann auch einen Satzverlust in Kauf, als eventuelle Konsequenz. All diese Erfahrungen gehen auf das Konto Lehrgeld. Und solches kann im Moment nicht genug gezahlt werden um mit der Zeit eine schlagkräftige, reife Mannschaft zu haben. “Belgrad 2009 ist mein Ziel mit diesem Team, daraufhin ist mein Aufbau ausgelegt,” sagt denn Trainer Bolle auch ganz klar. Gut daran ist, dass bis dann noch viel an jedem einzelnen gearbeitet werden, das Team als Ganzes noch weitere Erfahrung sammeln kann und vor allem, dass ein 18. Rang unter diesen Voraussetzungen auch eher leicht zu toppen sein wird.
Schweiz: Bär und Hominal (Passeur), Werner (Libero), Willi, Asmar, Weingart, Sutter, Wiacek, Schläpfer, Brüschwiler, Brander, Augsburger. Trainer: Michel Bolle, Assistent: Urs Winteler
Abschliessend noch das e-mail des Nationaltrainers:
Das Spiel von gestern gegen China, war leider nicht das beste der NATI an der Universiade. Der letzte "Wille" um noch mal alles zu geben hat schlussendlich gefehlt. Eigentlich kein Wunder, denn die letzten Tage bei einem Event wie der Universiade sind die schwierigsten.... Den ganzen Tag sind die Spieler am Leibchen tauschen, Kontakte knüpfen... etc.... Und konzentrieren sich vielleicht (trotz unseren Warnungen) etwas zu wenig auf’s Volleyball. Einzig Piotr Wiacek (Hat auch schon 3 Universiades hinter sich, konnte gestern sein Niveau halten).
Die Leistung, das Auftreten des Teams ist jedoch über das ganze Turnier hinweg als sehr positiv zu bewerten. Das vorgegebene Ziel des SHSV, das Erreichen des 18. Rangs wurde geschafft, und die Jungs haben klar gezeigt, dass es mit dem Schweizer Männer Volleyball vorwärts geht.
Sind wir vor 2 Jahren gegen Teams wie die Türkei, noch sang- und klanglos untergegangen, konnte das Team mit viel Einsatz und Willen an dieser Universiade auch gegen die guten Teams wie Türkei, Brasilien, Tschechien und Korea mehr als nur mithalten....
Das Swiss Team gehörte hier zu den absoluten Publikumslieblingen, und dies sagt viel über das positive und professionelle Auftreten des Teams aus.
Die Universiade hat auch klar gezeigt, dass für Schweizer Verhältnisse eine Lösung wie mit Andy Sutter (Vorbereitung zur Universiade nur mit Beach Volleyball) eine mögliche Lösung ist. Schlussendlich über die ganze Universiade gesehen, ist Andy klar der beste Schweizer Spieler mit der solidesten Leistung gewesen.
Die Jungen (Fabian, Adrian, Christoph, Jonas, Andy) haben sich sehr gut ins Team eingefügt.
Es gilt jetzt, über die nächsten zwei Jahre ein Team aufzubauen, dass auch resultatmässig an der Universiade 2009 in Belgrad einen Schritt vorwärts machen kann. Es ist zwar schön zu sagen; "Wir haben gegen die Türken gut gespielt, schlussendlich zählen aber Resultate und das sind im Sport halt Siege". In diesem Berreich muss das Team auch mental noch Fortschritte machen: „Der Wille zum Siegen muss ausgeprägter sein... mann kann nicht immer mit guten Leistungen und Niederlagen zufrieden sein." ....



























































































