Und schon geistert in Näfels das Abstiegsgespenst herum
Seat Volley Näfels ist der Auftakt in der Serie gegen Lugano missglückt. 2:3 unterlagen die Glarner nach 102 Minuten trotz starken Leistungen von Andy Sutter und Vinicius. Einmal mehr fehlte im Näfelser Spiel die Konstanz.
Der Anfang war noch vielversprechend aus Glarner Sicht. Man hatte Lugano im Griff und die leider schon gewohnten gelegentlichen Missverständnisse im Näfelser Spiel wurden nicht bestraft. Den entscheidenden Punktevorsprung und die Grundlage für den Gewinn des ersten Satzes gelang den Gastgebern beim Stand von 16:15, als Lastres mit zwei starken Aufschlägen die gegnerischen Annahmespieler derart überforderte, dass der Ball dem Brasilianer Miller direkt vor die zum Smash bereite Hand flog.
Es waren aber just diese beiden Näfelser Akteure, die gestern Abend in Glarus enttäuschten. Dies zeigte sich spätestens im zweiten Durchgang. Näfels vermochte die fehlerhaften Luganesi nicht zu distanzieren. Neben dem zuverlässigen Punktelieferanten Andy Sutter fehlte es im zweiten Satz an Durchschlagskraft am Netz. Und an Präzision in der Annahme. Dies führte plötzlich zu einem Vier-Punkte-Vorsprung für Lugano.
Plötzlich ging die Angst um
Leider war man da schon fast am Ende des Satzes und die Näfelser Aufholjagd mit vier abgewehrten Satzbällen kam zu spät. 23:25 lautete das Verdikt und es begann das grosse Nervenflattern auf Näfelser Seite nach dem Satzausgleich. Die Aufschlag-Granaten, die Vinicius zuvor noch übers Netz gedrescht hatte, waren nun plötzlich Blindgänger und auch Andy Sutters Formkurve zeigte für kurze Zeit nach unten.
Als seine Mannschaft mit 10:14 zurücklag, handelte Trainer Benne und brachte Gygli für Bedrac auf der Passeur-Position. Diese Massnahme war kurzfristig (2 Punkte) erfolgreich, aber änderte nichts an der Ratlosigkeit, die jetzt auf der Näfelser Feldhälfte herrschte. Man machte es Lugano leicht, den dritten Satz mit 25:19 zu gewinnen.
Vertrauen in Ersatzspieler
Der Gegner und die Stammgäste auf der Näfelser Tribüne rechneten jetzt wohl mit einem Einbruch der jungen Glarner Mannschaft. Falsch gerechnet, denn der Meister steckte nicht auf und dominierte den vierten Satz, den Ivan Bedrac von der Bank aus verfolgen musste. Passeur Marco Gygli hatte Trainer Benne während seinem Kurzeinsatz im dritten Satz offenbar so überzeugt, dass er gleich auf dem Feld bleiben durfte. Das Gleiche galt für Roman Sutter, der für Miller ins Spiel kam. Die beiden 20-Jährigen machten ihre Sache gut, konnten aber nicht verhindern, dass ihre Mannschaft einen komfortablen 19:15-Vorsprung wieder preisgab und sich nur mit Mühe (25:23) ins Tie- Break retten konnte.
In diesem entscheidenden fünften Satz gingen die Glarner zwar 1:0 in Führung, machten aber mit Unsicherheiten ab Fliessband die Tessiner stärker als sie wirklich sind und verloren den Satz (10:15) und das Spiel (2:3).
Mit dieser Niederlage gerät der Serienmeister Seat Volley Näfels gleich zum Auftakt der Best-of-five-Serie gegen Lugano arg in Bedrängnis und muss sich erstmals seit dem Wiederaufstieg in die NLA vor fünfzehn Jahren ernsthaft mit dem Wort Abstiegskampf auseinander setzen. An eine mögliche spätere Serie, wo es dann um den direkten Abstieg ginge, denkt der Näfelser Captain Andy Sutter, der gestern eine starke Leistung zeigte, noch nicht, sondern ans Rückspiel vom nächsten Mittwoch, in dem die Möglichkeit zur Revanche und Beruhigung der Nerven besteht. «Leider sind wir wieder ins alte Schema gerutscht und machten in den entscheidenden Momenten Fehler anstatt Punkte», so das Fazit des Näfelser Captains zum gestrigen Spiel gegen Lugano.
Näfels – Lugano 2:3 (25:19, 23:25, 19:25, 25:23, 10:15)
Buchholz. – 200 Zuschauer. – Spieldauer: 102 Minuten. – SR: Weinberger, Bollier.
Näfels: Bedrac (Passeur), Werner (Libero), Vinicius, Gygli, Brandner, A. Sutter, R. Sutter, Suter, Lastres, Joelson, Büschi, Miller. Coach: Edwin Benne.
Lugano: Caio, Maino, Decio, Faria, Ruan, Hubner, Romeo, Carlao, Tomasetti, Hofstede, De Tommasi. Coach: Dario Bettello.



























































































