Freitag, 29. März 2013; 12:12
NLA

Und plötzlich war es dunkel

Von: Rolando K. Küng

Volley Näfels beendet die Meisterschaft der NLA auf dem enttäuschenden 5. Platz und darf nicht mehr zum Playoff-Finale um den dritten Platz antreten. Zuletzt fehlte den Näfelsern ein einziger Satz, welcher vielleicht gegen Schönenwerd zuviel verloren wurde.

 

Der Sieg vom Mittwoch in Däniken gegen den TV Schönenwerd nützte Volley Näfels nichts mehr. Zeitverschoben wurde die Partie zwischen dem CS Chênois und Lausanne UC ausgetragen. Das Léman-Derby fand erst gestern Donnerstag statt und so waren die Vorgaben für beide Teams klar. Lausanne UC hätte einen Satz gewinnen müssen und Chênois musste unbedingt dieses Spiel mit 3:0 gewinnen. Und die Genfer haben dies auch getan, womit sie nun die Glarner in extremis im allerletzten Moment noch vom 4. Platz verdrängt haben.

 

Bitter, mehr als bitter, denn ein Blick zurück zeigt, dass die Näfelser Volleyballer in den letzten Runden deutlich stärker waren als der CS Chênois. Dies bestätigt auch der klare Heimsieg von Mitte März. Umso verwirrender ist die Tatsache, dass Swiss Volley für die letzte Runde einer Playoff-Quali es zuliess, dass diese drei Spiele nicht zur selben Zeit angepfiffen wurden.

 

Trotzdem müssen sich die Spieler ob der verpassten Qualifikation für das Challenge-Cup-Turnier des CEV ab Herbst selbst an der Nase nehmen. Viele, zu viele Gelegenheiten blieben ungenutzt, diesen einen Satz oder auch noch viel mehr, zu gewinnen. Bei einer genaueren Betrachtung der Tabelle und des Verlaufs dieser Playoff-Quali und dem Wissen um die spielerische Stärke der einzelnen Teams, hat Volley Näfels nicht nur den Kampf um Bronze verpasst. Mehr noch, viel mehr! Die Glarner könnten sich nun auf das Granfinale vorbereiten mit der berechtigten Hoffnung auf einen Meistertitel. Im Verlauf der Saison hat die Polak-Truppe alle Teams der höchsten Spielklasse geschlagen. Was beweist, dass auch die Ausgabe 2013 von Volley Näfels eigentlich ein Spitzenteam gewesen ist. Zu gering ist die Ausbeute dieses 5. Platzes gemessen am wirklichen Können dieser Mannschaft. Doch Sport ruft nie nach Gerechtigkeit. Der Sieg ist das Einzige was zählt. Und genau dieses siegen hat Volley Näfels im Januar und Februar dieses Jahres gänzlich verlernt. Der Preis dafür ist hoch. Das Bedauern über die verpasste Chance noch höher. Und vor allem ist mit diesem Verdikt die Saison für Volley Näfels auswärts mit einem Sieg zu Ende gegangen der letztlich gar nichts mehr genützt hat.

 

Der vierte Satz war es, in welchem die Näfelser Spieler einmal mehr komplett blockiert waren. Der Druck riesig und die Hände zittrig. So musste dieser Satz ja verloren gehen und es hätte noch nicht einmal die phantastische Serie von Jan Schnider am Service gebraucht. So unsicher wie die Polak-Truppe in diesem Satz agierte, musste dieser ganz einfach verloren gehen. Und ebenso sicher und entspannt präsentierten sich die Spieler gleich anschliessend im Tiebreak. Die Spannung und der Druck war weg und jetzt konnten sie wieder mit Freude Volleyball spielen. Dem entsprechend klar war die Überlegenheit gegen Schöni, welches den Gewinn des vierten Satzes noch nicht einmal gebraucht hätte um den Kampf um Bronze aufnehmen zu können. Ein Satzgewinn hätte den Niederämtern genügt und dann lautete das kleine Final wie letztes Jahr: Schöni gegen Näfels.

 

So aber müssen die Näfelser-Ausländer vorzeitig die Koffer packen und sich alle am eigenen Wickel nehmen. Sie haben ihr Ziel verfehlt auch wenn es nur um einen einzigen winzigen Satz war, den sie nicht buchten oder zuviel verloren und so halt ganz einfach nicht genügen konnten. Nun aber zu sagen, dass diese Mannschaft schlecht war, träfe nicht nur nicht zu, sondern wäre ganz einfach ungerecht. In der langen Saison seit September haben 2-3 schwache Wochen den Ausschlag gegeben, dass dieses Team resultatmässig schlecht dasteht. Wer aber diese Jungs verfolgt hat über die ganze Zeit, der weiss, dass hier eigentlich eine gute Mannschaft aufgestellt war. Die Analyse wird nun zeigen müssen wo genau der Grund liegt für das Versagen zu Jahresbeginn. Und wenn jemand ganz sicher eine Erklärung abgeben muss, dann ist es der Finne Toni Kankaanpää. Er der eigentlich als Leader vorgesehen war und es zeitweise auch tatsächlich war, hat mit seinen unerklärlich schwachen Leistungen grosse Fragezeichen gesetzt. Es kann ja eigentlich nicht sein, dass ein Volleyball-Profi seines Formats auf der Ersatzbank schmoren muss. Nico Beeler hat ihn aber sehr gut ersetzt und wenn dies die Chance für den jungen St. Galler war und er sie tatsächlich gepackt hat, diente der Ausfall des Finnen doch noch für etwas.

Foto: Köbi Hefti - Toni Kankaanpää ist nicht alleine schuld am Scheitern, hat aber mit seinen ungenügenden Leistungen entscheidend zum zu frühen Ausscheiden beigetragen. Keine Titel - keine Medaillen. Saisonziel klar verfehlt