Trotz Niederlage – die Reaktion von Näfels stimmte
Drei Matchbälle reichten SEAT Volley Näfels nicht, um dem aktuellen Leader LUC erstmals in dieser Meisterschaft als Verlierer vom Platz zu schicken. Trotz des verschenkten Sieges dürfen die Glarner positive Erkenntnisse aus diesem Spiel in die Rückrunde mitnehmen.
Auch das dritte Spiel gegen die Mitfavoriten um den Meistertitel verloren Näfels' Volleyballer. Aber im Gegensatz zu den Partien gegen Chênois und Amriswil konnte Näfels das Spiel gegen den ungeschlagenen Tabellenführer Lausanne bis zu Schluss offen halten. Der Meister zeigte eine tolle Reaktion nach der bedenklichen Leistung in der Vorwoche. Mehr noch, Näfels sah schon wie der Sieger aus, verspielte aber seine drei Matchbälle durch individuelle Fehler in der Annahme und im Angriff. Die Waadtländer dagegen nutzen ihren zweiten Matchball mit einem erfolgreichen Block und gewannen das Tiebreak mit 17:15. Schon in den Umgängen eins und zwei war LUC effizienter im Ausnutzen der Chancen und gewann diese Sätze jeweils knapp mit 25:23. SEAT Volley Näfels aber war in der Lage zu reagieren und gewann die beiden folgenden Umgänge mit 25:22 und 25:22. Lausanne spielte gemäss eigenen Aussagen nicht gleich gut wie in den letzten Spielen, war in der Annahme nicht überzeugend und konnte deshalb sein Kombinationsspiel nicht so schnell wie bisher gestalten.
Hängende Köpfe nach gutem Kampf
Nach dem Blitzstart der Einheimischen im Entscheidungssatz und der klaren Führung war die Stimmung in der Halle ausgezeichnet und alle waren überzeugt: Das gibt einen Sieg gegen den Leader. Doch dann kam es zur unglaublichen Wende. Am Ende war die Enttäuschung bei SEAT Volley Näfels und dem Publikum riesig. "Näfels hatte am Ende Angst vor dem Sieg – wir dagegen glaubten immer daran", fasste der brillante LUC Passeur Hominal den Schluss dieses Krimis zusammen. Ernüchtert fielen dagegen die Urteile der Einheimischen aus: "Wir kamen nach dem 0:2 Rückstand zurück in den Match, waren aber zu blöd, um den Sack zuzumachen", meinte Roman Sutter, der im Verlauf des Spiels zum Einsatz kam und frischen Wind ins Spiel der Glarner brachte. Auch Libero Daniel Werner, der zum MVP gewählt wurde, sass nach dem Spiel nachdenklich am Spielfeldrand: "Wir haben gut gespielt und gekämpft, in den entscheidenden Momenten waren wir aber zu wenig gut." Auch der nach den letzten Spielen in die Kritik geratene Joelson, der gegen LUC eine starke Leistung zeigte und für viele Punkte sorgte, selbst aus schwierigen Situationen heraus, sass einsam und enttäuscht am Boden: "Viel fehlte nicht, wir spielten gut, das macht mich zufrieden, aber das Resultat stimmt überhaupt nicht und dies schmerzt."
Das macht mich sauer
Der niedergeschlagene Captain Andy Sutter sah auch Positives: "Unsere Reaktion auf das schlechte Spiel in Amriswil stimmte. Wir haben gut gespielt, wurden am Ende aber nicht belohnt." Kritischer urteilt Teammanager Gygli. Mit den beiden ersten Umgängen war er nicht zufrieden, er bemängelte die Annahmen und den Spielaufbau. Besser gefielen ihm die folgenden Sätze bis kurz vor Schluss: "Die Mannschaft hat gekämpft. Einen solchen Match darf man aber einfach nicht verlieren, das macht mich sauer. Das kostet Selbstvertrauen. Wir können nicht dauernd sagen, darauf können wir aufbauen. Irgendwann müssen wir solche Spiele auch gewinnen."
Noch mehr an die Säcke
Auf Trainer Bolle wartet in den kommenden Wochen viel Arbeit. Er steht mit seinem Team nicht dort, wo er gerne stehen möchte. "Wir wollen Meister und Cupsieger werden. Wir haben sechs Punkte Rückstand auf den Leader, das ist zuviel. Jetzt müssen wir noch mehr an die Säcke. Im Training muss noch härter gearbeitet werden, dazu werden die Spieler im Training unter Druck gesetzt. Wenn sie die gestellten Herausforderungen nicht erfüllen, wird solange geübt, bis es klappt." Trotzdem anerkennt auch Michel Bolle die Leistung seines Teams, obwohl auch ihm die riesige Enttäuschung ins Gesicht geschrieben steht: "Im Vergleich zu den beiden letzten Spielen waren heute deutliche Fortschritte zu sehen. Das wirklich Positive war das Auftreten des Teams. Es war bereit zu fighten, kämpfte um jeden schon fast sicher verlorenen Ball und punktete einige Male aus sehr schwierigen Situationen heraus wie bisher noch nie in dieser Saison."
Das wichtigste für den weiteren Verlauf der Saison wird aber sein, dass es der Mannschaft gelingt, im entscheidenden Moment die beste Leistung auszupacken und die "Big Points" zu holen, um solche Niederlagen wie am Samstag zu vermeiden. In dieser Hinsicht ist das Team noch nicht meisterlich. Doch genau dies ist der entscheidende Punkt, will SEAT Volley Näfels am Ende wieder zuoberst auf dem Podest stehen.



























































































