Montag, 1. Februar 2016; 06:19
NLA

Trainer Dalibor Polaks kritischer Blick auf sein Team

Von: Köbi Hefti

Biogas Volley Näfels entführte zwar als erstes Team in dieser Saison einen Punkt aus Lausanne. Trainer Dalibor Polak ist damit nicht zufrieden. Er sah viel Positives, aber auch Negatives, das am Ende den Unterschied ausmachte.

 

„Wir hätten dieses Spiel gewinnen müssen“, äusserte sich Dalibor Polak am Tag nach dem Spiel gegen Lausanne UC zur 2:3 Niederlage. Unzufrieden war der Trainer mit der Art und Weise, wie sein Team ins Spiel stieg. „Da war kein Kampfgeist und wenig Freude zu sehen. Es spielte nicht um zu gewinnen.“ Selbst den Spielern wurde dies nach dem verlorenen ersten Satz richtig bewusst und so trieben sich gegenseitig an und spielten aggressiver, was sich auch im Ergebnis niederschlug. Biogas Volley Näfels gewann die Sätze zwei und drei mit 26:24 und 25:21.

Wunderle dreht das Spiel
Diese positive Wende schaffte Näfels mit nur auf einer Position veränderten Aufstellung. Pascal Wunderle ersetzte ab Mitte des zweiten Satz den enttäuschenden Kyle Friend. Der Näfelser nutzte diese Chance auf überzeugende Weise. Entsprechend lobte ihn der Trainer: „Er hat das Spiel gedreht. Die zwei gewonnen Sätze können wir ihm verdanken. Er spielte clever, machte Druck mit dem Service und war auch in der Annahme stabil.“ Während dieser beiden Sätze schöpfte Näfels in fast allen Belangen sein Potenzial aus. Unter der Regie von Passeur Denis Milanez lief die Angriffsmaschinerie sehr gut, egal ob über die Aussenpositionen mit Gotch und Pulko oder in der Mitte mit Ehrat und Walzer.  Dazu klappte auch die Verteidigung endlich so, wie es der Trainer forderte.

Patient Service
Dieses Niveau konnte Näfels nicht halten. Dalibor Polak ortet das Problem dabei hauptsächlich beim eigenen Service. Er erklärte: „Nur Samuel Ehrat und Pascal Wunderle konnten gestern damit Druck machen. Lausanne dagegen liess unsere Annahme oft schlecht aussehen. Besonders Diagonalangreifer Jan Krba servierte extrem gut.“ In der Statistik erscheint Krba mit 28 Services, dabei machte er gerade mal sechs Fehler. Näfels Antipode Pulko dagegen konnte nur zehn Mal servieren und machte dabei drei Fehler. Dalibor Polak bezeichnet dies als echtes Problem, da derzeit von den Stammspielern bis auf den erwähnten Samuel Ehrat kein Spieler einen gefährlichen und trotzdem zuverlässigen Service hinkriege. „Ich brauche Serviceserien von Gotch, Milanez aber vor allem auch von Pulko“, konkretisiert der Tscheche seine Anforderungen.

Sieger und Verlierer
Trotz all der Kritik, Näfels hat am Samstag phasenweise eine Leistung gezeigt, auf der sich aufbauen lässt, und dies mit einer Formation, die man bisher kaum sah. Der Trainer wollte, dass Denis Milanez auch einmal gegen ein starkes Team beginnt, folglich stand auch Marc Walzer als zweiter Schweizer in der Startaufstellung. Nach diesem Spiel dürfen Pascal Wunderle, Samuel Ehrat, und Denis Milanez mit sich zufrieden sein. Weniger positiv fallen die Beurteilungen aus für die Profis Friend, Gotch, von welchem der Trainer noch mehr erwartet und Pulko, der zwar hervorragende Aktionen zeigte, in wichtigen Momenten aber erfolglos blieb.

Matchtelegramm
Centre Sportif Unil SOS II Dorigny-Lausanne, Samstag 30. Januar 2016. 17:30 h
Spieldauer  130 Minuten

Lausanne UC - Biogas Volley Näfels 3:2 (25:20, 24:26, 21:25, 25:19, 15:12)

Lausanne UC:
Startformation: Carrel (Passeur, Captain), Daniel (Libero), Krba, Klein, Zeller, Altanov, Djokic
Einwechslungen: Hominal, Kaeser, Rivas

Trainer: Georges-André Carrel
Assistenz-Trainer: Michel Dufaux

Biogas Volley Näfels:
Startformation: Milanez (Passeur), Sutter (Libero), Walzer, Friend, , Ehrat, Pulko, Gotch
Einwechslungen: Godoy, Gygli (Passeur, Captain), Pollock, Wunderle
Bemerkungen: Martinez geschont / rekonvaleszent

Trainer: Dalibor Polak
Assistenz-Trainer: Robin Bhaggan

SR:  Sascha Stanisic, Bertrand Huguet

Erfolglos – spektakulär: Der Service war gestern gegen LUC eine stumpfe Waffe