Trainer Dalibor Polak sucht und findet neue Stammformation
Die Näfelser Volleyballer landen gegen den Tabellenletzten VBC Züri Unterland mit 3:1 (23:25, 25:19, 25:18, 25:19) einen auf den ersten Blick klaren Sieg. So klar war dieser bei weitem nicht, aber wenigstens hat der Trainer jetzt mit Rückkehrer Gustavo Meyer mehr taktische Varianten.
Das Spiel begann, wie es die Zuschauer erwarten durften. Volley Näfels buchte seine Sideout-Punkte, ab und zu sogar über die Mitte, was auch ein Hinweis darauf war, dass die Annahmen besser klappten als auch schon. So lagen die Glarner bei Satzmitte komfortabel in Front, es stand 17:12. Wie schnell es im Volleyball aber gehen kann, wenn sich Spieler zu sicher fühlen und der totale Fokus verloren geht, zeigten die Flyers um ihren Passeur Cao Gilman den Näfelsern in der Folge recht eindrücklich. Plötzlich war Züri Unterland am Drücker, buchte zuerst eine Vier-Punkte-Serie und nach einem Fehler im Angriff durch Rückkehrer Gustavo Meyer - ja, er ist wieder dabei - war bei 19 Punkten Gleichstand. Jetzt rochen die Zürcher Lunte und liessen sich nicht mehr abschütteln. Immer legte Volley Näfels vor, Züri Unterland zog nach. Der Druck war hoch und prompt passierten Näfels vor Satzende zwei Fehler im Angriff durch Vukasinovic und Meyer und der Satz war weg. Eine schöne Überraschung, sehr zur Freude des Underdogs aus der Flughafenstadt.
Satz 2 und 3: Klare Vorteile für Volley Näfels
Näfels Reaktion folgte aber auf dem Fuss und der zweite Satz zeigte wieder das Spiel, welches man vom Ranglistendritten gegen das Schlusslicht erwartet hatte. Die Gastgeber servierten stark, allen voran Vukasinovic. Und so brannte des Gegners Annahme lichterloh und Passeur Cao Gilman (CUB) - er war auch schon schneller auf den Beinen - hatte seine liebe Mühe die Angreifer wirkungsvoll zu lancieren. Obwohl sein Landsmann und Top Scorer Yusnaikel seine Bälle regelmässig in Punkte verwandelte. Der Vorsprung der Polak-Truppe war komfortabel und blieb es diesmal auch bis zum Satzende.
Satz drei zeigte ein ähnliches Bild. Wieder lag Volley Näfels klar vorne und gewann diesen schliesslich noch deutlicher. Damit schien das Schicksal von Züri Unterland besiegelt und die Rollenverteilung, trotz Verlust des Startsatzes, wieder zu stimmen.
Ein Test der fast ins Auge ging
Trainer Polak benutzte den vermeintlich letzten Satz für Experimente. So klar wie die letzten beiden Sätze gewonnen wurden, konnte er sich das durchaus erlauben. Am Pass brachte er Bonante (ITA) für Gygli, auf Diagonal Martinez (VEN) für Pulko (SLO) und in der Annahme standen der jetzt nachlassende Vukasinovic (MNE) und Friend (USA). Es sollte sich rasch zeigen, dass diese Zusammensetzung an diesem Abend überhaupt nicht funktionierte. Zu Satzmitte stand es 11:16 und die Zuschauer begannen allmählich, sich wie gegen Jona auf eine Entscheidung im Tiebreak einzustellen. Ein Punktverlust gegen die rote Laterne? Dalibor Polak zog die Reissleine und promovierte einen Dreierwechsel. Jetzt spielten wieder Gygli, Pulko und Meyer. (Er stabilisierte die Annahme entscheidend) Und wie sie spielten! Ab sofort hörte man nur noch die Näfelser jubeln in der linth arena. Allen voran Kyle Friend, welcher sich in einen Spielrausch hineinsteigerte und in kurzer Zeit acht Punkte im Angriff und einen am Block auf sein Konto buchte. So war das Ergebnis dieses Sprints 14:3 Punkte für Näfels, der Sieg im Trockenen, die Erleichterung gross und die Erkenntnis gewonnen, welche Spieler fortan in der Startaufstellung sein werden.
"Ich wollte verschiedene Varianten prüfen und war mir auch beim grossen Rückstand zu Satzmitte sicher, dass meine Mannschaft das Spiel noch ohne Punktverlust gewinnen wird", freute sich Trainer Polak. Und Matchwinner Friend strahlte nach seinem grandiosen letzten Satz übers ganze Gesicht. "Marco gab mir gute Bälle und die musste ich einfach verwerten". Und jetzt da der Sunnyboy aus Florida währungsbedingt in Dollar eine zwanzigprozentige Lohnerhöhung erhält, ist zu erwarten, dass er in der entscheidenden Phase noch besser spielen wird. "Ja klar, ich bin noch nicht auf meinem Leistungszenit angelangt, da geht noch mehr und jetzt ist auch mein Selbstvertrauen wieder voll zurück", blickte der Amerikaner voraus auf das nächste wichtige Spiel gegen Schönenwerd.
Matchtelegramm
linth arena sgu, Näfels, 17. Januar 2015, 17:00
Spieldauer 99 Minuten
Zuschauer: 199
Biogas Volley Näfels:
Gygli (Passeur), Sutter (Libero), Meyer, Pulko (Top Scorer), Ilic, Ehrat, Vukasinovic; Friend, Martinez, Bonante. Alexander verletzt. Trainer: Dalibor Polak
VBC Raiffeisen Züri Unterland:
Cao (Passeur), Schatzmann (Libero), Gahr (Captain), Yusnaikel (Top Scorer), Licka, Bigger, Heidrich, Suter (2. Passeur), Trainer: Cao Gilman Herrera



























































































