Trainer Dalibor Polak ist nicht ganz zufrieden, bleibt aber optimistisch
Nach der Hinrunde der Pre-Playoffs ist der Rückstand von Biogas Volley Näfels auf die Spitze gross, beträgt sechs Punkte. Im Interview blickt Trainer Dalibor Polak zurück und voraus. Er ist überzeugt, dass sein Team den Playoff-Final erreichen wird. Um das scheinbar unmögliche doch noch möglich zu machen sind in der Rückrunde fünf klare Siege nötig.
Mit Dalibor Polak sprach Köbi Hefti
Herr Polak, welche Note geben sie Ihrem Team für die Leistungen in der ersten Hälfte der Playoff-Qualifikationsrunde?
Dalibor Polak: Über alles betrachtet war es genügend. Noch ist für uns alles möglich. Gut war es aber nicht, da wir zu viele Sätze verloren, die wir hätten gewinnen müssen.
Volley Näfels hat sechs Punkte Rückstand auf die beiden Spitzenteams. Das ist mehr als erwartet. Welche Punktverluste schmerzen und ärgern am meisten?
Der zweite Satz im Auftaktspiel bei Lausanne UC ist schmerzlich. Diesen Satz hätten wir gewinnen müssen (Anmerkung der Redaktion: Näfels lag 11:5 in Führung). Das wäre mindestens ein Punkt mehr für uns und einer weniger für unseren direkten Konkurrenten LUC gewesen. Aber auch in Amriswil und gegen Schönenwerd hätten wir mehr Punkte holen müssen. Vier Punkte mehr und ich wäre zufrieden.
Noch sind die Chancen intakt, um den Playoff Final zu erreichen. Was muss sich bei Näfels ändern, um dieses Ziel zu erreichen?
Ich weiss es nicht wirklich. Aber in dieser Phase sind die taktischen Schachzüge nicht mehr so wichtig. Entscheidend ist, was die einzelnen Spieler zeigen, dass diese mit Selbstvertrauen auftreten. Schauen sie, wie Gustavo Meyer auftritt. Er trainiert nicht so viel, spielt aber voller Vertrauen und hat viel Freude am Spiel. Dies ist notwendig um Erfolg zu haben. Ich denke, dass wir bisher nicht so schlecht spielten, es sind Kleinigkeiten, die wir verbessern müssen. Wichtig ist, dass wir den Kopf richtig einstellen. Wir wollen nicht nur spielen, sondern wollen gewinnen.
Mit dieser Aussage kommen Erinnerungen hoch an Momente, während denen Näfels völlig aus dem Tritt kam. Wie kommt es zu derartigen Aussetzern eines ganzen Teams?
Das ist schwierig zu beantworten. In unserem Team haben wir einige junge Spieler, denen manchmal dumme Fehler passieren. Ich will aber auch, dass diese Jungen Risiko auf sich nehmen, mit Sicherheitsbällen kann man nicht punkten. Teilweise spielten wir aber derart risikoreich, wie wenn wir klar in Rückstand gewesen wären, in Tat und Wahrheit das Score aber fast ausgeglichen ist. Wenn es dann nicht aufgeht, ist auch das Selbstvertrauen nicht mehr da. In solchen Momenten müssen die Routiniers auf dem Feld die Verantwortung übernehmen, dies geschah in diesen Momenten aber nicht.
Planen Sie Veränderungen im Hinblick auf die nächsten Spiele.
Wir müssen etwas ändern. Wegen des gedrängten Spielplanes bleibt im Training wenig Spielraum. Ich nehme jedoch nach langen und harten Spielen Rücksicht, damit die Batterien wieder aufgeladen werden können. Ändern muss sich etwas innerhalb des Teams. Die Stimmung ist zwar nicht schlecht, aber unsere besten Spieler - damit meine ich hauptsächlich Zlatko Pulko und Marco Gygli, dazu der erfahrene Stefan Ilic - müssen die Verantwortung übernehmen und die Mannschaft zum Sieg führen.
Hauptsächlich Passeur Marco Gygli ist sehr wichtig, denn jeder Spielzug läuft über ihn. Ich bin zwar mit seiner Leistung dieses Jahr sehr zufrieden, aber zwischendurch sollte er taktisch besser spielen.
Sie sprechen damit indirekt aber auch Ihre Sorgenkind an, Simone Bonante, den zweiten Passeur. Er scheint wirklich keine Alternative zu sein.
In diesem Sport trainiert man die ganze Woche, dort muss jeder beweisen, dass er spielen will. Bei Simone Bonante habe ich diesen Eindruck nicht, er strahlt keine positiven Signale aus. Dies hat aber auch eine gute Seite, denn damit weiss Marco Gygli, dass er der einzige Zuspieler ist und immer spielt. Es ist aber schon so, dass wir im Vergleich zum letzten Jahr, als wir mit Milanez und Gygli zwei ausgezeichnete Zuspieler hatten, weniger flexibel sind. Aber ich wiederhole gerne nochmals, dass ich mit der Leistung von Marco Gygli sehr, sehr zufrieden bin.
Auch Fabian Martinez hat seine Form noch nicht gefunden hat.
Nach dem starken Auftritt gegen Lugano dachte ich, dass er fortan immer spielen würde. Doch schon im nächsten Spiel klappte es nicht. Bei ihm weiss man nie wie er spielt, er ist eine Wundertüte. Aber ich denke, er wird für uns noch ein wichtiger Spieler werden in diesen Playoffs. Vor allem im SGU hat er schon ausgezeichnete Spiele gemacht.
Was sagen sie zur Verteidigung und Libero Sutter?
Die Position des Liberos möchte ich nie spielen. Als Libero machst du keine Punkte, sondern fällst mit Fehlern auf. Diese Position ist sehr schwierig. Manuel Sutter hat bestimmt das Potenzial besser zu spielen, aber es ist für ihn mit unserem Block auch nicht einfach. Nicht der Libero, sondern das ganze Team ist verantwortlich, wenn die Defensive nicht klappt. Mit der Rückkehr von Kyle Friend nach seiner Fussverletzung hat die Verteidigung aber schon wieder mehr Stabilität bekommen.
Wie sieht ihr Schlachtplan für die alle entscheidenden nächsten fünf Spiele aus?
In den drei Heimspielen gegen Schönenwerd, LUC und Amriswil wollen wir klare Siege erzielen. Gegen Chênois haben wir bisher alle Spiele gewonnen, so soll dies auch bleiben, obwohl wir in Genf antreten müssen. Und das Spiel in einer Woche bei Lugano wird ein grosser Kampf. Ich bin überzeugt, dass fünf Siege am Ende reichen, um auf dem zweiten Rang zu stehen und wir somit in den Final einziehen werden. Ob der Plan aufgeht, wird massgeblich davon abhängen, ob uns heute Abend gegen den TV Schönenwerd die Revanche gelingt.
Biogas Volley Näfels – TV Schönenwerd
Linthalle SGU, Näfels, Samstag, 7. März 18:00



























































































